Squealer-Rocks.de DVD-Review
Twisted Sister - Live At Wacken / The Reunion

Genre: Hard Rock
Review vom: 10.08.2005
Redakteur: maddin
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label:



Geil, geil und tausendmal geil!! Und das ist noch untertrieben! So und nicht anders hat eine vernünftige DVD zu sein. Mitreissend, exzellent in Bild und Ton, kurzweilig und vor allen Dingen informativ. Dies alles bietet der erste richtig amtliche Silberling fürs Heimkino von Twisted Sister. (Über die bisherigen halbgaren Veröffentlichungen in mieser Qualität decken wir mal besser den Mantel des Schweigens).
Kernstück des knapp zweistündigen Films ist das Konzert auf dem Wacken Open Air aus dem Jahre 2003. Allerdings stellt dieser Gig lediglich die Rahmenhandlung für allerhand super interessante Zwischenspiele dar.

In den Printmedien wurde der Aufbau der DVD heftig kritisiert. So gibt es – vom Abschluss–Dreier "Burn in Hell“, "I wanna Rock“ und "S.M.F.“ mal abgesehen – nach jedem 2. Song Interviews und Berichte zur Bandhistory. Klar .- so manch einer sieht da den Konzertfluss gestört und hätte sich diese Einspieler lieber als Special Features am Ende gewünscht. Verständlich. Für mich machen jedoch gerade diese Unterbrechungen den Reiz von "Live at Wacken“ aus.
Auf diese Art und Weise sind die Stories und Interviews wesentlich unterhaltsamer und weniger anstrengend, als wenn man sie am Stück sehen müsste – zumal es keine deutschen Untertitel gibt.

Der Reihe nach: Es werden 14 Stücke vom Wacken Gig gezeigt. Am auffälligsten ist hier die Tatsache, dass die Bühne wohl ein wenig zu groß für die New Yorker Tunten ist. Der Aktionsradius der Herren ist zwar nicht statisch zu nennen, die Zeit der Langstreckenläufe ist allerdings vorbei. So wirkt die Band manchmal etwas verloren auf der riesigen Stage. Ein Vorziehen der Backline hätte dem Ganzen noch mehr Atmosphäre verliehen. Der relativ geringe Aktionsradius hat aber den Vorteil, dass Dee Snider wirklich sehr gut bei Stimme ist. Die Ausstrahlung dieser Rock Legende ist wirklich phänomenal. Neben dem Sänger gibt es noch einen optischen Leckerbissen: Marc "The Animal“ Mendoza. Kein Kerl wie ein Schrank, sondern wie eine ganze Schrankwand, dem ich nicht im dunkeln, und wenn er schlechte Laune hat auch nicht im hellen begegnen möchte. Noch beeindruckender als seine Präsenz ist jedoch sein, nennen wir es mal "einzigartiges“, Bass – Spiel. Mindestens 50% seiner Parts bestehen nämlich darin, dass er sein Instrument mit der flachen Hand oder der geballten Faust, sehr gerne auch am Hals, bedient. Dazu eine Gestik, die ihresgleichen sucht. Muss man gesehen haben!
Die beiden Gitarristen beschränken sich darauf ordentlich zu spielen, was vor allen Dingen Eddie Ojeda vorzüglich gelingt.
Sehr lobenswert ist auch die Bildregie, die gottlob auf schnelle Schnitte verzichtet, so dass das Zuschauen ein einziger Genuss ist. Und wer bei "We’re not gonna take it“ selbst auf der heimischen Couch nicht die Faust reckt oder wenigstens eine Gänsehaut kriegt, der ist definitiv schon tot.

Wie schon erwähnt sind die Intis und Berichte für mich jedoch das Highlight der Scheibe. Alle Musiker erzählen sehr ehrlich über die Trennung Ende der 80er und suchen die Schuld auch bei sich selber. Man hat hier wirklich nicht das Gefühl, irgendein Promo – Gelaber zu hören. Jeder der Musiker kommt alleine zu Wort, was sich durch die gesamte DVD zieht, und am Ende hat man jeden der Kerle ins Herz geschlossen. Sehr cool ist es auch, die Jungs mal ohne Make up und Perücke zu sehen – wobei man Jay Jay French wirklich nicht erkennen würde.
Der absolute Clou sind aber die Aufnahmen von den ersten Gehversuchen der Reunion.
Es gibt Ausschnitte einer Überraschungsshow für Atlantic Records Boss Jason Flom zu sehen, wo die Blue Man Group eine Percussion Version von "We’re not gonna take it“ zum Besten gibt, und Dee und seine Jungs anschliessend die Bühne stürmen.
Tolle Sequenzen gibt es auch noch vom Benefiz Festival 2001 zugunsten der Opfer des World Trade Centre Anschlags (Dee mit "Fuck Osama“ T-Shirt), vom Besuch der Band bei in Südkorea stationierten U. S. Soldaten (Twisted Sister stehen in voller Montur am Grenzübergang zu Nordkorea, und werden von dort aus fotografiert), und, und, und.

