Squealer-Rocks.de CD-Review
W.A.S.P. - The Best Of The Best

Genre: Heavy Metal
Review vom: 21.09.2007
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: 24.09.2007
Label: Snapper



In den meisten Fällen werden “Best of” Zusammenstellungen ja lediglich veröffentlicht um, vor allem in der Weihnachtszeit, dem geneigten Fan noch ein paar mehr seiner sauer verdienten Kröten aus der Tasche zu ziehen. Eine andere, bei den Labels auch beliebte, Methode ist es, mit solchen Veröffentlichungen die Zeit zwischen zwei Veröffentlichungen zu überbrücken. Und dann gibt es noch die erfreulichen Ausnahmen bei solchen „Best of“ Angelegenheiten. Nämlich die, die einem wieder in Erinnerung rufen, wie viele geile Songs und Scheiben eine Combo wie etwa W.A.S.P. eigentlich veröffentlicht hat.

Man mag zu W.A.S.P. stehen, wie man möchte. Das Image und die Attitüde der Band in den frühen Jahren sind sicherlich nicht Jedermanns Sache. Soll(te) es ja auch nicht. Schließlich reden wir hier über Heavy Metal und über W.A.S.P.! Es lässt sich aber nicht wegdiskutieren, dass Blackie Lawless und seine Jungs seit Beginn der 80er einige Metal Klassiker abgeliefert haben. Man denke hierbei nur an das grandiose Debüt der Band. Die älteren Semester werden sich erinnern, wie sie sich bei Songs der Marke „I wanna be somebody“, „Hellion“ oder „Animal (fuck like a beast)“ die Birne aus der Fassung gemosht haben. Oder wahlweise, nach einer durchzechten Nacht, den letzten Drink erhebend und Blackie bei „Blind in Texas“ mit einem fetten Grinsen im Gesicht zuprostend, dem Versuch erlegen sind, sich an der Theke fest zu halten.

Blackie Lawless war das „Wild child“ der Szene; der vermeintliche Enkel von Alice Cooper. Er war der „Ballcrusher“ auf dem „Sex drive“ und ein „Restless gypsy“. Und er hat definitiv dem einen oder anderen Mädel geraten „Scream until you ike it“ (was er mit seinem Kumpel Vince Neil von Mötley Crüe gemein hatte). Songs wie „Mean man“ oder „L.O.V.E. machine“ wurden fassungslosen Eltern tausendfach von ihren pubertierenden und total auf Rebellion eingestellten Sprösslingen entgegen gebrüllt. W.A.S.P. eroberten die Herzen der Jugendlichen ebenso schnell, wie sie sich den Zorn der P.M.R.C. (Parents Music Resource Center) zuzogen. Einer Vereinigung, die sich zum Ziel gesetzt hat, alle Liedtexte, die Gewalt, Alkohol- und Drogenkonsum zum Inhalt haben, zu zensieren (nach wie vor). W.A.S.P. haben die zusätzliche PR natürlich gerne in Kauf genommen, sich musikalisch aber während dieser Zeit enorm weiterentwickelt.

Mit den Alben „The headless children“ und „The crimson idol“ zeigten W.A.S.P. auch allen Kritikern, dass sie nicht nur provozieren, sondern auch richtig starke (musikalische) Scheiben auf den Markt bringen konnten. Songs wie „The headless children“, „Forever free“ (eine geniale Ballade!), “The invisible boy” oder “The great misconception of me” zeigen W.A.S.P. gereift. Das heißt natürlich nicht, dass die Arschloch-Attitüde gänzlich verschunden ist. W.A.S.P. haben auch mit Songs wie „Chainsaw Charlie“ immer wieder Ausrufezeichen gesetzt. Diesen Weg hat die Band konsequent weiterverfolgt und auch in den letzten Jahren (trotz kleiner Irrungen) bei behalten. Vor allem auch mit der neuen Scheibe „Dominator“ (siehe hierzu auch das Review bei Squealer-Rocks.de) haben W.A.S.P. ihren Status nicht nur behauptet, sondern auch gefestigt.

Da es sich hier nun um eine „Best of“ handelt, vermisst man natürlich den einen oder anderen persönlichen Hit, aber generell ist dieser Doppeldecker (der zudem noch einige Bonustracks/ B-Seiten enthält) aber sehr zu empfehlen, da das Schaffen der Band (zumindest bis „Helldorado“) sehr gut abgedeckt ist. Die Scheibe kann (und sollte man) man definitiv auf jeder Party mal komplett bringen! Danach ist man eh „Blind in irgendwo…“



Tracklist:
CD1:
1. Animal (fuck like a beast)
2. I wanna be somebody
3. Show no mercy
4. L.O.V.E. machine
5. Hellion
6. Sleeping (in the fire)
7. Wild child
8. Ballcrusher
9. Blind in Texas
10. Sex drive
11. I don’t need no doctor
12. 9.5.-N.A.S.T.Y.
13. Restless gypsy
14. King of Sodom and Gomorrah
15. Scream until you like it
16. Harder, faster
17. Mean man
18. The real me


CD2:
1. The headless children
2. Forever free
3. Locomotive breath
4. Titanic overture
5. The invisible boy
6. Chainsaw Charlie
7. Hold on to my heart
8. The great misconception of me
9. When the levee breaks
10. Helldorado
11. Damnation angels
12. Dirty balls
13. Cocaine cowboys
14. Saturday night’s alright for fighting

DISCOGRAPHY:

1984 - W.A.S.P.
1985 - The Last Command
1986 - Inside The Electric Circus
1987 - Live...in the raw
1989 - The Headless Children
1992 - The Crimson Idol
1995 - Still Not Black Enough
1997 - K.F.D.
1999 - Helldorado
2001 - Unholy Terror
2002 - Dying For The World
2004 - The Neon God - Part 1: The Rise
2004 - The Neon God - Part 2: The Demise
2007 - Dominator


SQUEALER-ROCKS Links:

W.A.S.P. - Dominator (CD-Review)
W.A.S.P. - The Best Of The Best (CD-Review)

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