Squealer-Rocks.de CD-Review
Twilight Guardians - Sintrade

Genre: (Progressive) Power Metal
Review vom: 03.03.2006
Redakteur: Jack
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label:



Noch im Jahre 2004, also dem Veröffentlichungsjahr der letzten Twilight Guardians Scheibe WASTELAND, habe ich mir fest vorgenommen mich im Falle einer neuen CD der Finnen für die zum Teil scharfe Kritik in meinem damaligen Review zu entschuldigen. Denn von Durchlauf zu Durchlauf und von Zeit zu Zeit fand ich großen Gefallen an den symphonischen Melodic/Power Metal Konstruktionen des Fünfers. Ich hoffe, die Band nimmt’s mir nicht übel und so schließen wir die Akte WASTELAND und gehen zur Tagesordnung über, die da lautet: SINTRADE, Album Nummer drei aus dem Hause Twilight Guardians.

Es gibt nämlich großartige Neuerungen zu vermelden: Ging man auf dem Vorgänger – im positiven Sinne – noch vorrauschauend und relativ geradlinig zu Werke, so besticht man anno 2006 mit abwechslungsreich, interessant und ab und an anspruchsvoll gestalteten Klangbildern, an denen neben dem homogenen Auftreten der Bandmitglieder die druckvolle und modern gehaltene Produktion des Herrn Mikko Karmila (Nightwish, Therion, etc.) ihren Teil dazu beiträgt. Gründe genug, um vor das Power Metal noch ein kleines Progressive zu setzen, wenn auch vorerst (noch) in Klammern. Denn was die Art und Weise des Genrezelebrierens betrifft, setzen sich die werten „Hüter der Dämmerung“ von den – weiß ich wie vielen – gewöhnlichen Gruppierungen dieser Metalsparte deutlich ab.

Ob die von Track Nummer eins bis hin zu Track Nummer zehn durchweg überzeugenden Gesangseinlagen von Vesa Virtanen, der sich mit extremen Höhenflügen erneut zurückhält, an Nightwish erinnernde Versatzstücke („Room Of Shadow And Light“), leichte Kamelot Verweise („My Spoiled Reign“), für Begeisterung sorgende und alles einnehmende Riffs und Soli von Carl-Johan Gustafsson („Inside“) oder das öfters mal dominant erscheinende Keyboardspiel des Kollegen Pailamo („Still“), auf SINTRADE passt einfach alles zusammen, was zusammen passen soll. Am Ende siegt jedoch das berauschende Gesamtbild aller zehn Kompositionen, die zusammen ein relativ einheitliches Gemälde bilden, welches den prägnanten Sound der Fümf-Mann-Vereinigung festigt, bei dem kein Mitglied eine Sonderstellung genießt.

Nachdem auf WASTELAND der Priest-Klassiker „Rocka Rolla“ in ein superb erklingendes skandinavisches Melodic/Power Metal Stück verwandelt wurde, muss auf SINTRADE der Madonna Schlager „La Isla Bonita“, der mir sogar im Original zusagt, „dran glauben“. Das Tolle an den Twilight Guardians Coverversionen? Die Band übernimmt die Songs nicht eins zu eins, sondern verpasst dem Ganzen eine kleine, aber feine Eigennote ohne allerdings den Spirit des Originals verschwinden zu lassen. „La Isla Bonita“ von Twilight Guardians muss man mal gehört haben.

Fazit: Twilight Guardians erweitern anno 2006 ihren musikalischen Horizont um viele interessante Facetten, mit denen sie ihr stärkstes Album ihrer noch jungen Bandgeschichte vorlegen. SINTRADE besticht durch die grandiose Vollendung des auf TALES OF THE BRAVE (2000) und WASTELAND (2004) begonnen Werdegangs der eigenen musikalischen Brandmarke. Freunde des gehobenen skandinavischen Melodic/Power Metals sollten diese Scheibe dringlichst antesten. Ihr werdet sie lieben...

VÖ: 3. März 2006

Tracklist:
1. Through The Stars
2. Wanderer
3. Skin To Skin
4. Still
5. My Spoiled Reign
6. Never Alone
7. Room Of Shadow And Light
8. Flawless
9. La Isla Bonita
10. Inside

Anspieltipps: Through The Stars, Skin To Skin, My Spoiled Reign, La Isla Bonita, Inside

Band Line-Up:
Vesa Virtanen – Gesang
Carl-Johan Gustafsson – Gitarre
Mikko Tang – Bass
Henri Suominen – Schlagzeug
Jari Pailamo – Keyboards

DISCOGRAPHY:

2000 – Tales Of The Brave
2004 – Wasteland
2006 – Sintrade
2007 - Ghost Reborn

SQUEALER-ROCKS Links:

Twilight Guardians - Sintrade (CD-Review)
Twilight Guardians - Wasteland (CD-Review)
Twilight Guardians - Ghost Reborn (CD-Review)

Carl-Johan Gustafsson von Twilight Guardians (Interview)
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