Squealer-Rocks.de CD-Review
Halford - Live At Rock In Rio III (DVD + CD)

Genre: Heavy Metal
Review vom: 25.11.2008
Redakteur: maddin
Veröffentlichung: Bereits veröffentlicht
Label: Metal God Entertainment



Das Rob Halfords erstes Solo Album unter eigenem Namen in der Szene anno 2000 eingeschlagen hat wie eine Bombe, lag nicht alleine an der unbestreitbaren Klasse dieses fetten Metallklumpens. Ausgerechnet ER, der JUDAS, der nur wenige Jahre zuvor dem Heavy Metal doch für immer abgeschworen hatte, hievte ein Album in die Läden, das nur so vor Metal Trademarks strotzte und stilistisch locker als eine Kreuzung aus „Painkiller“ und „Screaming For Vengeance“ durchging.
Obendrein erschien das kleine Wunderwerk zu einer Zeit, als seine Ex - Band sich gerade anschickte, mit „Demolition“ erneut eine akustische Katastrophe auf die Welt los zu lassen und auf dem besten Weg war, sich selbst zu demontieren.
Halford machte wieder Metal und Judas Priest wollten Sepultura sein???
Scheinbar verkehrte Welt damals, in Wirklichkeit aber wohl nichts anderes als der Höhepunkt einer Posse, in der sich jede der beiden Seiten für keine Peinlichkeit zu schade war, die dann aber gottlob mit der Reunion ihr Ende fand und heute haben sich ja auch alle wieder lieb.

Logischerweise musste „Resurrection“ seinerzeit auch live promotet werden. Hierzulande zog der Metal Gott im Vorprogramm von Iron Maiden im Rahmen ihrer „Brave New World“ Tour durch die ausverkauften Hallen und bescherte uns quasi ein Double Headliner Konzert. Auch wenn man vergebens auf das Duett mit Bruce Dickinson gehofft hatte, welches die beiden auf dem Album noch so mächtig bei „The One You Love To Hate“ intonierten.
Die nun veröffentlichte DVD präsentiert Herrn Halford jedoch vor der wohl größten Kulisse seiner Karriere: nicht weniger als 200.000 Metal - verrückte Brasilianer machten den Gig bei „Rock In Rio III“ wirklich zu einem Erlebnis, dessen visuelle Umsetzung für's Heimkino eigentlich längst überfällig war.

Der Gigantismus schlägt sich auch auf die DVD nieder: 13 (!) Kameras waren am Start und zeigen Rob und seine grandiose Band aus allen möglichen und unmöglichen Perspektiven. Erstaunlicherweise ist die Schnittfolge dennoch in absolut erträglichem Tempo gehalten. Von daher ein „Bravo“ für die Bildregie. Für die Bildqualität dagegen gibt es nur ein halbes „Bravo“, hier fehlt es teilweise ein wenig an Schärfe, was wohl auch an der sehr aggressiven Beleuchtung auf der Bühne liegt.
Der Sound ist völlig in Ordnung, als kleines Special gibt es neben dem üblichen 5.1. Surround und dem 2.0 Stereo noch die „Stereo On Stage“ Funktion.

Über das Stageacting von Rob Halford könnte man streiten – könnte man...
Tatsache ist, dass der Meister bei den ersten 5 Songs (4 von „Resurrection“, dazu die Fight Abrissbirne „Into the Pit“) wie angewurzelt an seinem Platz klebt und sich nur aufs Singen konzentriert. Ich sehe hier aber kein Problem, denn der Zweck heiligt die Mittel: schliesslich brüllt sich der Brite absolut fehlerfrei durch alle schwierigen Passagen.
Bewegung auf der riesigen Bühne gibt es indes genug. Vor allem die beiden Gitarristen Pat Lachman und Mike Chlaschiak sind Maniacs im wahrsten Sinne des Wortes.
Beim Priest Oldie „Stained Class“ erwacht unsere Gottheit dann aus der scheinbaren Lethargie, dennoch bleibt seine Performance wie gewohnt betont spartanisch.
Ein Musterbeispiel dafür, wie sehr man diese Art von „Imperator“ - Theatralik zur Perfektion steigern kann und damit 200.000 Leute zur Ekstase bringt. Man muss halt nur über das entsprechende Charisma verfügen!
Zur Spitze treibt es Halford, der übrigens keine einzige Ansage macht und sich stattdessen auf erhabenes Nicken in Richtung Menge beschränkt, als er bei „Breaking the Law“ die Menge den kompletten (!) Song, incl. Gitarrenharmonie singen lässt.
Leute, das ist kein Metal mehr – das ist schon Religion!

Das Pater Rob ein durchaus sympathischer und sehr besonnener Zeitgenosse ist, wird dann im Doku Part deutlich. Dennoch ist dieser Teil fast schon verzichtbar, da er nicht wie angekündigt die World Tour skizziert, sondern eher eine Zusammenstellung diverser Interview Schnipsel ist und außer ein paar Studio Takes wenig interessantes zu bieten hat.

Aber da wäre ja noch die „kleine Zugabe“, die der DVD beiliegt:
Das komplette „Resurrection“ Album wurde remastert und mit zwei neuen Songs aufgefrischt, die etwas moderner und brachialer als der Rest klingen, aber dennoch wunderbar ins Bild passen und absolute Nackenbrecher sind. Allerdings zähle ich vier zusätzliche Titel, denn auch „Hell's Last Survivor“, sowie das geniale und mitreissende „Sad Wings“ sind auf meiner Original CD nicht drauf.
Ziemlich viel Stoff also, wie ich finde. Selten genug auch, dass einer DVD ein derart fettes Booklet beigefügt ist, wie es hier der Fall ist. Alle Texte sind enthalten, viele coole Fotos zu sehen und Rob himself erzählt etwas über die Entstehung des Albums.
Für gute 20 Euro dürften hier selbst Geizhälse nichts zu meckern haben.

Zum Schluss natürlich wieder unser allseits beliebtes Ratespiel:
Wie buchstabiert man Metal Gott?
R-O-B H-A-L-F-O-R-D

Tracklist:

DVD:
1.Resurrection
2.Made In Hell
3.Locked And Loaded
4.Into The Pit
5.Nailed To The Gun
6.Stained Class
7.Jawbreaker
8.Silent Screams
9.Cyber World
10.Nightfall
11.The Hellion
12.Electric Eye
13.Metal Gods
14.Breaking The Law

World Tour Dokumentation
Made in Hell (Video)
Trailer Show

CD:
Resurrection [Remastered]
1. Resurrection
2. Made In Hell
3. Locked And Loaded
4. Night Fall
5. Silent Screams
6. The One You Love To Hate
7. Cyber World
8. Slow Down
9. Hell's Last Survivor
10. Temptation
11. God Bringer Of Death*
12. Fetish*
13. Sad Wings
14. Twist
15. Drive
16. Saviour
*) Bonus

Line Up:
Rob Halford - Vocals
Patrick Lachmann - Guitar
Mike Chlasciak - Guitar
Ray Riendeau - Bass
Bobby Jarzombek - Drums








DISCOGRAPHY:

2000 - Resurrection
2001 - Live Insurrection
2002 - Crucible
2007 - Metal God Essentials, Vol. 1
2008 - Resurrection World Tour Live At Rock In Rio III (DVD + CD)
2010 - Made of Metal

SQUEALER-ROCKS Links:

Halford - Metal God Essentials Vol. 1 (CD-Review)
Halford - Live At Rock In Rio III (DVD + CD) (CD-Review)
Halford - Halford IV - Made of Metal (CD-Review)

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