 Lillian Axe - Sad Day on Planet Earth
Genre:
Hardrock Review vom: 22.07.2009 Redakteur: maddin Veröffentlichung: 24.07.2009 Label: Blistering Records Keine Ahnung warum, aber vor meiner ersten Begegnung mit der Band bin ich fest davon ausgegangen, eine Poser Band im Stil von Warrant oder Ratt kennenzulernen.
Doch wie so oft kommt alles anders: Der Opener biegt mit einem adaptierten, hyperschnellen „Detroit Rock City“ - Riff um die Ecke und klingt wie eine Mischung aus Kiss (wer hätte das gedacht?) und den aktuellen Nightranger. Es gibt also eine - in diesem Fall – höchst geile Vermischung von traditionellem Heavy Rock und leicht modernen Sounds. Das gefällt, das macht Spaß!
Und ich nehme jetzt vorweg, dass es bei den kommenden 13 (!) Tracks nicht schlechter wird; eher noch besser.
Das epische „Jesus Wept“ offenbart enorme spielerische, wie auch kompositorische Qualitäten. Zusammen mit dem leicht verstörenden „Ignite“ kreieren die Amis hier echt etwas, was ich so noch nie gehört habe. Ich habe auch nicht die geringste Ahnung, wie man das nennen mag. Waren die schon immer so? Ach, scheiss drauf – man muss ja nicht alles zu Tode analysieren.
Mit dem Titelsong offenbaren die Burschen dann ihr größtes Talent: Eine ergreifende Ballade ohne Liebeskitsch, dafür mit tollen Doppel - Leads in bester Thin Lizzy Manier und einer dezenten U.S. Country Note. Nach dieser Nummer hat man im Grunde schon mit dem Album abgeschlossen, denn besser geht es eigentlich nicht, denkt man.
Von wegen: Mit „Hibernate“ wird das Tor zu einer neuen Dimension geöffnet. Nach Computer - Samples und treibendem Tempo geht man in eine fette, stampfende (Prog) Metal Nummer über, nur um dann einen Chorus zu präsentieren, den noch nicht einmal Boss Springsteen hinkriegt.
Ich habe ja schon viel gehört, aber: wer schreibt denn solche Songs?
Und wer, bitteschön, komponiert solche wunderwunderwunder – schönen Lieder wie „Within Your Reach“, die irgendwo zwischen 70er Flair und Metal liegen? Das ist zunächst so viel Kitsch, dass man fast kotzen könnte. Dann, plötzlich, ändert die Nummer ihr Gesicht und man fühlt sich unweigerlich an Savatage Pathos („Believe“) erinnert. Hammer!
Geht’s noch besser? Yeah, its a „Cold Day in Hell“! Locker, entspannt, eine Mischung aus traditionellem Hardrock und den Beatles, sowie ein Chorus, der diesen Namen auch verdient.
Und so geht es weiter, immer weiter. Jede gesungene Zeile eine Hymne, jeder Refrain ein Ohrwurm.
Seinen Reiz erlangt diese absolut geniale Art von Musik durch die Vermengung von 60's und 70's Elementen mit modernen Sounds, eine sehr oft präsente semi - akustische Ausrichtung, durch die Hinzunahme von Metal - Fragmenten und durch „was weiß ich“ noch.
Irgendwann findet man eben keine Worte mehr.
Meine Herren, ich dachte, dass wäre eine typische U.S. Poser Band, die ihre Rente aufbessern will.
Wer konnte denn so etwas ahnen? Einzig allein die ein wenig zu grungig geratene Produktion führt zu leichten Abzügen bei der B- Note.
Ansonsten: Ein absolutes Meisterwerk!
Tracklist:
1.Cocoon (Intro)
2. Megaslowfade
3. Jesus Wept
4. Ignite
5. The Grand Scale Of Finality
6. Sad Day On Planet Earth
7. Hibernate
8. Within Your Reach
9. Down Below The Ocean
10. Blood Raining Down On Her Wings
11. Cold Day In Hell
12. Nocturnal Symphony
13. Divine
14. Kill Me Again
15. Fire, Blood, The Earth And Sea
Line Up:
Derrick LeFevre - Vocals
Steve Blaze - Guitars, Vocals
Sam Poitevent -Guitar, Vocals
Eric Morris - Bass
Ken Koudelka - Drums
DISCOGRAPHY:
1988 - Lillian Axe
1989 - Love + War
1991 - Out Of The Darkness - Into The Light
1992 - Poetic Justice
1993 - Psychoschizophrenia
1999 - Fields Of Yesterday
2007 - Waters Rising
2009 - Sad Day on Planet Earth
2012 - XI: The Days Before Tomorrow
SQUEALER-ROCKS Links:
Lillian Axe - Waters Rising (CD-Review) Lillian Axe - Sad Day on Planet Earth (CD-Review) Lillian Axe - XI: The Days Before Tomorrow (CD-Review)
Steve Blaze von Lillian Axe (Interview)
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