Squealer-Rocks.de CD-Review
Linkin Park - Hybrid Theory

Genre: New Metal
Review vom: 01.01.2004
Redakteur: Jack
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label:



Gehen wir mal zurück ins Jahr 2001. Keine Sau kennt diese 6-köpfige Band, die auf den Namen Linkin Park hört. Doch plötzlich sind die sechs, durch ihr angebliches Hammerdebüt HYBRID THEORY, in aller Munde (bei MTV und Co.). Mal überprüfen ob es sich bei diesem Album nur um einen weiteren Kommerz-Hype oder doch um eine richtig gute New Metal Platte handelt.

Das Negative zuerst: Für die echte Rocker-Seele befinden sich eigentlich zwei Leute zuviel in dieser Formation aus Amerika. Das wäre zum einen der Rapper (Mike Shinoda) und zum anderen der DJ (Joe Hahn).
Während die Rap-Einlagen des erst genannten auf HYBRID THEORY glücklicherweise nicht so oft in den Vordergrund treten, stören den Hörer vor allem die vielen, teils übertriebenen Elektro-Beats, Scratch-Einlagen und was es da noch so alles gibt. Diese Elektronisierung kann mit andauernder Spielzeit sehr auf die Nerven gehen.
Zur Elektro-(Rap)Rock Kategorie zählen die ganz ordentlichen Songs „Paper Cut“, „With You“ und „A Place For My Head“, sowie der Totalausfall „Cure For The Itch“, der so passend für ein Album ist, wie eine Grippe im Sommer.

Aber wir wollen HYBRID THEORY wegen diesen Innovationsversuchen nicht gleich in die Mülltonne werfen, denn rocken können die Jungs ja nicht schlecht, was in erster Linie das harte, schnelle „One Step Closer“ (erste Single zu dem Film „Das Experiment“) beweist.
Ein weiteres Merkmal einiger HYBRID THEORY Songs ist die langsame und spannungsaufbauende Art des Song-Einstiegs, die sich dann im Refrain durch E-Gitarrengewittern und einem mächtig schreienden Chester Bennington entlädt (Beispiele hierfür wären „Crawlin‘„, „Runaway“, oder „Pushing Me Away“).

In den Songs „By Myself“ und „Forgotten“ streiten sich Gitarren und Drums mit schnellen, kurzen Gesangswechseln von Chester und Mike Shinoda, was sich in den markanten und prägnanten Breaks widerspiegelt.
Linkin Park beweisen auf ihrem Debüt mehrfach wie man Elektro, Metal und Rap perfekt in einem Song unterbringt. Eines meiner Lieblingslieder des Albums, „Points Of Authority“, zeigt, dass es nicht immer nur klarer Gesang, zwei Gitarren, ein Bass und Schlagzeug sein müssen, um einen Song interessant klingen zu lassen. Gerade das Einsetzten von Synthesizer bzw. Keyboards im Hintergrund äußert sich positiv im Klang vieler Songs.

„In The End“ schlussendlich könnte man unter Umständen auch als die erste Ballade des New Metals bezeichnen und zeigt die großen Stärken der Band, die ich bereits erwähnte. Keyboards sorgen für eine ruhige, erhebende Stimmung und Mike Shinoda beweist in den Strophen, dass es auch möglich ist melodisch zu rappen. Im Refrain überstimmt die Gitarre von Brad die Keyboards und Chester Bennington setzt mit seinem schreienden Organ ein, das er trotzdem zu einem ruhigen Gesangsteil zu zügeln vermag.

Fazit: Man kann ja von Linkin Park halten was man will, aber sicher kann man ihnen nicht vorwerfen, dass sie nicht wissen, wie man gute Lieder schreibt. Klar, nicht alle (elektronischen) Ideen gefallen auf Anhieb, aber wenn sie die Axt rausholen, was sie des Öfteren zelebrieren, freundet man sich mehr und mehr mit HYBRID THEORY an.
Songs wie „One Step Closer“, „In The End“, oder „Points Of Authority“ werde ich mir auf jeden Fall in fünf Jahren noch anhören. Wie bei allen Bands dieses Genres ist es halt Geschmacksache, ob man die Rap- und Elektro-Elemente mag oder verabscheut.


Tracklist:
1. Paper Cut
2. One Step Closer
3. With You
4. Points Of Authority
5. Crawlin'
6. Runaway
7. By Myself
8. In The End
9. A Place For My Head
10. Forgotten
11. Cure For The Itch
12. Pushing Me Away
13. High Voltage – „Special Edition“ Bonus Track
14. My December – „Special Edition“ Bonus Track

Anspieltipps: One Step Closer, With You, Points Of Authority, In The End, Pushing Me Away

Band Line-Up:
Chester Bennington – Gesang
Mike Shinoda – Gesang, Samples, Keyboards, Gitarre
Brad – Gitarre
Phoenix – Bass
Rob – Schlagzeug
Joe Hahn – DJ

DISCOGRAPHY:

1997 - Xero (Demo Tape)
2000 - Hybrid Theory
2002 - Reanimation (Remix-Album)
2003 - Meteora
2003 - Live in Texas
2004 - Collision Course (mit Jay-Z)
2007 - Minutes To Midnight

SQUEALER-ROCKS Links:

Linkin Park - Hybrid Theory (CD-Review)
Linkin Park - Meteora (CD-Review)
Linkin Park - Minutes To Midnight (CD-Review)

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