Squealer-Rocks.de CD-Review
Motörhead - Motörizer

Genre: Heavy Metal Rock'n'Roll
Review vom: 27.08.2008
Redakteur: maddin
Veröffentlichung: 29.08.2008
Label: Steamhammer / SPV



Eine Motörhead Platte ist eine Motörhead Platte und nix als eine Motörhead Platte.
War so, ist so, bleibt so.
Stilistische Überraschungen gibt’s allerhöchstens mal in Form einer Ballade und wäre dies nicht so, würden wir dem guten alten Lemmy wohl nicht seit über 3 Dekaden die Treue halten.
Dennoch hat jedes Album sein eigenes Gesicht und das war seit dem „1916“ Output oft nicht das beste. Klar, es gab lückenlos geile Scheiben wie „Inferno“ oder „Bastards“, doch daneben leider auch allzu magere Kost wie „Hammered“, „Sacrifice“ oder „We are Motörhead“, die doch gefährlich nahe am Durchschnitt angesiedelt waren.
Also ist der Fan trotz der im Vorfeld schon bekannten musikalischen Ausrichtung, immer wieder auf 's Neue gespannt, was ihn denn diesmal erwartet: Nur „ganz gut“, „sehr gut“ oder „geil!“?

Bereits der Opener „Runaround Man“ macht hier sofort deutlich, wohin die Daumen gehen.
Hell, Yeah! - Das Ding geht ab wie seinerzeit „Going To Brazil“. Nicht mal drei Minuten lang ist diese Abrissbirne und steht zudem stellvertretend für einen Großteil des Albums.
Kurz, knackig, rockig. Motörhead haben endlich den Rock'n'Roll wiederentdeckt und versuchen nicht mehr krampfhaft, mit unglaubwürdiger Brachial - Attitüde die Sepultura Shirt Träger für sich zu gewinnen.
Das extrem coole „English Rose“ klingt fast wie Status Quo auf Hart und das mit einem „Black Night“ Gedächtnis – Riff ausgestattete „Back On The Chain“ passt auch wunderbar zu Bier und guter Laune.
Bei „The Thousand Names Of God“ ertönt sogar eine dezente Slide Guitar und das Stück ist zweifelsohne ein Highlight der GESAMTEN Motörhead Historie (ich behaupte auch mal kackfrech, dass Phil Campbell hier das einzige melodiöse Solo seiner Karriere zockt).

Neben den „Schunkel-und-die-Tassen-hoch“ Tracks gibt es freilich noch genügend Zeit, sich die Birne wegzubangen. Das geniale „Rock Out“ klingt wie eine Mischung aus „Overkill“ und „The Hammer“ und hätte tatsächlich – man glaubt es kaum! - auf „Ace Of Spades“ stehen können. „Buried Alive“ donnert auch wie ein Güterzug ins Gehör und man fragt sich, warum ausgerechnet eine Band, die niemals Heavy Metal sein wollte, härter als alle Vertreter dieser Fraktion ist.
Als Exot fungiert diesmal das schleppende „Heroes“. Diesen epischen Refrain erwartet man sonst eher von Combos wie Manowar und Konsorten. Und so ganz kann mich dieser Schlachtengesang auch nicht überzeugen. Doch interessant ist's allemal.

Kommen wir zum Punkt: „Motörizer“ ist das beste Motörhead Album seit „1916“, vielleicht sogar genauso gut. Keine Widerrede!
Die Produktion von Cameron Webb trägt sicherlich einen großen Teil dazu bei, denn der Sound ist phänomenal. In erster Linie sind es aber die erfrischenden Songs, die man nicht unbedingt erwarten konnte, die diese CD in die Reihe der Klassiker katapultieren.

Ein Hoch auf Lemmy und seine Jungs!

Tracklist:
1.Runaround Man
2.Teach You How To Sing The Blues
3.When The Eagle Screams
4.Rock Out
5.One Short Life
6.Buried Alive
7.English Rose
8.Back On The Chain
9.Heroes
10.Time Is Right
11.The Thousand Names Of God

Line Up:
Ian „Lemmy“ Kilmister – Vocals, Bass
Mikkey Dee -Drums
Philip Campbell - Guitar

DISCOGRAPHY:

1977 - Motörhead
1979 - Overkill
1979 - On Parole
1979 - Bomber
1980 - Ace Of Spades
1981 - No Sleep 'Til Hammersmith
1982 - Iron Fist
1983 - Another Perfect Day
1984 - No Remorse
1986 - Orgasmatron
1987 - Rock'n'Roll
1988 - No Sleep At All
1991 - 1916
1992 - March Ör Die
1993 - Bastards
1995 - Sacrifice
1996 - Overnight Sensation
1998 - Snake Bite Love
1999 - Everything Louder Than Everyone Else
2000 - We Are Motörhead
2000 - The Best Of
2002 - Hammered
2003 - Live At Brixton Academy
2004 - Inferno
2006 - Kiss of Death
2008 - Motörizer
2010 - The Wörld Is Yours
2013 - Aftershock


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