Squealer-Rocks.de CD-Review
W.A.S.P. - Dominator

Genre: Heavy Metal
Review vom: 23.04.2007
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: 27.04.2007
Label: Demolition Records



Einem Metaller etwas über Blackie Lawless und seine Combo W.A.S.P. zu erzählen, bringt ungefähr soviel wie einen Biertrinker etwas über das Jahr 1516 lehren zu wollen. Eben, eigentlich gar nichts. Es sei nur soviel gesagt: Weder Herr Lawless und seine Band, noch das Bier haben anno 2007 etwas von ihrem Reiz verloren.

Wie viele andere Bands, haben W.A.S.P. das „Problem“ schon sehr lange im Geschäft zu sein und in dieser Zeit eine Menge gute Alben (u.a. „w.a.s.p.“, The headless children“, „The crimson idol“) gemacht zu haben, so dass jede Neuveröffentlichung der Band eigentlich von vornherein einen schweren Stand hat. Das ist jedoch dem jeweils aktuellen Album der Band gegenüber wenig gerecht. Slayer wollen ja auch nicht bei jeder neuen Scheibe mit „Reign in blood“ verglichen werden.

Gleich mit dem Opener „Mercy“ treten W.A.S.P. den Beweis an, dass sie nichts verlernt haben. Die sägenden Rhythmusgitarren bilden zusammen mit den straighten, treibenden Drums und sofort ins Ohr gehenden Licks, die perfekte Basis für Blackies einmalige Stimme. Die Riffs sind schön einfach gehalten, was „Mercy“ gut zu Gesicht steht. Klar, W.A.S.P. waren nie und werden wahrscheinlich auch nicht als Filigrantechniker in die Metal History eingehen, aber wenn Kollege Gesetzlos (mal) wieder gegen Gott und die Welt (speziell die amerikanische Regierung) wettert, dann ist die beste Grundlage dafür eben schnörkelloser Metal der Marke W.A.S.P. In die gleiche Kerbe schlagen auch die folgenden „Long, long way to go“ und „Take me up“.

Erst genannter Song ist ein Up-Tempo Rocker, der in der Live Situation hervorragend funktionieren dürfte und sich keineswegs hinter Klassikern wie etwa „Mean man“ zu verstecken braucht. „Turn me up“ zeigt W.A.S.P. dann von einer anderen Seite. Der Song beginnt balladesk um dann zu einem groovigen Stück Metal zu werden. Auffallend ist vor allem der Spannungsbogen mit dem hier gearbeitet wurde. Sicherlich ein Highlight der Platte!

Generell kann man sagen, dass die US-Boys alle ihre bisherigen Stärken auf „Dominator“ gebündelt und ein musikalisch anspruchvolles, vielschichtiges Album abgeliefert haben. Dabei stehen harte Metal Stücke wie „Teacher“ oder „The burning man“ neben (Semi-) Balladen vom Kaliber „Heaven´s hung in black“ (der Liedtitel geht übrigens auf einen Satz von Abraham Lincoln zurück, welchen er nach der Schlacht um Gettysburg geäussert hat, aufgrund der hohen Anzahl von Toten). Nun handelt der Song nicht von der Gettysburg Schlacht, vielmehr ist er aus der Sicht eines Soldaten in der heutigen Zeit geschrieben worden. Also textlich ebenso aktuell gehalten wie der Rest der Scheibe.

Auch „Heaven´s hung in black (reprise)“ kann überzeugen, da W.A.S.P. zwei Songs („Heaven´s blessed“ & „Teacher“) nach dem ersten Teil das Thema nochmals aufgreifen. Allerdings ohne verzerrte Gitarren und Schlagzeug, dafür aber mit jeder Menge Emotionen und einer guten Portion Tiefgang an den Song herangehen. Vergleichbar eventuell mit „Breathe“ (Still not black enough). „Deal with the devil“ ist abschließend auch ein für Blackie & Co. typisches Up-Tempo Rock ´n´ Roll Stück auf der Platte vertreten, das in der Tradition von „Rock and Roll to death“ oder „Dirty balls“.

Bis auf das recht mittelmäßige „Heaven´s blessed“ ist W.A.S.P. mit „Dominator“ also eine starke Scheibe gelungen, die sicherlich recht wenig mit den Frühwerken der Band zu tun hat, aber Scheiben wie „Still not black enough“ in nichts nachsteht. Bei der Produktion ist ebenfalls alles im grünen Bereich, die Platte ballert amtlich aus den Boxen und bietet den Songs den Rahmen den sie verdient haben. Man kann das Album nur wärmstens empfehlen, da bis auf die üblichen notorischen Nörgler, jeder W.A.S.P. Fan auf seine Kosten kommt.
Anspieltipps: Long, long way to go, Turn me up, The burning man, Heaven´s hung in black


VÖ:27.04.2007



Tracklist:
1. Mercy
2. Long, long way to go
3. Take me up
4. The burning man
5. Heaven´s hung in black
6. Heaven´s blessed
7. Teacher
8. Heaven´s hung in black (reprise)
9. Deal with the devil


Line up:
Blackie Lawless – Vocals, guitar
Chris Holmes – Guitar
Mike Duda – Bass
Stet Howland – Drums, percussion

DISCOGRAPHY:

1984 - W.A.S.P.
1985 - The Last Command
1986 - Inside The Electric Circus
1987 - Live...in the raw
1989 - The Headless Children
1992 - The Crimson Idol
1995 - Still Not Black Enough
1997 - K.F.D.
1999 - Helldorado
2001 - Unholy Terror
2002 - Dying For The World
2004 - The Neon God - Part 1: The Rise
2004 - The Neon God - Part 2: The Demise
2007 - Dominator


SQUEALER-ROCKS Links:

W.A.S.P. - Dominator (CD-Review)
W.A.S.P. - The Best Of The Best (CD-Review)

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