Squealer-Rocks.de CD-Review
Vanden Plas - The Seraphic Clockwork

Genre: Progressive (Power) Metal
Review vom: 04.06.2010
Redakteur: maddin
Veröffentlichung: 04.06.2010
Label: Frontiers Records



In den vergangenen 4 Jahren seit Erscheinen ihrer Dumas Adaption „Christ – 0“ lagen die Prog - Metal Urgesteine Vanden Plas keineswegs auf der faulen Haut. Die Pfälzer schnupperten während dieser Zeit reichlich Theaterluft:
Sie führten ihre eigenen Rock – Opern auf („Abydos“, „Ludus Danielis“, „Christ - O“) auf und waren zudem in bekannten Musicals wie „Hair“ oder „Jesus Christ Superstar“ tätig.
Da möchte man der Band fast schon einen kreativen Überschuss attestieren, weil sie quasi nebenbei noch ein neues Konzeptalbum komponiert und eingespielt hat.
Natürlich klingt hier nichts nach „nebenbei“; man bekommt genau das, was man von Vanden Plas erwartet: Progressiven (Power) Metal, der Eingängigkeit und Virtuosität als ideales Team beinhaltet.

Qualitative Unterschiede zum Vorgänger sind zwar nicht auszumachen, dennoch gefällt mir der aktuelle Output ein klein wenig besser. Ich bilde mir ein, man hört der Platte die lange Zeit der Jungs auf den Musical Bühnen an. Irgendwie klingen die Songs ein klein wenig dramatischer, von mir aus auch „theatralischer“, und die Melodien sind etwas eingängiger und gleichzeitig nachhaltiger.

„Die Story des Konzeptalbums stammt aus der Feder von Andy Kuntz und erzählt von der Zeitreise des im 16. Jahrhundert in Rom lebenden Protagonisten, der aufgrund einer Vision vom Ende der Welt in die Mühlen einer alttestamentarischen Prophezeiung gerät. Er reist zurück ins Jerusalem des Jahres 33 n. Chr., wo er sich seiner gottgewollten Bestimmung stellen muss.“
So weit die Inhaltsangabe auf der Homepage der Band.
Mit der Story wird sich der geneigte Hörer jedoch frühestens nach dem 15. Durchlauf befassen können.
So lange dauert es nämlich mindestens, bis man diese geballte Masse an hochintelligenter Mucke halbwegs verdaut hat.

Doch Obacht, Freunde: Ich spreche hier nicht von Sperrigkeit, im Gegenteil. Selbst die knapp 13 - minütige Prog - Wumme „On my Way to Jerusalem“ läuft trotz dezenter Ausflüge in exotische Gefilde gut ins Ohr. Die Herren verstehen wirklich was von Dramaturgie und fesseln den Hörer über die gesamte Distanz.
Der Punkt ist einfach folgender: Es gibt unendlich viel zu entdecken und nach jedem Hören will man sofort die nächste Runde starten.
Ich tue mich wirklich schwer, einen Anspieltip zu nennen.
Das episch / ruhige 9 – minütige „Quicksilver“ erreicht locker Saga – Niveau und gehört sicherlich zu den ganz großen Momenten.
Das, streckenweise knüppelharte, „Rush of Silence“ mit seinem tollen Chorus aber auch, und „The Final Murder“ sowieso etc, etc......

Vanden Plas galten bisher als die beste deutsche Prog Metal Band, und diesen Titel haben sie mit „The Seraphic Clockwork“ locker und souverän verteidigt.
Die Produktion ist ebenfalls Güteklasse A und nicht nur Anhänger von intelligenten und melodischen Metal - Klängen, sondern auch Freunde von moderatem Prog der Marke Saga sind herzlich eingeladen, mit auf die Zeitreise zu gehen.
Der Trip lohnt sich wirklich!

Tracklist:
1. Frequency
2. Holes In The Sky
3. Scar Of An Angel
4. Sound Of Blood
5. The Final Murder
6. Quicksilver
7. Rush Of Silence
8. On My Way To Jerusalem
9. Eleyson (bonus track)

Line Up:
Andy Kuntz – Vocals
Andreas Lill – Drums
Stephan Lill – Guitar
Torsten Reichert – Bass
Günter Werno – Keyboards

DISCOGRAPHY:

1995 - Colour Temple
1996 - AcCult
1997 - The God thing
1999 - Far off Grace
2000 - Spirit of Live
2002 - Beyond Daylight
2006 - Christ 0
2010 - The Seraphic Clockwork

SQUEALER-ROCKS Links:

Vanden Plas - Christ 0 (CD-Review)
Vanden Plas - The Seraphic Clockwork (CD-Review)

Andy Kuntz von Vanden Plas (Interview)
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