Squealer-Rocks.de CD-Review
Rammstein - Mutter

Genre: Industrial Rock
Review vom: 01.01.2004
Redakteur: Jack
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label:



Die Vorreiter für internationale Erfolge mit deutschsprachigen Texten sind neben Oomph! ganz klar die Ostdeutschen Rammstein. 2001 veröffentlichte die Band ihr bisher drittes Studioalbum, MUTTER, das Rammstein nach dem großen Erfolg der beiden vier bzw. sechs Jahre älteren Alben, HERZELEID und SEHNSUCHT, weitere Fans weltweit bescherte.

Selbst Leute, die mit Rammstein weniger anfangen können, müssten in den letzten Jahren bestimmt auf einige der Singleauskopplungen von MUTTER gestoßen sein. Neben der ersten Single „Sonne“ erschienen noch die Lieder „Links 2 3 4“, „Ich Will“, „Mutter“ und „Feuer Frei!“ (Soundtrack zu dem Actionfilm „Triple X“ mit Vin Diesel) als Maxi CDs.
Auffallend bei all diesen Singleauskopplungen ist, dass zumindest mal der Refrain jeden mitreißt und zum Mitsingen anspornt (Beispiel: „Feuer Frei“: „Bang, bang, Feuer frei!“).

Im Gegensatz zu den beiden Vorgängern besitzen die 11 Songs viel mehr Melodien (vor allem bei „Nebel“), wodurch das Album MUTTER nie langweilig wird.
Stark in seinem Metier verbessert hat sich auch Sänger Till Lindemann, dessen Gesang perfekt in die Melodielinien passt. Sein Akzent mit dem rollenden „r“ ist auf MUTTER (glücklicherweise) nicht mehr so ausgeprägt wie früher, was sich beispielsweise stark in den sauber gesungenem Strophen bei dem Lied „Zwitter“ erkennen lässt..
Zudem fällt auf, dass bei Rammstein im neunten Jahr ihres Bestehens ganz selten Keyboard Samples und andere elektronische Soundelemente im Vordergrund stehen, so wie das etwa bei Songs wie „Du Hast“ vom SEHNSUCHT Album der Fall war.
Neben dem Gesang bestimmt die Gitarrenfraktion um Paul H. Landers und Richard Z. Kruspe das Instrumentengeschehen auf MUTTER, was sich durch die melodisch ausfallenden Songs erklären lässt. Manchmal drängt sich auch das Schlagzeug in den Vordergrund, so dass die Lieder (zum Beispiel: „Adios“) noch etwas härter ausfallen.
Alles in allem erzeugen diese Faktoren einen ziemlich düsteren Klang der Lieder, der ideal zu Texten wie „Nun liebe Kinder gebt fein acht. Ich bin die Stimme aus dem Kissen...“ („Mein Herz Brennt“) passt und zwischen dem Hörer und dem Album eine ungeheurere Spannung entstehen lässt.

Fazit: Ein in jeder Hinsicht gelungenes Album von Rammstein, dass seine beiden Vorgänger meiner Meinung nach noch toppt. Wer nur die Singles kennt (und diese auch gut findet), sollte unbedingt mal das ganze Album MUTTER anchecken, da einem noch viel mehr geboten wird, neben den fünf oder sechs Mitsing-Songs. Nur mit dem Gesang muss man sich nach den ersten paar Durchläufen noch anfreunden.


Tracklist:
1. Mein Herz Brennt
2. Links 2 3 4
3. Sonne
4. Ich Will
5. Feuer Frei!
6. Mutter
7. Spieluhr
8. Zwitter
9. Rein Raus
10. Adios
11. Nebel
12. Halleluja (Limited Edition Bonus Track)

Anspieltipps: Mein Herz Brennt, Links 2 3 4, Ich Will, Spieluhr, Nebel

Band Line-Up:
Till Lindemann – Gesang
Paul H. Landers – Gitarre
Richard Z. Kruspe – Gitarre
Oliver Riedel – Bass
Christoph Schneider – Schlagzeug
Christian „Flake“ Lorenz – Keyboards

DISCOGRAPHY:

1995 – Herzeleid
1997 – Sehnsucht
1999 – Live Aus Berlin
2001 – Mutter
2004 – Reise, Reise
2005 – Rosenrot
2006 - Völkerball (CD/DVD)

SQUEALER-ROCKS Links:

Rammstein - Mutter (CD-Review)
Rammstein - Reise, Reise (CD-Review)
Rammstein - Rosenrot (CD-Review)

Rammstein und Combichrist - Köln, Lanxess-Arena (Live-Review)

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