Squealer-Rocks.de CD-Review
Cloudscape - Crimson Skies

Genre: Melodic (Progessive) Metal
Review vom: 11.07.2006
Redakteur: maddin
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label:



Im kalten Januar des vergangenen Jahres erklärte ich das Cloudscape Debut wagemutig und ziemlich frühzeitig zur besten Newcomer Scheibe 2005. Euphorische Reaktionen allerorts und eine Einladung zum angesehenen Progpower Europe Festival bewiesen, dass ich seinerzeit goldrichtig lag.
So schön dieses weltweite Lob für die Band aber sein mag, so hoch ist auch die Hürde, den enormen Erwartungen in Bezug aufs 2. Album gerecht zu werden. Bedenkt man zudem, dass die Schweden am Erstling 4 Jahre gefeilt, den Nachfolger dagegen in nur einem Jahr komponiert und aufgenommen haben, könnte das besagte Hindernis vielleicht eine Spur zu hoch werden.
Soviel vorab:
Die Hürde wird genommen - -aber verdammt knapp.

Natürlich sind Cloudscape den einzig richtigen Weg gegangen und haben ihren leicht progressiven, höchst melodischen Metal beibehalten. Warum auch etwas ändern, was perfekt funktioniert?
Die Band sieht sich auf "Crimson Skies“ nach eigener Aussage jedoch melodiöser und gleichzeitig progressiver als beim superben Vorgänger.
Na, ja – da muss man schon sehr genau hinhören. Ich entdecke beim nunmehr siebten Durchgang leichte Unterschiede im Drumming, welches in der Tat etwas proggiger daher kommt und auch der eine oder andere Keyboard Einsatz wirkt diesmal weniger Melodic Metal typisch, sondern eher subtil.
Das war’s dann aber auch schon. Gott sei Dank! Irgendwelche halsbrecherischen Breaks oder Skalenrasereien passen nämlich überhaupt nicht zu dem Quintett.

Das die eisernen Nordmänner bei den Melodien eine Schippe drauf gelegt haben, lässt sich auch nicht unbedingt erkennen. Eine Spur dramatischer sind die Harmonien geworden, vielleicht sogar etwas langlebiger.
Zu 90 % ist also alles beim Alten geblieben im Hause der Entdeckung 2005.

Was freilich auch bedeutet, dass man wieder keine andere Band findet, die ähnlich wie Cloudscape ist.
Markantes Merkmal ist zunächst mal der einzigartige Gesang von Mike Andersson, der Vergleiche mit einem Russel Allen nicht zu scheuen braucht. Sämtliche Tonlagen werden mit Bravour gemeistert.
Eingebettet sind die tollen Vocals in ein wirklich mächtig klingendes Gitarrenpolster, das gerne dezente Raffinessen setzt, aber niemals den eigentlichen Song aus den Augen verliert.
Das im Melodic Metal Bereich untypische Gebaren, fast alle Tracks im Midtempo zu präsentieren, verleiht den erhabenen Melodien noch zusätzliche Intensität.

Leider ist mit "Take the Blame“ eine allzu stereotype Nummer vertreten und das übertrieben aggressive "We will remain“ will überhaupt nicht ins Gesamtbild passen.
So bleiben 10 Volltreffer übrig, was ausreicht um mit dem Debut gleichzuziehen.
Mehr war beileibe nicht zu erwarten.

Die Produktion von Anders „Theo“ Theander lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Mit klarem und enorm druckvollem Sound machen sich Cloudscape also auf aller Welt zu zeigen, dass der viel umjubelte Erstling keine Eintagsfliege war.

Tracklist:
1. Shapeshifter
2. Shadowland
3. And then the Rain
4. Take the Blame
5. The last Breath
6. Psychic Imbalance
7. Hope
8. Breach in my Sanity
9. Demon Tears
10. 1000 Souls
11. Someone else
12. Will we remain

Line up:
Mike Andersson – Vocals
Björn Eliassson – Guitars
Patrik Svard – Guitars
Haynes Pherson – Bass
Roger Landin – Drums

DISCOGRAPHY:

2005 - Cloudscape
2006 - Crimson Skies
2008 - Global Drama
2012 - New Era

SQUEALER-ROCKS Links:

Cloudscape - Cloudscape (CD-Review)
Cloudscape - Crimson Skies (CD-Review)
Cloudscape - Gobal Drama (CD-Review)
Cloudscape - New Era (CD-Review)

Mike Andersson von Cloudscape (Interview)
SONSTIGES:

BANDHOMEPAGE
Diesen Beitrag im Forum diskutieren