Squealer-Rocks.de CD-Review
Devious - Vision

Genre: Death Metal
Review vom: 14.01.2010
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: Bereits erschienen
Label: Deity Down Records



Die Niederländer DEVIOUS sind in der Szene keine Unbekannten mehr, legen sie mit „Vision“ doch bereits ihr drittes Langeisen auf den Tisch. Dass die beiden Vorgänger sich meiner Kenntnis entziehen, kann durchaus an der Veröffentlichungsflut liegen, die nie abzuebben scheint. Ich will mich an dieser Stelle aber bestimmt nicht über die vielen Platten, die jeden Monat veröffentlicht werden monieren. Dafür sind da zu viele gute neue Gruppen dabei, die man so kennen lernen kann/darf. Eine davon sind DEVIOUS sicherlich auch, oder?

Zwar ist ihre Mischung aus Death- und Thrash-Metal nicht die neuste Erfindung in dem Genre, aber das kann man verkraften. Immerhin ist es nicht einfach etwas völlig Neues zu kreieren. Die Musik von DEVIOUS basiert auf Death-Metal der zwischen Mid-Tempo-Passagen und Blastbeats hin und her pendelt. Hinzu kommen diverse Ausflüge in den Thrash-Metal-Bereich, was den Sound im Allgemeinen schön auflockert. Auch das ein oder andere akustische Intermezzo wie in „Predefined“ steht der Band gut zu Gesicht, so dass bei oberflächlicher Bemusterung von „Vision“ zunächst einmal wenig Negatives auffällt. Gleiches trifft auch auf den instrumentalen Bereich der Scheibe zu. Die Musiker verstehen ihr Handwerk zweifelsfrei. Das spiegelt sich auch in den vielen Breaks und Riffs wider, die die Niederländer in einen Song stecken.


Die oben erwähnte musikalische Mischung ist also durchaus ansprechend und doch liegen hier Schwächen im Songwriting zu Grunde. Die Blastbeats beispielsweise sind lieblos in die Songs integriert und wirken so, als ob sie nur da sind, weil „man das so macht“. Da habe ich schon wesentlich bessere Nummern in dem Bereich gehört. Gleiches trifft auf die Integration von Keyboards in den Bandsound zu. Auch hier wirkt manches so, als schiele die Band mit derartigen Sounds auf ein paar Käufer aus dem Gothic-Genre. Wenn das so ist, wird es nicht funktionieren. Dafür ist die Musik von DEVIOUS dann doch viel zu hart und manchmal sitzen die Blastbeatausbrüche ja auch perfekt und man erfreut sich an der entstehenden Aggression, die DEVIOUS durchaus in der Lage sind zu erzeugen. Der Song „Abide“ (einer der besten von „Vision“) ist für das oben genannte ein gutes Beispiel. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Zerfahrenheit einiger Nummern. Viele der Songs auf „Vision“ wirken überladen und man hat hin und wieder das Gefühl, dass weniger manchmal doch mehr ist.


So ist es dann auch schwierig das „make-it-or-break-it“-Album von DEVIOUS zu bewerten. Die Band hat Potential. Das steht außer Frage. Was sie aber besser organisieren muss, ist das Songwriting. Es nützt nichts sein Instrument zu beherrschen und viele (gute) Riffs in einen Song einzubauen, wenn dadurch der rote Faden verloren geht. Und das Gefühl habe ich, wenn ich das dritte Album der Niederländer höre, recht häufig. Unter dem Strich bleibt die Erkenntnis, dass DEVIOUS ein durchschnittliches Album abgeliefert haben, dass zwar gute Ansätze offenbart, jedoch kein Volltreffer ist. Ob die Band mit „Vision“ Aufmerksamkeit erregen wird, bleibt also abzuwarten, denn gerade auch im Death-Metal-Bereich ist die Konkurrenz enorm groß. Time will tell…




Tracklist:
1. Heritage Of The Reckless
2. False Identity
3. Respiration Of Fear
4. Abide
5. Impulse Overload
6. Predefined
7. Validate
8. Disconnect


Line-Up:
Arnold Oude Middendorp – Vocals
Frank Schilperoort – Drums
Guido De Jongh – Guitars
Wouter Huitema – Guitars
Daniel Centiago - Bass

DISCOGRAPHY:

2002 - Devious
2003 - Acts of Rage
2007 - Domain
2009 - Vision


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