Die Rückseite des Teils lässt sich im normalen CD Player hören, und enthält nochmal 11 Live Aufnahmen aus den Jahren 1980, 1982 und 2003 (Wacken).
Nebeneffekt dieser ausdrücklich zu empfehlenden Veröffentlichung ist die Tatsache, dass einem wieder mal bewusst wird, dass Twisted Sister trotz nur 4 Alben ("Love is for suckers“ war ein Dee Snider Solo Projekt unter dem Banner TS) zu den absolut Besten in der langen Geschichte der harten Rock Musik gehören – und immer gehören werden.

Tracklist:
1. Intro:What You Don't Know (Sure Can Hurt You)
2. In The Beginning
3. The Final Show... 1987 (Interviews)
4. The Kids Are Back
5. Stay Hungry
6. The Speaks Reunion (Interviews)
7. A Night For Jason (Interviews)
8. Destroyer
9. Like A Knife In The Back
10. VH1 Behind The Music (Interviews)
11. The New York Steel Benefi t (Interviews)
12. Under The Blade
13. Old School Returns (Interviews)
14. You Can't Stop Rock 'n' Roll
15. The Fire Still Burns
16. The U.S.O. Tour Of South Korea April 2003 (Interviews)
17. Shoot 'Em Down
18. We're Not Gonna Take It
19. Festivals (Interviews)
20. The Price
21. Reflections (Interviews)
22. Burn In Hell
23. I Wanna Rock
24. Intro Of Band S.M.F.
25. Credits

Audio-side:
1. Detroit, Portchester, NY May 1980:
2. Bad Boys Of Rock 'n' Roll
3. Born To Be Wild
4. I'll Never Grow Up, Now!
5. You Know I Cry
6. Marquee, London, UK December 1982:
7. You Can't Stop Rock 'n' Roll
8. Wacken Open Air, Germany, August 2nd 2003:
9. What You Don't Know (Sure Can Hurt You)
10. The Kids Are Back
11. Stay Hungry
12. Like A Knife In The Back
13. I Am, I'm Me
14. The Fire Still Burns

Line Up:
Dee Snider – Vocals
Jay Jay French – Guitar
Eddie “Fingers” Ojeda – Guitar
Marc “The Animal” Mndoza – Bass
A.J. Pero – Drums

DISCOGRAPHY:

1982 - Under The Blade
1983 - You Can't Stop Rock 'N' Roll
1984 - Stay Hungry
1984 - Stay Hungry (VHS)
1985 - Come Out And Play
1985 - Come Out And Play (VHS)
1987 - Love Is For Suckers
1992 - Big Hits And Nasty Cuts (Best Of)
1994 - Live At Hammersmith (Live)
1999 - Club Daze Vol I - The Studio Sessions (Compilation)
2001 - Club Daze Vol II - Live At The Bars (Compilation)
2005 - Live At Wacken – The Reunion (DVD)
2004 - Still Hungry
2006 - A Twisted Christmas
2007 - A December To Remember (DVD)

SQUEALER-ROCKS Links:

Twisted Sister - Remastered (5 Alben) (CD-Review)
Twisted Sister - Still Hungry (CD-Review)
Twisted Sister - A Twisted Christmas (CD-Review)
Twisted Sister - Club Daze Vol. 1 - The Studio Sessions (Re - Release) (CD-Review)
Twisted Sister - You Can't Stop Rock'n'Roll (Re - Release) (CD-Review)
Twisted Sister - Come Out And Play (Re - Release) (CD-Review)
Twisted Sister - Love Is For Suckers (Re- Release) (CD-Review)
Twisted Sister - Under the Blade (Re - Release) (CD + DVD) (CD-Review)

Twisted Sister - Live At Wacken / The Reunion (DVD-Review)
Twisted Sister - A December To Remember (DVD-Review)


SONSTIGES:

BANDHOMEPAGE
Diesen Beitrag im Forum diskutieren