Squealer-Rocks.de CD-Review
Slough Feg - Ape Uprising

Genre: Heavy Metal
Review vom: 07.05.2009
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: 08.05.2009
Label: Cruz Del Sur Music



Ist es tatsächlich schon zwei Jahre her, dass ich unter Tränen der Rührung in den Augen die Rezension eines Albums geschrieben habe, das sich noch mindestens einmal pro Woche in meinem CD-Player wieder findet? Es kommt mir vor, als wäre es erst gestern gewesen, dass ich „Hardworlder“ zum ersten Mal in den Schacht bugsierte und danach wie gebannt der Musik von SLOUGH FEG lauschte. Nun hat Mike Scalzi mit seiner Fangemeinde also ein Einsehen und schickt neues Kraftfutter über den großen Teich in europäische Gefilde um sich huldigen zu lassen.

Was soll man sagen? Der gute Mike tut dies mit Recht!


Die Musik, die er schreibt, ist schlicht und ergreifend einzigartig. Basierend auf dem traditionellen Sound der NWOBHM kreieren SLOUGH FEG völlig autarke Musik, die sich, wenn überhaupt, bedingt durch die zweistimmigen Gitarrenläufe mit den frühen IRON MAIDEN vergleichen lassen. Wobei „vergleichen“ das falsche Wort ist. Nur, weil in den Kompositionen der Band zweistimmige Gitarrenparts vorkommen, klingen die Kleinode der Amerikaner noch lange nicht nach Steve Harris und seinen eisernen Kumpels. Der Clou bei SLOUGH FEG ist einfach, dass die Band ein Händchen für Musik hat, die abwechslungsreich aber nicht vertrackt oder sperrig ist. Sie haben ein Händchen für eingängige Melodien, die sich sofort im Gehör festsetzen ohne dabei überladen oder gar fehl am Platz zu wirken. Sie arrangieren die Songs auf die Art und Weise wie sie es schon immer gemacht haben und fahren sehr gut damit. Warum auch sollte man ein funktionierendes Konzept ändern?


Es sind bei weitem aber nicht nur die bereits bekannten und funktionierenden Komponenten, die SLOUGH FEG einzigartig machen. Waren es auf dem Vorgänger „Hardworlder“ stellvertretend Stücke wie „Tiger! Tiger!“ oder „The Sea Wolf“, die diese spezielle und für SLOUGH FEG völlig typische dezente Melancholie transportierten. Bei dem neuen Werk „Ape Uprising“ sind Mike Scalzi und seine Truppe diesen Weg weiter gegangen, allerdings haben sie die Atmosphäre bei allen Songs ein wenig düsterer gestaltet. Das ist vielleicht ein wenig ungewohnt, tut der gehobenen Klasse der Songs allerdings auch keinen Abbruch. Die typischen Trademarks der Band sind nach wie vor existent, haben auf der neuen Scheibe lediglich ein etwas ernsthafteres Gesicht bekommen. Dieses bestimmte Fokussieren auf eine etwas melancholischere Ausrichtung bedient im Songwriting vor allem Stücke wie den Opener „The Hunchback Of Notre Doom“ optimal. Der Song hat eine schöne doomige Note und erinnert an eine Mischung aus TWISTED SISTERs „Destroyer“ und dem Anfang von deren „Burn In Hell“, was auch am Gesang von Mike liegt, da er Dee Snider bei dem Track nicht unähnlich klingt. Ein wunderbarer Einstieg in die Platte, der zwar nicht direkt alle Facetten von „Ape Uprising“ offen legt, aber dennoch die grobe Richtung, in die die Scheibe geht, vorgibt. Wenn auch nicht immer derart doomig.


Es gibt auf „Ape Uprising“ aber noch viel mehr zu entdecken. Allerdings – es wäre müßig alle wichtigen Details aufzuzählen – nur zweierlei sei noch gesagt: Ein weiterer wichtiger Bestandteil des SLOUGH FEG Sounds sind die Arrangements, die nicht selten, ähnlich einem guten Roman, in verschiedenen Stufen statt finden. Das beste Beispiel hierfür ist sicherlich der Titeltrack „Ape Uprising“. Vereint er doch in den knapp zehn Minuten, die er lang ist, alle Trademarks und die Art und Weise wie Mike Scalzi die Songs seit fast zwanzig Jahren schreibt und bringt sie auf einen Nenner. Mit dem Titeltrack des neuen Albums hat sich die Band quasi ihr eigenes „Rime Of The Ancient Mariner“ geschaffen, ohne abzukupfern. SLOUGH FEG ist hier ein grandioses Stück gelungen, das von einem recht verhaltenen Anfang über fesselnde melodische Parts bis hin zu einer gewissen kontrollierten Urwüchsigkeit alle Stärken beinhaltet, die ein absolutes Albumhighlight ausmachen.


Der Titeltrack sei hier nur als Beispiel angeführt. Es gibt auf „Ape Uprising“, ebenso wie beim Vorgänger, keinen Ausfall zu verzeichnen. SLOUGH FEG haben ihre ganz eigene Nische im großen Metal-Zirkus seit langem besetzt und liefern ebenso lange hochwertige Arbeit ab. Wer auf klischeefreien und trotzdem mit erstklassigen Melodien ausgestatteten Heavy Metal steht, hat keine Wahl. Reinhören. Kaufen! Allen anderen sei gesagt:


Sie sind eine kauzige Band.
Sie sind ehrlich.
Sie sind mit Spaß bei der Sache.
Sie leben Heavy Metal.
Sie sind einmalig.
Sie sind SLOUGH FEG.
Sie haben Eure Unterstützung verdient!




Tracklist:
1. The Hunchback Of Notre Doom
2. Overborne
3. Ape Uprising
4. Simian Manifesto
5. Shakedown At The Six
6. White Cousin
7. Ape Outro
8. Nasty Hero


Line-Up:
Mike Scalzi – Vocals, Guitar
Angelo Tringali – Guitars
Adrian Maestas – Bass
Harry Cantwell - Drums

DISCOGRAPHY:

1996 – The Lord Weird Slough Feg
1999 – Twilight Of The Idols
2000 – Down Among The Deadman
2002 – Traveller
2005 – Atavism
2007 - Hardworlder
2009 - Ape Uprising


SQUEALER-ROCKS Links:

Slough Feg - Atavism (CD-Review)
Slough Feg - Hardworlder (CD-Review)
Slough Feg - Ape Uprising (CD-Review)

Mike Scalzi von Slough Feg (Interview)
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