 Harem Scarem - Human Nature
Genre:
Melodic Rock Review vom: 07.01.2007 Redakteur: Eric Veröffentlichung: bereits veröffentlicht Label: Wer sich mit der melodischen Seite des Rock und insbesondere mit Harem Scarem näher beschäftigt hat, wird feststellen: Die vier Kanadier sind so etwas wie das Feinschmecker-Restaurant in der Fast-Food-Meile des Melodic-Rock. Auch wenn es in der mittlerweile 16-jährigen Geschichte der Band die ein oder andere stilistische Wendung gab, Qualität war Programm bei dem Vierer. Harem Scarem liefern in schöner Regelmäßigkeit den Beweis, dass sich Melodie, Eingängigkeit und Nachhaltigkeit nicht zwangsläufig ausschließen.
Selbstredend sieht das bei „Human Nature“ nicht anders aus, aber, um das Gemecker vorweg zu nehmen und die Brücke zur Einleitung zu schlagen: An den überragenden Vorgänger „Overload“ kommt der aktuelle Output für meine Begriffe nicht heran. Klar ist, dass die Songs von Harem Scarem aller einschmeichelnden Melodien zum Trotz Zeit brauchen zum Reifen. Dennoch, auch nach etlichen Durchläufen bringt „Human Nature“ nicht die ganz großen Momente, die musikalischen „Aha-Erlebnisse“ mit, die vor zwei Jahren noch „Overload“ zu einer der Scheiben des Jahres machten.
Damit hätten wir die Kanadier nun an ihrer glorreichen Vergangenheit gemessen. Lassen wir die mal außen vor und platzieren die Männer zwischen die Melodic-Konkurrenz werden wir feststellen: 95% der Artgenossen blasen Harem Scarem auch mit ihrem neuesten Release locker Richtung Rock-Nirvana. Für Nummern wie den Opener und Titelsong oder den geradezu hinterhältige Ear-Catcher „Next Time Around“ würde andere Kapellen ihre Seele dem Teufel verschreiben und Oma’s Häuschen gleich dazu. Mit dem überragenden „Give Love / Get Love“ gibt’s auch wieder die gewohnt hochwertige Queen-Anleihe einschließlich Bombast-Backgrounds.
Was „Human Nature“ fehlt, sind die wirklichen Überraschungsmomente. Eine handvoll Sternstunden wie „Give Love / Get Love“ mehr, und meine erste Jahres-Top-Ten-Platte wäre bereits im Januar klar gemacht. Was „Human Nature“ dagegen hat, sind ein knappes Dutzend großartiger Melodic-Rock-Songs mit Tiefgang und Langzeitwirkung. Das (nicht wirklich überraschende) Fazit lautet deshalb auch für Harem Scarem anno 2007: Kaufbefehl, Irrtum ausgeschlossen!
Tracklist:
01. Human Nature
02. Next Time Around
03. Caught Up In Your World
04. Reality
05. Hanging On
06. Don't Throw It Away
07. Give Love / Get Love
08. 21
09. Starlight
10. Going Under
11. Tomorrow May Be Gone
Veröffentlichung: 12. Januar 2007
Lineup:
Harry Hess (vocals, keyboards)
Pete Lesperance (guitars)
Barry Donaghy (bass)
Creighton Dane (drums)
DISCOGRAPHY:
1991 - Harem Scarem
1993 - Mood Swings
1995 - Voice Of Reason
1997 - Believe
1997 - Karma Cleansing
1998 - Big Bang Theory
1999 - Rubber
2002 - Weight Of The World
2003 - Higher
2005 - Overload
2006 - Human Nature
2008 - Hope
2013 - Mood Swings II
2014 - Thirteen
SQUEALER-ROCKS Links:
Harem Scarem - Human Nature (CD-Review) Harem Scarem - Hope (CD-Review) Harem Scarem - Mood Swings II (CD-Review) Harem Scarem - Thirteen (CD-Review)
Pete Lesperance von Harem Scarem (Interview)
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