Squealer-Rocks.de CD-Review
Pretty Maids - Pandemonium

Genre: Heavy Rock
Review vom: 14.05.2010
Redakteur: maddin
Veröffentlichung: 14.05.2010
Label: Frontiers Records



Machen wir uns nix vor: Die Pretty Maids laufen seit fast 20 Jahren ihrer Form hinterher. Das letzte durchgehend geile Album war „Sin Decade“. Alles, was danach kam, war entweder höchstens guter Durchschnitt („Scream“) oder sogar total enttäuschend („Spooked“, „Planet Panic“).
Anno 2006 gab's dann einen Hoffnungsschimmer, der zumindest versöhnlich stimmte. „Wake up to the Real World“ überzeugte weitgehend mit alten Trademarks und das alte Schlachtross aus Dänemark schien langsam wieder in die Spur zu kommen. Von der Klasse der ersten 4 Alben war man dennoch um Lichtjahre entfernt und nur die fantastischen Live- Shows bewahrten die sympathischen Altrocker vor dem Sturz in die Bedeutungslosigkeit.

Und nun das „Pandemonium“. Ganz ehrlich, mit einer allzu großen Erwartungshaltung bin ich nicht an den neuen Silberteller aus dem hohen Norden herangetreten. Einen schlechten Output hat man zwar nicht vorausgesetzt, aber so etwas?
Alter Däne, was ist da los? ALLES hätte ich geglaubt, aber nicht, dass Ronnie Atkins und Ken Hammer tatsächlich noch einmal das Niveau von „Sin Decade“ erreichen (die ersten 3 Alben laufen eh außer Konkurrenz).

Der eröffnende Titelsong donnert schweinehart in die Lauscher, ohne aber die so gehassten neumodischen Elemente. Das ist bester, speediger Pretty Maids Power Sound im Gedenken an „Yellow Rain“ oder, ich wage es kaum auszusprechen, „Future World“.
Was für ein Brett! Eine Eintagsfliege?
Nein, meine Freunde. Das folgende „I.N.V.U.“ geht voll in die Richtung von „Jump the Gun“. Schleppender Beat, dazu die Melodien, die nur die Maids drauf haben. Fettes Keyboard, megafette Riffs und ein Ronnie Atkins, der immer noch so geil wie in der gelobten Zeit singt.

Ich werde euch nun nicht mit einer Song for Song Aufzählung langweilen. Nur soviel: All das, wofür wir die Maids lieben, ist da.
Single Hits wie „Breathless“, die auf guten Radiosendern wie WDR 2 zwischen Boston und Journey nicht auffallen würden oder Smasher wie „It Comes at Night“, die den gewohnten Thin Lizzy Flair besitzen, wechseln sich mit Headbangern wie „Cielo Drive“, die schon fast Power Metal sind, ab.
Die gewohnt politischen Texte bei den harten Nummern runden das Bild angenehm ab.

10 Songs, keine schwache Nummer, im Gegenteil, zehnmal die Höchstnote. Dazu eine saugute Produktion, ein Ronnie Atkins - der Schweinehund muss doch auch schon 50 sein! – der singt, wie ein Gott und ein ein Ken Hammer, der wieder mal beweist, dass er noch längst nicht alle guten Riffs verbraten hat.
Die Pretty Maids sind nicht nur wieder in der Spur, sie sind endlich wieder auf der Überholspur!
Das beste Album seit „Sin Decade“ - vielleicht sogar genauso gut.
Da geht noch was im Staate Dänemark.

Tracklist
1 Pandemonium
2 I.N.V.U.
3 Little Drops Of Heaven
4 One World One Truth
5 Final Day of Innocence
6 Cielo Drive
7 It Comes at Night
8 Old Enough to Know
9 Beautiful Madness
10 Breathless
11 It Comes at Night (Remix)

Line Up:
Ronnie Atkins: Vocals
Ken Hammer: Guitars
Kenn Jackson: Bass
Allan Tschicaja: Drums
Morten Sandager: Keyboards

DISCOGRAPHY:

1983 - Pretty Maids
1984 - Red, Hot and Heavy
1987 - Future World
1990 - Jump the Gun
1990 - In Santa’s Claws
1992 - Sin Decade
1992 - Offside
1993 - Stripped
1995 - Scream
1995 - Screamin’ Live
1997 - Spooked
1998 - Back to Back (Best of)
1999 - Anything worth doing is worth overdoing
1999 - First Cuts And Then Some (Compilation)
2000 - Carpe Diem
2002 - Planet Panic
2003 - Alive At Least (Live-Compilation)
2006 - Wake Up To The Real World
2010 - Pandemonium
2013 - Motherland
2014 - Louder than ever
2016 - Kingmaker

SQUEALER-ROCKS Links:

Pretty Maids - Wake Up To The Real World (CD-Review)
Pretty Maids - Pandemonium (CD-Review)
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