Squealer-Rocks.de CD-Review
Cloven Hoof - Eye Of The Sun

Genre: Heavy Metal
Review vom: 24.06.2006
Redakteur: Bombenleger
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label:



Wer die 80er Jahre nicht selber oder nur aus der Kinderwagen- bzw. Laufstallperspektive miterlerbt hat, dem dürfte eine Band wie Cloven Hoof (ein englisches Synonym für den Gehörnten) gänzlich unbekannt sein. 1979 im Sog der legendären New Wave of British Heavy Metal gegründet, brachte die Band ab 1984 einige Alben heraus, als diese legendäre Metal-Bewegung schon längst am abklingen war. Zu spät, um noch in die Fußstapfen ihrer NWOBHM Kollegen wie Iron Maiden, Saxon oder Def Leppard zu treten, welche sich zu diesem Zeitpunkt schon längst etabliert hatten. 1989 kam das Aus und Cloven Hoof versanken nach ihrem Album A Sultan's Ransom entgültig in der Versenkung.

17 Jahre nach der Auflösung wagt die Band, die es nie über einen Insiderstatus herausgebracht hat, mit einer neuen CD einen Neuanfang. Ich werfe das Wort "Neuanfang" jetzt mal bewußt in den Raum, denn von einer Reunion kann eigentlich nicht die Rede sein, da von der alten Mannschaft nur noch Bassist Lee Payne übrig geblieben ist.
Der Sound auf Eye of the Storm ist sehr, sehr heavy - das macht schon der Opener "Inquisitor" unmißverständlich deutlich. Und auch der nächste Song "Eye of the Song" schlägt in eine ähnliche metallische Kerbe, der einen sofort zum Fußwippen veranlaßt. Von der Gitarrenarbeit her geht das Ganze fast schon irgendwie in die Richtung von Anthrax anno 1986. Aber ist das jetzt deswegen schon Thrash Metal? Nun, grob gesagt, sind Einflüsse auf dem Album schon irgendwie vorhanden, aber nicht dominant. "Cyberworld" würde ich eher unter der Rubrik "melodiöser US Metal" einsortieren, während "Eye of the Zombie" sich durch Andy Shortland's Gitarrenriffs ziemlich stark an Black Sabbath orientiert. Anders "Golgatha", mein persönlicher Fave, ein Wechselspiel zwischen ruhigen Passagen, einen in Midtempo gehaltenen sehr schönen Refrain und wuchtigen, sehr schnell gespielten Riffs. Das sind solche Sachen, die für mich ein interessantes Album ausmachen - sprich Abwechslung. So hat die Lange Weile keine Chance! So richtig ins Zeug legen sich Cloven Hoof nochmal bei "Angels in Hell", welches nach einem kurzen ruhigem Beginn kaum eine Verschnaufpause zuläßt und einen glanzvollen Abschluß für ein meiner Meinung nach doch gelungenes Album bietet.

Fazit
Ein gutes und ehrliches Heavy Metal Album. Es ist zwar alles irgendwie schon mal dagewesen - für die Metal Traditionisten unter euch sei jedoch dringendst empfohlen, bei der nächsten Gelegenheit zumindestens mal reinzuhören!


Trackliste
1. Inquisitor
2. Eye of the Sun
3. Cyberworld
4. Kiss of Evil
5. Eye of the Zombie
6. Absolute Power
7. Whore of Babylon
8. Golgatha
9. King for a Day
10. Angels in Hell

Line Up
Matt Moreton (v)
Andy Shortland (g)
Lee Payne (b)
Orlin Radinsky (d)

DISCOGRAPHY:

1984 - Cloven Hoof
1986 - Fighting Back
1988 - Dominator
1989 - A Sultan's Ransom
2006 - Eye of the Sun


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Cloven Hoof - Eye Of The Sun (CD-Review)

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