Squealer-Rocks.de CD-Review
Kiuas - Reformation

Genre: Power Metal
Review vom: 23.06.2006
Redakteur: Jack
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label:



Bei Genreliebhabern und der Fachpresse ist er unverzichtbar, der keyboardlastige Power Metal aus Finnland, der Acts wie Dreamtale oder Thunderstone hervorgebracht hat. Die ganz große, weltweite, Aufmerksamkeit blieb ihm im Gegensatz zu manch anderer „Made in Finland“ Spielart oder dem Power Metal aus Schweden bisweilen verwehrt. Daher ist die Suche nach einem Zugpferd, das den finnischen Power Metal in Schwindel erregende Erfolgshöhen katapultieren soll, noch nicht beendet. Vielleicht mit Kiuas und ihrem neuen Album REFORMATION?

Gut möglich, das Potenzial dazu haben Kiuas nämlich allemal. Dabei verfolgt der, in den legendären Sonic Pump und Finnvox Studios eingespielte, Nachfolger des 2005er Debüts THE SPIRIT OF UKKO eine relativ simple, aber für Hörgenuss sorgende Marschroute, die nie das Ziel, also die kompositorische Übersichtlichkeit, aus den Augen verliert. Vor Kraft strotzender Metal wird mit einigen amerikanischen Thrashversätzen, hauptsächlich von Schlagzeuger Markku Näreneva ausgehend, angereichert – das Fundament steht. Doch die Finnen wären keine Finnen, wenn über dieser Power keine erfrischenden, einprägsamen, von Keyboards getragenen Melodien à la Stratovarius, Helloween, Edguy und Konsorten herrschen würden – wohl wissend, dass die genannten Kapellen sich nicht aus dem Sound von Kiuas herauslesen lassen. Wenn dazu noch ein Sänger wie Ilja Jalkanen, welcher mich persönlich in den klaren Gesangsphasen an Pasi Rantanen von Thunderstone erinnert, seine variantenreichen Töne (von singend bis grunzend) obendrauf „spuckt“, ist sowieso alles im grünen Bereich.

Schlechte Songs können bei solch einer Formation definitiv nicht geschrieben werden; einzig Höhepunkte wie das forsche, mitreißende „Race With The Falcons“, das vertrackte „Through The Ice Age“, die hymnische Übernahme der Gehörgänge „The New Chapter“, das „beängstigende“ „Of Ancient Wounds“ und sein mehrstimmig vorgetragener Refrain, die Bridge „Child Of Cimmeria“, das sich anschließende, mit Göteborg-Death-Elementen versehene „Black Winged Goddess“, das klassisch arrangierte „Heart Of The Serpent“, das epische „Bleeding Strings“, welches auch aus der Feder von Tobias Sammet stammen könnte, das kurzweilige „Call Of The Horns“ oder der facettenreiche und musikalisch alles umfassende Titeltrack finden bei Kiuas den Weg auf einen Tonträger.

Fazit: Gewöhnlichen Power Metal spielen Kiuas nur bedingt, denn streckenweise sucht die Truppe deutlich erkennbar das Heil in der Flucht nach Vorne, sprich: Den härteren Gefilden. Eine Machart, die Erfolg haben kann. Denn sowohl Power als auch Extreme Metaller könnten an REFORMATION Gefallen finden, Erstere sowieso… und diese beiden Gruppierungen zu vereinen, das gelingt den allerwenigsten Bands. Ihr habt nach einem finnischen Power Metal Zugpferd gesucht, in Kiuas habe ich eines gefunden.

VÖ: 23. Juni 2006

Tracklist:
1. Race With The Falcons
2. Through The Ice Age
3. The New Chapter
4. Of Ancient Wounds
5. Child Of Cimmeria
6. Black Winged Goddess
7. Heart Of The Serpent
8. Bleeding Strings
9. Call Of The Horns
10. Reformation (Wrath Of The Old Gods)

Anspieltipps: Race With The Falcons, The New Chapter, Of Ancient Wounds, Bleeding Strings, Reformation (Wrath Of The Old Gods)

Band Line-Up:
Ilja Jalkanen – Gesang
Mikko ‘Ilmarinen’ Salovaara – Gitarre
Teemu Tuominen – Bass
Markku Näreneva – Schlagzeug
Atte Tanskanen – Keyboards

DISCOGRAPHY:

2005 - The Spirit Of Ukko
2006 - Reformation
2008 - The New Dark Age
2010 - Lustdriven


SQUEALER-ROCKS Links:

Kiuas - Reformation (CD-Review)
Kiuas - The New Dark Age (CD-Review)
Kiuas - Lustdriven (CD-Review)

Teemu Tuominen von Kiuas (Interview)
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