Squealer-Rocks.de CD-Review
Assailant - Nemesis Within

Genre: Metal
Review vom: 21.04.2006
Redakteur: Jack
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label:



Was haben die Bands Nocturnal Rites, Persuader (respektive Savage Circus) und Assailant gemeinsam? – Es handelt sich dabei um drei Metalbands. – Definitiv, aber mit solch einer unbedeutenden, auf Millionen andere Gruppen zutreffende These würde ich bestimmt kein Review einläuten. – Alle drei stammen aus Schweden, genauer gesagt die im Norden des Landes liegende Region Umeå. – Auch richtig, aber dieser Landstrich hat auch andere große Namen wie Refused oder Meshuggah hervorgebracht. – Dann bleibt nur noch der Blick auf’s Line-Up übrig. – Korrekt, denn bei den drei erwähnten Gruppierungen befindet sich jeweils ein Norberg an der Gitarre. Nach Nils (Nocturnal Rites) und Emil (Persuader, Savage Circus) schiebt sich nun der „Benjamin“ der Familie, Oscar, mit seiner Formation Assailant und dem Debüt NEMESIS WITHIN an, die große Metalwelt im Sturm zu erobern.

Die Chancen dazu stehen nicht schlecht. Assailant geben einen Scheißdreck auf die elendige, teils ätzende „Schubladisierung“ oder der „zum Genre Bekennung“ und verbinden ohne Rücksicht auf Verluste ihre weit verfächerten Interessengebiete miteinander. Auf NEMESIS WITHIN drückt sich diese „rebellierende“ Herangehensweise in zwölf Kompositionen aus, die vor Kraft und Frische nur so strotzen und die man nicht so läppisch einzelnen Bands zuordnen kann, sondern nur der einen: Assailant. Mit viel Wehmut bringt der Schreiber dieser Zeilen Bands wie Brainstorm, Megadeth, Metallica, Nevermore, auf Metal ausgerichtete Dream Theater oder die Härte der Anfang Neunziger Pantera ins Spiel, um den Sound des Fünfers wenigstens ein wenig abwägen zu können. Aber wie gesagt vom abwechslungsreichen Opener „Lies“ bis hin zum finalen, von Keyboardklängen getragenen „My Awakening“ gilt das Motto „copy kills music“.

Was allerdings als „festgemacht“ durchgeht, ist die Tatsache, dass bei Assailant, wenn man einige Melodielinien mal missachtet, einzig die starken Keyboardpassagen des Herrn Peder Sandström einen richtigen Bezug zum Heimatland der Band herstellen und so auch besonders herausstechen. Das restliche und wesentlich mehr auf Härte ausgerichtete Klangambiente tendiert dagegen eher gen Vereinigte Staaten und zelebriert eine Art US-Power Metal mit klaren Thrash und New Prog sowie leichten Death (die wiederum eher schwedischer Natur) Nuancen.

So aus dem Rahmen fallend und genreübergreifend wie das Gesamtbild der von Oscar Norberg angeführten Instrumentalgruppe, fällt auch die gesangliche Bemalung auf NEMESIS WITHIN aus. Dieses stimmliche Prunkstück hört auf den Namen Peder Sundqvist (merkt euch diesen Namen!) und „beherbergt“ ein breites, metallisch verwurzeltes Spektrum. Gelegentlich schimmert der junge James Hetfield oder Phil Anselmo im Schreien des Schweden durch, aber damit hat der Mann noch lange nicht seine ganzen Facetten zur Show gestellt. Das „Programm“ bietet darüber hinaus dezent gehaltenes melodisches Singen im Stile eines Ray Alders (Fates Warning), todes-metallische Growls oder leichte Rapansätze, die ein Jonathan Davis (Korn) nicht besser auf Platte bringen könnte.

Bei dieser Band ist eben alles ein bisschen anders und in gewisser Weise auch besser als bei einem Großteil der Marktkonkurrenten. Trotz der klar als Highlights deklarierten Stücke wie „Edge Of Forever“, „Downward Spiral“ und „Lies“ ist es den „Angreifern“ gelungen mit NEMESIS WITHIN ein kompaktes Werk abzuliefern, dass über keine Ausreißer in die durchschnittlichen Gefilde klagen muss. Kaum im Geschäft und schon so routiniert.

Fazit: „Heute gehört uns Schweden und morgen die ganze Welt!“ Ganz so schnell wird die metallische Machtübernahme von Assailant bestimmt nicht vonstatten gehen. Die fünf Schweden sind mit NEMESIS WITHIN jedoch auf dem besten Wege eine Brandmarke in den Gedächtnissen der gesamten Metalhörerschaft zu hinterlassen. Den Begriff „Metal“ konnte man schon lange nicht mehr so frech als elegante Symbiose aus Moderne und Klassik mit dem Plagiat „self-made“ definieren. Und, wann hat man als vielbeschäftigter Plattenrezensent schon mal das Vergnügen ein weltklasse produziertes, komplett eigenständiges Debüt einer hochmotivierten Band, die in der Lage ist neue Maßstäbe zu setzen, zu besprechen? Assailant gehört die Zukunft des Metal, sorgt dafür, dass dem so sein wird!

VÖ: 21. April 2006

Tracklist:
1. Lies
2. Burried Alive
3. Edge Of Forever
4. Downward Spiral
5. Until The End
6. Eternal
7. Mental State
8. Shattered
9. Tomorrow
10. Vanity Unfolds
11. My Awakening

Anspieltipps: Lies, Edge Of Forever, Downward Spiral, Vanity Unfolds

Band Line-Up:
Peder Sundqvist – Gesang
Oskar Norberg – Gitarre
Marcus Sundbom – Gitarre
Joakim Jonsson – Bass
Patrik Larsson – Schlagzeug
Peder Sandström – Keyboards, Synthesizer

DISCOGRAPHY:

2006 – Nemesis Within
2008 - Wicked Dream

SQUEALER-ROCKS Links:

Assailant - Nemesis Within (CD-Review)
Assailant - Wicked Dream (CD-Review)

Peder Sundqvist von Assailant (Interview)
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