Squealer-Rocks.de CD-Review
Pharaoh - The Longest Night

Genre: (Progressive) Power Metal
Review vom: 01.03.2006
Redakteur: Ingo
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label:



So, liebe Metalgemeinde! Hier ist es also, das Zweitwerk der Power Metaller von Pharaoh. Um es gleich vorwegzunehmen: Die Band hat es geschafft, ohne qualitative Einbußen an den großartigen Vorgänger anzuknüpfen. Wer sich also schon für das Debut begeistern konnte, kann sich die Lektüre dieses Artikels sparen und sollte keine Minute mehr zögern, sich diese Götterscheibe bei einem der einschlägigen Mailorder zu bestellen.

Leider wurde das erste Album der Band ("After The Fire“, 2003) von der hiesigen Metal-Presse nicht einmal annähernd mit der ihm zustehenden Aufmerksamkeit bedacht, obwohl zumindest der Mann am Mikro kein Unbekannter ist: Sänger Tim Aymar dürfte dem einen oder anderen Metaller wohl noch als Frontmann von Chuck Schuldiners Control Denied-Projekt ein Begriff sein. Wie schon bei seinem vorherigen Arbeitgeber beweist Aymar auch auf den Pharaoh-Scheiben, dass er ohne jeden Zweifel zu den Besten seiner Zunft gehört und sich mit seiner aggressiven, eindringlichen und doch melodischen Stimme vor niemandem verstecken muss; Weltklasse, der Mann! Gleiches gilt allerdings auch für seine Mitstreiter, alles absolute Könner an ihren Instrumenten. Dass Gitarrengenie Chris Poland hier bei einem Song als Gastmusiker zu hören ist, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Stilistisch bewegt sich die Musik im leicht progressiv angehauchten 80er Power Metal. Obwohl sich Vergleiche bei dieser absolut eigenständigen Kapelle eigentlich verbieten, seien hier als Orientierungshilfe mal Titan Force zu "Winner/Loser“-Zeiten sowie alte Queensryche genannt. Gitarrentechnisch schimmern ab und an dezent Crimson Glory durch, und die eine oder andere Passage erinnert gar an die frühen Fates Warning. In Gegensatz zu jenen treten Pharaoh allerdings auch gelegentlich mal aufs Gaspedal. Grundsätzlich sollte aber jeder, der technisch hochwertigen Heavy Metal mag, mit diesem Album etwas anfangen können.

Hört euch das treibende "Fighting“ an, den vielschichtigen Knaller "By The Night Sky“, den epischen Titelsong oder das mit Gänsehaut verursachender Melodieführung ausgestattete "Endlessly“ oder… lasst die CD einfach durchlaufen! Dieses Album beinhaltet keine einzige schwache Sekunde. Kauft Euch das! Es gibt in diesem Bereich kaum Besseres.

Abschließend möchte ich noch festhalten, dass es eine verdammte Schande für die gesamte Szene ist, wenn dieses Meisterwerk einmal mehr aufgrund fehlender Unterstützung "unter ferner liefen“ landen würde. Man verflucht förmlich die eigene finanzielle Armut und die damit einhergehende Unfähigkeit, den Jungs eine ausgedehnte Europatour spendieren zu können. Aber vielleicht finden die großen Metal-Magazine ja diesmal zwischen ´nem 20seitigen Onkelz-Special und dem x-ten Manowar-Tourtagebuch auch ein bis zwei Spalten Platz, um die beste Power Metal-Scheibe der letzten Jahre kurz vorzustellen.


Tracklist:
1. Sunrise
2. I Am The Hammer
3. In The Violet Fire
4. By The Night Sky
5. Endlessly
6. The Longest Night
7. Fighting
8. Like A Ghost
9. Up The Gates
10. Never Run

Line Up:
Tim Aymar – Vocals
Matt Johnsen – Guitars
Chris Kerns – Bass
Chris Black – Drums

DISCOGRAPHY:

2003 - After the Fire
2006 - The Longest Night
2008 - Be gone

SQUEALER-ROCKS Links:

Pharaoh - The Longest Night (CD-Review)
Pharaoh - Be Gone (CD-Review)

Alle Bandmitglieder von Pharaoh (Interview)
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