 Mob Rules - Radical Peace
Genre:
Melodic Power Metal Review vom: 14.11.2009 Redakteur: Eric Veröffentlichung: 13.11.2009 Label: AFM Records (Soulfood Music) Dementsprechend wird es niemanden ernsthaft verwundern, dass auch „Radical Peace“ geradezu ein Lehrstück für Power-Metal geworden ist, wenn er hymnisch sein soll, melodiös und abwechslungsreich. Konstanten gibt es dabei natürlich. Geradezu akribisches Songwriting, zum Beispiel. Ein Frontmann mit Champions-League-Niveau, um ein anderes Beispiel zu nennen. Nur Konstanten dürfen sich dann aber auf Dauer aber nur Motörhead und AC/DC leisten, so dass dann doch einiges neu ist auf „Radical Peace“.
Generell geht der Sechser, jedenfalls für meine Ohren, etwas nachdrücklicher zu Werke auf seinem neuesten Epos, Heavyness ist Trumpf auf „Radical Peace“. Die Einflüsse von Iron Maiden, wie sie bei „Trial By Fire“ sehr deutlich zum Vorschein kommen, waren auf den Vorgängeralben auch noch weniger deutlich ausgeprägt. Progressiv wird’s zudem, dezent zwar und selbst für ein musikalisches Simpelhirn wie meins nachvollziehbar, aber ohne Zweifel haben Mob Rules an Tiefgründigkeit gewonnen, was das Songwriting angeht.
In dieser Kombination kümmern sich Mob Rules textlich mal wieder nicht um Sex, um Drogen, oder um Rock'n'Roll, sondern steigen ernsthaft in Themen ein. Einer der abscheulichsten Menschen der „jüngeren“ Geschichte beispielsweise, der KZ-Arzt Mengele, liefert die Vorlage für den bandtypisch-hymnischen Einsteiger „Children Of The Flames“. Den Vogel schießen die Männer allerdings, auch musikalisch, mit dem Monumentalwerk „The Oswald Files“ ab. 18 Minuten musikalisch ohne Durchhänger und einen langweiligen Moment zu füllen schafft nun wahrlich nicht jede Band. Inhaltlich befasst sich die Nummer, wie die Abiturienten unter uns auf den ersten Blick erkannt haben, mit dem Attentat auf John F. Kennedy und der Frage, ob Harvey Lee Oswald tatsächlich der Mörder des legendären US-Präsidenten war.
Erwähnen wir noch die großartige, bereits vorab veröffentlichte Single „Astral Hand“ und kommen zum Fazit: Auf „Radical Peace“ präsentieren sich Mob Rules progressiver, metallischer und etwas sperriger als auf den Alben vorher, das ist neu. Qualitätiv, und das ist die Konstante, ist auch auf dem sechsten Ouput der deutschen Vorzeige-Metaller alles im grünen Bereich, so dass Outro gleich Intro ist: Wenn es um deutsche Bands geht, die als Garant gelten können für durchgängig hochwertige Scheiben ohne Ausfall, dann werden Mob Rules sicher recht oft genannt werden. „Radical Peace“ unterstreicht diese These!
Tracklist:
1.Children Of The Flames
2.Trial By Fire
3.Warchild
4.Astral Hand
5.The Oswald File
6.Waiting For The Sun
7.The Glance Of Fame
Lineup:
Klaus Dirks (vocals)
Sven Lüdke (guitar)
Matthias Mineur (guitar)
Markus Brinkmann (bass)
Arved Mannott (drums)
Sascha Onnen (keyboard)
DISCOGRAPHY:
1999 - Savage Land
2000 - Temple of Two Suns
2002 - Hollowed be Thy Name
2004 - Among The Gods
2005 - Signs of the Time - Live (DVD)
2006 - Ethnolution A.D.
2009 - Radical Peace
SQUEALER-ROCKS Links:
Mob Rules - Ethnolution A.D. (CD-Review) Mob Rules - Radical Peace (CD-Review)
Markus Brinkmann von Mob Rules (Interview)
SONSTIGES:
BANDHOMEPAGE
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