Squealer-Rocks.de CD-Review
Manowar - Gods Of War

Genre: True Metal
Review vom: 24.02.2007
Redakteur: Jack
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label:



Wie ich GODS OF WAR, das langersehnte, seit vier Jahren alle zwei Monate neuangekündigte neue Studioalbum der kriegerischen Phrasenmaschine Manowar, in den zittrigen Händen halte, weiß ich nicht, ob ich mich freuen oder in Zurückhaltung üben soll. Ließen die ersten, auf der im letzten November veröffentlichten EP, THE SONS OF ODIN, befindlichen, Kostproben auf etwas ganz Großes schließen, so legte die vor wenigen Wochen vorgestellte 08/15 Lachnummer „Die For Metal“, die mit ihren lapidaren „Kashmir“ Zitaten allerdings nur den Status des Bonus Tracks besitzt, jegliche Hoffnungen auf Eis, so dass man dieses propagandistische Konzeptwerk über Odin nun doch ganz behutsam in seinen CD-Player legt...

... um wenig später festzustellen, dass die plakativen „Warriors of True Metal“ tatsächlich für Überraschungen, die sich nicht im regelmäßigen Verschieben der Welttournee äußern, sorgen können. Tighte Schlachthymnen, die sich problemlos mit dem Schülerenglisch der fünften Klasse verfassen lassen, hat Tratschtante Joey DeMaio in gut 25 Jahren in Lack und Leder zu Genüge komponiert. Es ist sicher nicht so, dass für das Verständnis der 16 (!) Lieder von GODS OF WAR die anglistischen Sprachkenntnisse der Mittelstufe zur Rate gezogen werden müssten – dafür müsst ihr vielmehr dazu in der Lage sein Runen lesen zu können, da das komplette Booklet in diese umgemünzt wurde.

Das Kriegsvolk muss sich anno 2007 jedoch damit anfreunden, dass es nicht bereits vor der Veröffentlichung eines Albums ihrer Lieblingsband die Lieder mitsingen kann, sondern den einen oder anderen Durchlauf mehr benötigt, um überhaupt zu realisieren, was hier vonstatten geht. Für Manowar-Verhältnisse geht das fast schon in die Richtung der Progression. GODS OF WAR wird demnach nicht ausschließlich vordergründig vom monotonen Schlagzeugspiel des Scott Columbus, dem klassischen Heavy Metal Riffing von Karl Logan und Joey DeMaio und den konstant hohen und guten Gesängen des Eric Adams bestimmt und bekommt stattdessen eine weitere Komponente, die wir bislang nur vereinzelt von Songs wie „The Crown And The Ring (Lament Of The Kings)“ her kennen.

Mit viel Symphonie of Steel, Epik of Steel, Klassik of Steel, Orchestrierung of Steel und Aufgeplustertheit of Steel zugekleistert bauen die neuen Kreationen, die sich wie Tag und Nacht von den wuchtigen WARRIORS OF THE WORLD Smashern der Marke „Call To Arms“ unterscheiden, eine gewaltige und drückende Dominanz auf, dass man sich bei dem instrumental gehaltenen Einsteiger „Overture To The Hymn Of The Immortal Warriors“ (welch ein Titel!) und dem nächsten von erzählenden Gesängen umgebenen Intro „The Ascension“ so vorkommt, als wäre man gerade in ein kirchliches Orgelkonzert versetzt worden.

Dann rollt sie mit den bereits bekannten Highlights „Gods Of War“ und „Sons Of Odin“, sowie der schön auf die HammerFall’sche Tränendrüse drückenden Ballade „Blood Brothers“, die gar mit „Courage“ wetteifern kann, auch schon los die lange ausgetüftelte Huldigung an den Kriegsgott. Nur, wo sind die weiteren Höhepunkte? Vor lauter zusammenhängender Thematik scheint der gute Joey das Wichtigste vergessen zu haben, die bedeutsamen Songs, mit denen wir Krieger uns auch noch in zehn Jahren schmücken und identifizieren können.

Einzig das flotte „King Of Kings“, das vor einigen Jahren zum ersten Mal auf dem Earthshaker Fest zum Besten gegeben wurde, geht gerade noch als überdurchschnittliches Stück durch. Doch ansonsten regieren das Gelaber of Steel („The Blood Of Odin“, „Glory Majesty Unity“), unermüdlich orchestrale Überleitungen of Steel („Overture To Odin“) und die ungewohnte Langeweile of Steel mit unergründlichen, im Midtempo verhedderten und ohne Höhen und Tiefen daherkommenden Füllern wie die Odin-Palette, die von der Ouvertüre bis hin zu seinem Blut reicht, „Loki God Of Fire“ oder „Sleipnir“ (Karl, lass bitte deine Finger vom Songwriting!). Peter Maus, den Artwork Designer, wird es freuen. Denn so sucht jeder die Ablenkung im Betrachten des wie immer aufreizenden Covers, das vier muskelbepackte Krieger und fünf nackte, vollbusige Gespielinnen darstellt und so ein leisen „Hallo“ an die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften sendet.

Fazit: When other bands play, Manowar... Die Fans werden sich trotz alledem nicht vom Weg in die Plattenläden abbringen lassen, während allen anderen mit dem Verweis auf den berühmten Satz mit „x“ gesagt sei: Lasst die Finger davon und besorgt euch, wenn schon, die EP!
Puh... und das war jetzt erst der erste Teil der Manowar’schen Konzeptreihe. Na dann, Hail and Sleep...

VÖ: bereits erschienen

Tracklist:
1. Overture To The Hymn Of The Immortal Warriors
2. The Ascension
3. King Of Kings
4. Army Of The Dead, Part I
5. Sleipnir
6. Loki God Of Fire
7. Blood Brothers
8. Overture To Odin
9. The Blood Of Odin
10. Sons Of Odin
11. Glory Majesty Unity
12. Gods Of War
13. Army Of The Dead, Part II
14. Odin
15. Hymn Of The Immortal Warriors
16. Die For Metal

Anspieltipps: Blood Brothers, Sons Of Odin, Gods Of War

Band Line-Up:
Eric Adams – Gesang
Karl Logan – Gitarre, Keyboards
Joey DeMaio – Bass, Keyboards
Scott Columbus – Schlagzeug, Percussion

DISCOGRAPHY:

1982 – Battle Hymns
1983 – Into Glory Ride
1984 – Hail To England
1984 – Sign Of The Hammer
1987 – Fighting The World
1988 – Kings Of Metal
1992 – The Triumph Of Steel
1996 – Louder Than Hell
1999 – Hell On Wheels (Live)
2001 – Hell On Stage (Live)
2002 – Hell On Earth Part I
2002 – Fire And Blood
2002 – Warriors Of The World
2003 – Hell On Earth III (DVD)
2006 – The Sons Of Odin (EP)
2006 – The Day The Earth Shook - The Absolute Power (DVD)
2007 – Gods Of War
2007 - Gods Of War - Live

SQUEALER-ROCKS Links:

Manowar - Sons Of Odin (EP) (CD-Review)
Manowar - Louder Than Hell (CD-Review)
Manowar - Gods Of War (CD-Review)
Manowar - Gods Of War - Live (CD-Review)

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