Squealer-Rocks.de CD-Review
Stream Of Passion - Embrace The Storm

Genre: Dark (Melodic) Metal
Review vom: 21.10.2005
Redakteur: Jack
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label:



Niederlande 3, Mexiko 2. Nein, das ist keine Prognose meinerseits für ein mögliches Spiel bei der Fußballweltmeisterschaft 2006. Bei dem Projekt Stream Of Passion, um die Allzweckwaffe Arjen Anthony Lucassen, stellt die oben genannte Anzahl an Niederländern und Mexikanern Fünfsechstel des Band Line-Ups. Für ein Gelingen dieser Völkerverständigung sorgte die digitale Datenübertragung, ohne die es diese Band und das inzwischen daraus resultierende Debüt EMBRACE THE STORM wohl nie, zumindest in der Form, gegeben hätte.

Wer bei den Merkmalen „Frauenstimme“ und „Klassik“ Nightwish ins Spiel bringen will, wird sich wundern, denn damit liegt er ziemlich daneben. Zum einen bewegt sich Sängerin Marcela Bovio auf einer nicht ganz so üblen Grundhöhe, weswegen ihre fehlerfreien und ansprechenden Darbietungen immer als „singend“ zu bezeichnen sind. Zum anderen liegen zwischen der musikalischen Ausrichtung im Vergleich von Stream Of Passion zu Nightwish mindestens die Alpen als Grenze.

Mit einer zum Herbst passenden Düsternis, Trägheit und Verträumtheit lässt sich das, von Lucassen auf CD gepresste, Machwerk EMBRACE THE STORM am besten beschreiben.
Neben einem fast immer präsenten, klangbestimmenden Klavier (bedient von Alejandro Millán), werden die zwölf Kompositionen, die zum Teil mit spanischen Textpassagen bestückt sind (z.B. „Nostalgia“), von ausschweifenden, balladesken und in der Klassik verwurzelten Elementen und einer düsteren, in Trauer ausartenden Brise Gothic geprägt. Songkonstruktionen, die einfach ab durch die Mitte gehen, wird man in den 53 Minuten nicht finden, vielmehr wird das von mir beschriebene Klangbild durch den Einsatz von Streicher, Geigen, Celli usw. weiter verstärkt.

Da werden schon eher die Vergleiche zur letzten Anathema Veröffentlichung, A NATURAL DISASTER, wenn man deren Elektrofirlefanz mal unter den Tisch fallen lässt, laut. Es scheint als gebe es keinen Ausweg aus der selbst errichteten Klemme. Doch tatsächlich schimmert ab und zu ein Fünkchen Hoffnung, die in einer Form von Melodic Metal in Erscheinung treten (siehe „Passion“, „Breathing Again“ oder „Out In The Real World“), durch.

Fazit: EMBRACE THE STORM, ein Album wie gemacht für kalte, einsame Wintertage. Fröhlichkeit kann man bei Edguy hören, Stream Of Passion liefern dem Hörer die pure Verzweiflung in zwölf Tracks verpackt. Einziger Wehmutstropfen: es fehlen Ausnahmesongs, an die man sich auch noch im nächsten Frühjahr erinnert.

VÖ: 21. Oktober 2005

Tracklist:
1. Spellbound
2. Passion
3. Deceiver
4. I'll Keep On Dreaming
5. Haunted
6. Wherever You Are
7. Open Your Eyes
8. Embrace The Storm
9. Breathing Again
10. Out In The Real World
11. Nostalgia
12. Calliopeia

Anspieltipps: Spellbound, Wherever You Are, Out In The Real World, Nostalgia

Band Line-Up:
Marcela Bovio – Gesang, Geige
Lori Linstruth – Gitarre
Arjen Anthony Lucassen – Gitarre
Johan van Stratum – Bass
Davy Mickers – Schlagzeug
Alejandro Millán – Klavier

DISCOGRAPHY:

2005 – Embrace The Storm
2006 – Live In The Real World (DVD oder 2CDs)

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Stream Of Passion - Embrace The Storm (CD-Review)

Stream Of Passion - Live In The Real World (DVD-Review)

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