Squealer-Rocks.de CD-Review
Falconer - Grime Vs. Grandeur

Genre: Heavy Metal
Review vom: 01.01.2005
Redakteur: Jack
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label:



Falconer, eine Band, die man eigentlich nur mögen kann. Denn das, was Gitarrist Stefan Weinerhall und seine wechselnden Mitstreiter in den letzten knapp fünf Jahren an eingängigen Heavy Metal Stücken rausgehauen haben, ist erstaunlich und großartig zugleich. Ob man sich ein Falconer Lied zum ersten oder fünfzigsten mal anhört, der hohe Spaßfaktor an toller Musik ist derselbe - Und ich kann euch sagen: Auf der neuen Scheibe GRIME VS. GRANDEUR ist das kein Dolt anders.

Mit einer weiteren Hymne in der noch jungen Falconer Geschichte beginnt das gut 50-minütige Material dann auch prompt. „Emotional Skies“ heißt sie, die neue Hymne und vielleicht auch bestes Falconer Stück überhaupt. So formulierte es zumindest Hauptsongwriter Stefan Weinerhall im SQUEALER.net Interview. Sehr hart geführte Strophen, unterlegt mit entweder stampfender oder ballernder Schlagzeugarbeit, münden in einen mehrstimmigen Refrain, den man an Mitsing- oder Mitgröhl-Kompatibilität (je nach Bedarf) nur schwer übertreffen kann. Nach den erwähnten energiegeladenen Strophen stehen einzig und allein die Gesänge im Vordergrund, die so zu einer richtigen „Nordkurve“ Stimmung avancieren.

Solch einen Einstieg kann eine Band – egal wie gut sie ist (und bei Falconer ist das Wort „gut“ noch sehr untertrieben) – nicht mehr übertreffen. Aber Sänger Kristoffer Göbel, der sich zum ersten mal am Songwriting-Prozess beteiligte, und Co. versuchen ihr (Aller)Bestes; und dieses „Bestes“ schafft es, die Spannung zu halten und lässt somit nur sehr, sehr wenig Ernüchterung nach diesem sagenhaften Opener aufkommen. Für Ernüchterung verbreitet dieses Grupeto auch viel zu viel Freude und das ist auch gut so!

Der Umstand, dass Gitarrist Stefan Weinerhall inzwischen seinen Bandkollegen (im Falle von GRIME VS. GRANDEUR Frontmann Kristoffer Göbel) einige kompositorische Freiheiten gibt, verhilft dem Material zu einer noch größeren Abwechslung im Vergleich zu den drei Vorgängeralben und verhindert so das in Erscheinung treten des weiter oben angesprochenen Spannungsabbaus. Intensiv betrachtet bedeutet dies, dass sich auf GRIME VS. GRANDEUR nicht nur originelle Mixturen aus Mid-Tempo Heavy Metal und fixem Power „Purgatory Time“, „Power“, „The Return“ und „Child Of The Wild“) befinden, sondern auch getragene, fast schon epische Stücke („Humanity Overdose“ und „No Tears For Strangers“), sowie von mittelalterlichem Flair angehauchte Metalnummern („I Refuse“) und in Siebziger Hard Rock à la AC/DC und Konsorten getränktes Liedgut („The Assailant“ und „Jack The Knife“).

Ein großer Punkt für das Zustande kommen der großen Abwechslung auf GRIME VS. GRANDEUR ist auf jeden Fall die Gesangsleistung des Herrn Göbel, der seinen Vorgänger Matthias Blad (sang die ersten beiden Alben ein) nun endgültig vergessen macht. Bei Blad handelte es sich zwar um einen fulminanten Heavy Metal Sänger, doch seine Art des Singens war im Gegensatz zu der von Kristoffer Göbel zu eindimensional. Sprich: kaum Höhen und Tiefen, sondern immer souverän in einem Gesangsbereich bewegend. Sein Nachfolger beherrscht dagegen zwischen melodiösem singen (Beispiel: „Humanity Overdose“) und Hard Rock artigem „Gekreische“ (siehe „The Assailant“) so ziemlich jede Form.

Fazit: 2002 waren es ja bereits Falconer, die mit dem Song „Enter The Glade“ für offene Münder in der Heavy Metal Welt gesorgt haben. „Wie schaffte es diese Band nur solch einen Ohrwurm zu schreiben?“, fragten sich viele. Und nun drei Jahre später kommt mit „Emotional Skies“ der Ohrwurm Nachfolger, der noch mal eine Schippe drauf legte. Auf ein einziges geniales Lied stützen sich die Mannen aus dem Drei-Kronen-Land natürlich nicht und legen mit weiteren Krachern nach, was GRIME VS. GRANDEUR zu einem Hammerwerk seines Genres macht.


Tracklist:
1. Emotional Skies
2. Purgatory Time
3. I Refuse
4. Humanity Overdose
5. The Assailant
6. Power
7. No Tears For Strangers
8. The Return
9. Jack The Knife
10. Child Of The Wild
11. Wake Up (Bonus Track)

Anspieltipps: Emotional Skies, Humanity Overdose, The Assailant, No Tears For Strangers

Band Line-Up:
Kristoffer Göbel - Gesang
Stefan Weinerhall - Gitarre
Jimmy Hedlund - Gitarre
Magnus Linhardt - Bass
Karsten Larsson - Schlagzeug

DISCOGRAPHY:

2001 – Falconer
2002 – Chapters From A Vale Forlorn
2003 – Sceptre Of Deception
2005 – Grime Vs. Grandeur
2006 – Northwind
2008 - Among Beggars And Thieves

SQUEALER-ROCKS Links:

Falconer - Grime Vs. Grandeur (CD-Review)
Falconer - Northwind (CD-Review)
Falconer - Among Beggars And Thieves (CD-Review)

Stefan Weinerhall von Falconer (Interview)
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