Squealer-Rocks.de CD-Review
Mad Max - Here We Are

Genre: Rock
Review vom: 11.01.2009
Redakteur: Eric
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label: Point Music



Ich hab' zwei Katzen, und ich bin faul. Okay, werdet ihr jetzt sagen, so'n bisschen verwirrt war sein Geschreibsel ja schon immer, aber jetzt hat er endgültig alle Schubladen offen.

Und ja, ihr habt recht, ein beschissener Einstieg in das Review der neuen Scheibe von Mad Max ist mir tatsächlich nicht eingefallen. Das ist umso mehr ärgerlich, als die höchst sympathische Kapelle den 25-jährigen Plattendeal-Geburtstag feiert und meine Katzen sozusagen daran schuld tragen, dass ich die Feierlichkeiten verpasst habe. Wäre ich ein ordnungsliebender Mensch, wäre mir die von meinen geliebten Rabauken hinter den Schreibtisch beförderte Promo sicher früher wieder in die Hände gefallen, aber so wird halt ein Review nachgeliefert zu einer Scheibe, die seit einigen Wochen bereits im Handel steht und trotzdem: Für eine Kaufempfehlung ist das noch immer nicht zu spät, finde ich.

Und die wird, um das Fazit zu diesem frühen Zeitpunkt vorwegzunehmen, ohne jede Einschränkung ausgesprochen für „Here We Are“. Ein Album, mit dem das Trio ein Vierteljahrhundert gebührend feiert und ohne Zweifel eine der stärksten Scheiben der Bandgeschichte abgeliefert hat. Verwundern wird diese Tatsache indes niemanden, der sich die Co-Writer-Credits im Booklet mal genauer anschaut. Joe Lynn Turner wird dort genannt, Don Airey, Michael Schenker, Jeff Scott Soto, Axel Rudi Pell, David Readman oder Axel Rudi Pell, um nur ein paar zu nennen. Und wenn das Who is Who des harten Rock geradezu Schlange steht, um Songs abzuliefern, sind zwei Dinge garantiert: Zum einen sprechen wir von einer grundehrlichen und hochrespektierten, im besten Wortsinne ROCK-Band, und zum anderen wird am Ende des Tages ein höchst bemerkenswertes Album stehen.

Hardcore-Gläubige mögen bemängeln, dass der christliche Grundgedanke der Band auf dem neuesten Output etwas in den Hintergrund gerückt ist, alle anderen dürften sich an einem Album freuen, das sich auf hohem Niveau zwischen hartem Rock, AOR und Balladen bewegt. Sehr traditionell, das Ganze, natürlich, und gerade deshalb für Anhänger des zeitlosen und schörkellosen Rock ein echtes Highlight. Schön zu beobachten dabei, wie die prominenten Song-Mitschreiberlinge den Sound der Scheibe beeinflussen. Marc Storace beispielsweise wirkt bei der saucool groovenden Südstaaten-Biker-Hymne „High On Wheels“ mit, Axel Rudi Pell lässt es natürlich ordentlich riffen auf „Don't Talk It Over“, im übrigen ein großartiger Rocksong, während Wolf Hoffmann von Accept die höchst überraschende, weiß Gott nicht kitschfreie, aber auch weiß Gott wunderschöne und mit Country-Elementen durchsetzte Ballade „All Of My Heart“ beisteuert.

Weitere Highlights: Der straighte Opener „Caravan“ aus der Feder von Joe Lynn Turner, „Where The Wind Blows“, wo Don Airey, oh Wunder, seine Hammond ganz weit in den Vordergrund rückt sowie der Rausschmeißer „Say Goodbye To Hollywood“, eine bluesig-minimalistische Ballade und der nachdenkliche Ausklang einer Scheibe, die abgerundet wird durch eine astreine Produktion und 14 Songs, die mit einer Spielzeit von einer knappen Stunde wahrlich „value for money“ bietet. Im Vergleich zu den Vorgängern kommt „Here We Are“ vielleicht eine Spur zurückhaltender daher, was den Härtegrad angeht. Ein Nachteil ist das aber nicht, Mad Max zelebrieren ihren Jahrestag standesgemäß: Sympathisch, ehrlich und mit Qualität. Sind wir froh, dass wir solche Bands haben!

Tracklist:

1.Caravan
2.Where The Winds Blow
3.Here We Are
4.Higher And Higher
5.Down To Babylon
6.Love Walks Lonely
7.Stop One Minute
8.How Deep
9.Don't Talk It Over
10.All Of My Heart
11.Mad Gone Blind
12.Keep You Alive
13.High On Wheels
14.Say Goodbye To Hollywood

Lineup:

Michael Voss (lead vocals, guitars, mandolin, hammond, piano)
Jürgen Breforth (acoustic guitars, electric guitars)
Roland Bergmann (bass, backing vocals)

DISCOGRAPHY:

1984 - Rollin’ Thunder
1985 - Stormchild
1987 - Night Of Passion
2000 - Never Say Neve
2006 - Night Of The White Rock
2006 - In White (EP)
2007 - White Sands
2008 - Here We Are

SQUEALER-ROCKS Links:

Mad Max - Night Of White Rock (CD-Review)
Mad Max - White Sands (CD-Review)
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Jürgen Breforth von Mad Max (Interview)
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