Squealer-Rocks.de CD-Review
Xerión - Nocturnal Misantropía

Genre: Pagan Metal
Review vom: 23.03.2008
Redakteur: Reaper
Veröffentlichung: 28.03.2008
Label: Schwarzdorn



Spanien ist im Allgemeinen nicht gerade bekannt für seine erstklassigen Metal Bands, da freut es einen doch sehr, wenn es einer Band aus dem sonnigen Süden Europas gelingt einen in angenehmer Weise zu überraschen. Und wenn man an das Land auf der iberischen Halbinsel denkt, dann wohl meist an die trockenen, von Touristen bevölkerten Mittelmeerstände, aber Xerión entführen in ein Spanien, das weit ab dieser stereotypen Vorstellungen liegt, nämlich in die Provinz Galicien, die nicht nur zufällig eine namentliche Verwandtschaft mit Gallien aufweist, denn die schroffen Klippen und üppigen Wälder lassen Assoziationen zur Bretagne entstehen.

Schon nach den ersten Flötenklängen in der Eröffnungsnummer „Akelarre“ reibt man sich verwundert die Augen und öffnet vor atemlosen Staunen den Mund, denn Vieles würde man von einer Band aus Spanien erwarten, aber nicht das. Denn unvermittelt betritt man durch NOCTURNAL MIASANTROPÍA eine urgewaltige Landschaft, zwischen schroffen Klippen und bewaldeten Küsten, eingefangen in einer bildgewaltigen und raumgreifenden Musik, wie man sie sonst eigentlich nur aus Skandinavien gewohnt ist. Die Melodien, die Xerión kreieren, zeugen von einer morbiden und doch gleichermaßen ewigen Schönheit, wie sie der Natur eigen ist. In düsterer, bedrückend epischer Weise fangen die Galicier somit die entrückende Stimmung, die dem Folk/Pagan Genre eigen ist und welche die Fans in ihren Bann schlägt, ein.

Die von Bandgründer und Songwriter Nocturno geschrieben Lieder bewegen sich über weite Strecken im langsamen, teils doomigen Midtempo, brechen jedoch das ein oder andere Mal in blackmetallisch anmutender Art mit Doppelbass aus. So ergeben sich aufgrund der epischen, hymnischen und doch niederdrückenden Stimmung durchaus auch Vergleich zu den irischen Progressive Black Metallern von Primordial oder bekannten, finnischen Vertretern dieses Genres, hinter denen sich, der ebenfalls als Sänger tätige, Nocturno, was die morbiden, teils grunzenden, teils kreischenden Gesangsparts angeht, auf alle Fälle nicht verstecken muss.

Fazit: Wer sich als aufrichtiger Fan des Pagan oder Folk Metal bezeichnet und wer auf vielschichtigen Metal mit einem unleugbaren Hang zur Epik steht, der darf es nicht versäumen zumindest einmal ein Ohr an NOCTURNAL MISANTROPÍA zu riskieren, denn was die Galicier auf ihrem Debütalbum musikalisch abliefern, ist ganz großes Kino. Mitreißend und auf alle Fälle fesselnd von der ersten bis zu letzten Minute.

Tracklist:
1. Akelarre
2. Nocturnal Misantropía
3. Ate A Morte…
4. Na Traza Esotérica Do Ar Invisible
5. Aqueles Que Nos Deixan Atrás
6. No Pazo Derruido Da Existencia
7. No Val Do Silencio

Anspieltipps: Nocturnal Misantropía, Na Traza Esotérica Do Ar Invisible... eigentlich alle

Line-Up:
Nocturno – Gitarre, Bass, Gesang
Iron - Gitarre
Daga – Keyboards
O Rei Celta No Exilio – Dudelsack
Aboriorth – Schlagzeug, Percussion

DISCOGRAPHY:

2002 - A Harpa Do Guerreiro (Demo)
2008 - Nocturnal Misantropía
2010 - Cantares Das Loitas Esquecidas


SQUEALER-ROCKS Links:

Xerión - Nocturnal Misantropía (CD-Review)
Xerión - Cantares Das Loitas Esquecidas (CD-Review)

SONSTIGES:

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