Squealer-Rocks.de CD-Review
The Order - Son Of Armageddon

Genre: Heavy Rock
Review vom: 23.06.2006
Redakteur: Jack
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label:



Wenn sich vier Schweizer mit den Namen Gianni Pontillo, Bruno Spring, Andrej Abplanalp und Mauro Casciero, die sich in der Vergangenheit bei mehr oder weniger bekannten Bands wie Pure Inc., Jerk, Swamp Terrorists oder Gurd ihre Brötchen verdient haben, zu einer Formation zusammenschließen, erwartet der angespannte Hörer bei solch einer Vorgeschichte etwas ganz Großes, das sich an die aufgelisteten Bands anlehnt. Also irgendetwas in Richtung Thrash Metal oder Alternative Rock.

Von wegen! Thrash und Alternative sind auf SON OF ARMAGEDDON zwei Fremdwörter, die von den vier Bandmitgliedern nicht einmal ansatzweise übersetzt werden. Hier wird gerockt, was die Saiten hergeben und ohne Rücksicht auf Verluste. Demnach ist es als selbstverständlich zu erachten, dass das Gitarrenspiel von Bruno Spring deutlich im Vordergrund steht und klar den instrumentalen Ton auf der 42-minütigen Debütscheibe angibt. Eine Herangehensweise, die mich stark an die des überraschenden Soloalbums, ATOMIC SOUL, des Symphony X Sängers Russell Allen aus dem letzten Jahr erinnert: Stark in Metal getränkter Hard Rock der geradlinigen Schweizergüteklasse Krokus und Gotthard mit stürmischen, voll auf Breitseite ausgerichteten und tiefgestimmten Gitarrenläufen. Diese Riffgewalt lässt Songs wie das kräftige „Madmen With Loaded Guns“, das im „Symphony Of Destruction“ Anfangssound gehaltene „On The Radio“ oder den Shouter „Not Satisfied“ in allerschönstem Hard Rock Glanz erstrahlen. Was will man da mehr?

Dies genügt heutzutage fast schon, um sich in die Belletage der harten Rockklänge reinzuspielen. The Order wollen allen Anschein nach aber mehr, sonst hätten sie sich nicht einen Gianni Pontillo für den vakanten Job an der Gesangsposition geangelt. Was dieser Mann mit seiner rockigen und ausdrucksstarken Stimme für Schreie und Emotionen erzeugt, ist beinahe unbeschreiblich. Stellt euch eine Mischung aus der Gabe eines Chris Cornell (Ex-Soundgarden, Audioslave), der Power eines Jorn Lande zu Beyond Twilight Zeiten und dem Charme von Zakk Wylde vor und ihr wisst, was ich meine. Bei vielen Hard Rock Balladen muss man abwägen, ob das jetzt purer Kitsch oder doch genial ist. Bei „Loved Died“, einer bewegenden Nummer im Gotthard „Let It Be“-Style, kann man sich diese Vorarbeit getrost sparen, denn Gianni Pontillo macht schnell klar, dass „Loved Died“ ein ruhiger Song von allerhöchstem Niveau ist.

Fazit: Ein kerniger, rasanter und hart rockender Sound gepaart mit einem Sänger, der ohne Übertreibung zu den besten seines Genres zu zählen ist, ergeben zusammen das vielleicht stärkste Heavy/Hard Rockalbum des Jahres 2006. Ja, die Schweizer streben nicht nur beim Fußball die Weltspitze an... gut, in der Musik haben sie sie mit Gotthard und Krokus ja schon seit Jahren inne. Wenn The Order so weitermachen stehen die Eidgenossen jedoch bald zu dritt auf dem Podium. Abwarten...

VÖ: 23. Juni 2006

Tracklist:
1. Madmen With Loaded Guns
2. Sons Of Armageddon
3. On The Radio
4. Sweet Stranger
5. Loved Died
6. Not Satisfied
7. As One Tonight
8. Looser
9. One Man

Anspieltipps: Madmen With Loaded Guns, On The Radio, Loved Died, Not Satisfied

Band Line-Up:
Gianni Pontillo – Gesang
Bruno Spring – Gitarre
Andrej Abplanalp – Bass
Mauro Casciero – Schlagzeug

DISCOGRAPHY:

2006 – Son Of Armageddon
2007 – Metal Casino
2009 - Rockwolf

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