Squealer-Rocks.de CD-Review
Whiplash - Unborn Again

Genre: Thrash Metal
Review vom: 13.09.2009
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: 25.09.2009
Label: Pulverised Records



Die Amis WHIPLASH sind eine von diesen typischen Bands, die auf der einen Seite innerhalb der Szene Kultstatus besitzen, andererseits im Laufe der Jahre aber auch immer wieder Pech hatten. Sei es nun durch falsches Management oder kommerzielle Flops. Gefeiert wurden sie für ihre beiden Alben „Power And Pain“ und „Ticket To Mayhem“. Mit diesen beiden Klassikern des Thrash-Metal konnten sich alle noch kommenden Alben nicht mehr messen, auch wenn das folgende „Insult To Injury“ ein gutes Thrash-Album war. Line-Up-Probleme waren die Folge.

Bedingt durch diese Wechsel innerhalb der Band, veränderte sich auch der Sound, weg vom straighten, wenn auch recht simplen, Thrash-Metal hin zu identitätslosem Power-Metal amerikanischer Prägung („Cult Of One“). Das konnten und wollten die Fans nicht mitmachen. So brachen die Verkäufe ein, WHIPLASH verspielten ihren Kredit und die Band löste sich etwas später auf. Dann tauchten WHIPLASH plötzlich mit der Comeback-Scheibe „Thrashback“ wieder auf der Bildfläche auf und spielten diverse Shows. Danach verschwand die Band erneut in der Versenkung, um anno 2009 mit „Unborn Again“ abermals einen Comeback-Versuch zu starten.


Eines kann man wohl vorweg sagen, die Power-Metal-Elemente sind glücklicherweise nicht mehr vorhanden. Es regiert wieder der ungezügelte Thrash-Metal der Anfangstage. Das macht nicht nur der beinharte Opener „Swallow The Slauhgter“ deutlich. Die von Harris Johns (SODOM, KREATOR, VOIVOD, etc.) trocken produzierte Scheibe atmet Old-School-Luft durch und durch. Angereichert wird der Sound der Band durch Hard-Rock-Einsprengsel. Einer dieser Songs ist beispielweise das, von indianisch beeinflussten Gesängen, eingeleitete Stück „Firewater“. Hier sind die Hard-Rock-Vibs ganz deutlich herauszuhören, können diese Nummer aber nicht davor bewahren, eines der weniger guten Stücke auf „Unborn Again“ zu sein. Da kommt das folgende, wieder schön thrashige, „Float Face Down“ eindeutig besser weg. Allgemein klingen WHPLASH heute etwas weniger chaotisch, haben dafür aber bei den Thrash-Nummern trotzdem nichts an Intensität eingebüsst. Da passt auch die Coverversion des MONTROSE-Klassikers „I’ve Got The Fire“ ins Bild. WHIPLASH haben wieder Feuer unter dem Hintern.


Tony Portaro zeigt sich außerdem gut bei Stimme und singt ein Stück weit melodischer als noch zu Zeiten der ersten beiden Scheiben. Davon profitieren Songs wie das pfeilschnelle „Feeding Frenzy“ oder intensivere Tracks der Marke „Snuff“ oder „Hook In Mouth“. Mit Rückkehrer Joe Cangelosi, der bereits früher in der Band spielte, bevor er kurzzeitig zu KREATOR wechselte, hat sich Tony zudem die Dienste eines sehr versierten Drummers gesichert, der den Songs auf „Unborn Again“ noch zusätzlich Impulse nach vorne verleiht. Darüber hinaus hat sich Herr Portaro als Gast niemand geringeren als Frank Blackfire, der Soli zu „Pitbulls In The Playground“ und „Parade On Two Legs“ beigesteuert hat, ins Studio geholt. Womit die Brücke zur Vergangenheit dann auch wieder geschlagen wäre, immerhin waren WHIPLASH 1988 zusammen mit SODOM auf Tour.


Ehrlich gesagt, hätte ich ein so starkes Album wie „Unborn Again“ von WHIPLASH nicht mehr erwartet. Die ständigen Line-Up Probleme und zwischenzeitlichen Auflösungen, verhießen doch nichts Gutes. Umso erfreulicher, dass die Band zu ihren alten Stärken zurück gefunden hat. Auch wenn sich ein, zwei schwächere Tracks auf „Unborn Again“ geschlichen haben, kann man von einem mehr als gelungenen Comeback-Album sprechen. Die Old-School-Fraktion wird ihre helle Freude an diesem Werk haben und Thrasher sowieso. Welcome back to power and pain!



Tracklist:
1. Swallow The Slaughter
2. Snuff
3. Firewater
4. Float Face Down
5. Fight Or Flight
6. Pitbulls In The Playground
7. Parade Of Two Legs
8. Hook In Mouth
9. I’ve Got The Fire
10. Feeding Frenzy


Line-Up:
Tony Portaro – Vocals, Guitars
Rich Day, Bass, Vocals
Joe Cangelosi – Drums, Vocals

DISCOGRAPHY:

Sorry, noch keine Discography eingestellt.

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Whiplash - Unborn Again (CD-Review)

Joe Cangelosi von Whiplash (Interview)
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