Squealer-Rocks.de CD-Review
Pretty Maids - Motherland

Genre: Heavy Rock
Review vom: 15.03.2013
Redakteur: maddin
Veröffentlichung: 22.03.2013
Label: Frontiers Records



Genau zwei Eigangssätze hatte ich mir im Vorfeld für dieses Review zurechtgelegt, ohne das Album zu kennen. Beide von prophetischer und zweifellos optimistischer und hoffnungsvoller Natur.
Beide gespeist aus dem Hörvergnügen des Vorab - Tracks „Mother of all Lies“.
1. „Ich wusste es!“
2. „Aller guten Dinge sind drei!“

Zu Satz 1: Ja, ich WUSSTE es, dass die beste Band Dänemarks nach so einem hammergeilen Teaser wie „Mother of all Lies“ kein Album nachlegt, das qualitativ darunter liegt. Die Maids waren nie eine Single Band.

Zu Satz 2: Nach dem recht guten „Welcome to the Real World“ und dem fantastischen „Pandemonium“ ist „Motherland“ sozusagen die Krönung des 3. Frühlings, den die Band gerade durchlebt und ich bin nach dem 5. Durchlauf in Folge soweit, dass ich den aktuellen Dreher gar mit „Jump the Gun“ auf eine Stufe stelle. Heisst: Besser als „Sin Decade“, aber natürlich schwächer als die beiden ersten Longplayer.

Muss das eigentlich ständig sein, diese Nummer mit dem Ranking? Ja, das frage ich mich gerade selbst und schreibe nun lieber etwas über die neuen Songs.

Den Opener macht der schon erwähnte Appetizer und der gehört zum Besten (schon wieder Ranking), was die hübschen Mädels jemals kreiert haben. Knüppelhartes Riffing, dennoch im Midtempo gehalten, ein nahezu symphonischer Background und ein Ronnie Atkins, der seine alten Trademarks, weicher und harter Gesang im Wechsel, dermaßen geil präsentiert, dass es mir immer noch bei jedem Hören eine Gänsehaut nach der anderen beschert.
Ohne Scheiss – und ich weiß, dass es bei dem Backkatalog dieser Band sehr unglaubwürdig klingt - ist dies einer der besten Pretty Maids Songs aller Zeiten – und hier schließe ich „Future World“ ausdrücklich mit ein.

Doch der virtuose Sänger und sein, mittlerweile auf die 4- fache Breite gewachsene (Sorry, ich kann's einfach nicht lassen), Gitarrist Ken Hammer wären nicht das geilste Heavy Rock Gespann aller Zeiten, wenn sie es bei einer Genialität belassen würden.
Bereits das folgende, schleppende und doch harmonische, mit einer Wahnsinns-Gitarren Melodie gesegnete „To fool a Nation“, sorgt erneut für Gänsehaut – Alarm.
Im Grunde lässt die Entenpelle über die gesamte Distanz nicht nach.

Von daher hätte das Album eine ausführliche Song für Song Kritik verdient.
Aber da wir ja alle irgendwann wieder arbeiten müssen, gibt es jetzt den Schnelldurchlauf:

„Confession / The Iceman“ : Die erste Up Tempo Nummer klingt ebenso hart wie melodisch, verbreitet eine düstere Atmosphäre und ist früheren Nackenbrechern wie „Rock the House“ um Längen überlegen.

„Sad to see You suffer“: Der „Pop – Rock“ Track ist genau das, was nun folgen musste. Eine Mitsing Hymne vom Allerfeinsten, wie sie nur die Pretty Maids können.

„Hooligan“: Passend zum Titel übelster, harter Heavy Rock voller Aggression.

„Infinity“: Sehr episch, fast schon wieder symphonisch, wunderschön mit tollen Keyboards unterlegt. Versprüht leichtes Gothic Feeling, diese Halb - Ballade.

„Why so serious?“: Eine echte Heavy Walze, fast so gut wie der Opener. Brachial, höchst melodisch – ein Meisterstück!

„Motherland“: Auch der der Titelsong ist eine Heavy Großtat. Sauhart, ziemlich schnell, teilweise ultrabrutal, dann wieder emotional, dabei immer höchst melodisch. Pretty Maids in Bestform halt.

„I see Ghosts“: Völlig simpler stampfender Rocker, der dennoch absolut faszinerend ist. Das können eben nur die ganz Großen!

„Bullet for You“: Hardrock Nummer mit Hitsingle Qualitäten. 90% aller AOR Bands würden töten, würden sie nur die Hälfte davon so hinbekommen.

„Who what were when why“: Knüppelhart gezockter Stampfer mit wahnsinnig emotionalem Gesang und einer extrem paradoxen Mischung aus Gefühl und Sperrigkeit.

„Wasted“ : Absolut fantastische, wieder mal sehr episch und symphonisch gestaltete Halb – Ballade, die beinahe unfassbar geil ist und jeden – JEDEN!- paralysiert unterm Kopfhörer sitzen lässt.


Ihr seht, selbst bei einem Schnelldurchlauf kommt man auf eine Menge Zeilen.
Das soll aber egal sein. Wichtig ist, dass diese Band 33 Jahre nach ihrer Gründung noch ein Album veröffentlichen kann, dass es – in diesem Fall - locker mit den Großtaten von einst aufnehmen kann.
Für mich das bisher beste Album des Jahres, das gleichtzeitig mit „Mother of all Lies“ den besten Song der letzten Jahre überhaupt beinhaltet.
Alleine dieser Song ist ein Grund, das Leben zu lieben!
DANKE!

Tracklist:

01. Mother Of All Lies *
02. To Fool A Nation
03. Confession
04. The Iceman *
05. Sad To See You Suffer
06. Hooligan *
07. Infinity
08. Why So Serious *
09. Motherland *
10. I See Ghosts
11. Bullet For You *
12. Who What Where When Why
13. Wasted

Line Up:
Ronnie Atkins - Gesang
Ken Hammer - Gitarre
Morten Sandager- Keyboards
Allan Tschicaja - Schlagzeug
Rene Shades - Bass

DISCOGRAPHY:

1983 - Pretty Maids
1984 - Red, Hot and Heavy
1987 - Future World
1990 - Jump the Gun
1990 - In Santa’s Claws
1992 - Sin Decade
1992 - Offside
1993 - Stripped
1995 - Scream
1995 - Screamin’ Live
1997 - Spooked
1998 - Back to Back (Best of)
1999 - Anything worth doing is worth overdoing
1999 - First Cuts And Then Some (Compilation)
2000 - Carpe Diem
2002 - Planet Panic
2003 - Alive At Least (Live-Compilation)
2006 - Wake Up To The Real World
2010 - Pandemonium
2013 - Motherland
2014 - Louder than ever
2016 - Kingmaker

SQUEALER-ROCKS Links:

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Pretty Maids - Pandemonium (CD-Review)
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