Squealer-Rocks.de CD-Review
Coronatus - Lux Noctis

Genre: Gothic Metal
Review vom: 24.10.2007
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: Bereits erschienen
Label: Massacre Records



Eigentlich ist ja beinahe unmöglich eine objektive Rezension einer Gothic Metal Scheibe vor zu nehmen, wenn die zu besprechende Band nach einer recht bekannten, nervenden, finnischen Instanz klingt und sogar gesanglich jener Combo nacheifert. Die Verantwortung dem Leser gegenüber gebietet aber, völlig zu Recht, dass man sich auch fair mit einem Album auseinandersetzt, welches nicht aus dem persönlichen Lieblingsgenre kommt. Coronatus aus Deutschland sind so ein Fall. Also, here we go…

Der Vergleich mit Nightwish drängt sich nahezu auf, da der Ludwigsburger Sechser ebenfalls hautsächlich mit Soprangesang arbeitet. Das Besondere hierbei ist, dass Coronatus mit zwei Frontfrauen arbeiten. Das sorgt beim Gesang natürlich für Abwechslung, weil die Damen nicht in derselben Tonlage singen. Im Instrumentalbereich ist der Vergleich, auch den Einfluss anderer Bands betreffend, allerdings nur bedingt angebracht, da Coronatus durchaus versuchen ihren eigenen Stil zu finden.

Mit einer feierlichen, sakralen Atmosphäre beginnt das Intro „Interrotte speranze“ von Coronatus’ Debüt CD „Lux noctis“. Nur von Keyboards getragen, ähnelt der Gesang vom Aufbau her sehr an gregorianische Choräle. Sehr stimmungsvoll. Nahtlos geht es in den Opener „Scream of the butterfly“ über, der den oben erwähnten Vergleich zum Tarja Metal nährt und bestätigt. Durch die vielen Tempowechsel und verschiedenen Parts bleibt der Song, der eher mäßig beginnt, aber interessant. Auch der Gesang von Carmen R. Schäfer (die auch schon mit Brainstorm arbeitete) und Ada Flechtner sein übriges dazu, da die beiden Ladys verschieden hoch singen. Leider bleibt der Refrain nicht direkt im Ohr hängen, so dass der Song mehrere Durchläufe braucht bis er zündet. Wenn es sich bei Coronatus um eine Prog Metal Band handeln würde, kein Problem, aber da hier Gothic Metal feilgeboten wird, ist „Scream of the butterfly“ als Opener daher weniger geeignet. Ganz anders kommt das folgende „Silberlicht“ aus den Boxen. Weniger vertrackt, dafür aber sehr viel straighter, erinnert das Lied entfernt an eine Mischung aus Subway to Sally und Crematory erinnert. Großartige Melodien und die Musik auf den Punkt gespielt und schön hart, ist der Song (soviel sei vorweg genommen) eines der Highlights auf „Lux noctis“.

Mit „Dunkle Blume“ ist das „Silberlicht“ von „Lux noctis“ dann gelöscht und es wird recht finster, quasi Nacht. „Dunkle Blume“ wirkt irgendwie uninspiriert und greift auch melodisch nicht wirklich. Gut, Ausrutscher könnte man meinen. Leider verhält es sich mit dem folgenden „My rose desire“ nicht anders und auch „Hot & cold“ kann nicht wirklich überzeugen. Schade, nach dem wirklich sehr guten Start in die CD. Aufhorchen lässt noch mal das komplett in lateinisch gesungene „Requiem tabernam“. Der Song schlägt in dieselbe Kerbe wie das Opening Doppel und kann auch mit seinem im Uptempo gehaltenen Refrain vollends überzeugen. Macht wirklich Spaß der Song und steht direkt hinter „Silberlicht“ in der Highlight Liste. Die abschließenden „Ich atme Zeit“ und „Volles leben“ (beide eher ruhigere, melancholische Stücke) stehen irgendwie zwischen den Stühlen und tun keinem weh, bescheren dem Hörer aber auch keine Glücksgefühle.

Fazit: „Lux noctis“ bietet wenig lux, dafür aber umso mehr nox. Schade, denn die Band hat mit „Scream of the butterfly“, „Silberlicht“ und „Requiem tabernam“ drei echte Kracher abgeliefert, die man immer wieder hören kann. Wenn sich Coronatus an diesen Songs orientieren, dann sehe ich für den Nachfolger von „Lux noctis“ (es handelt sich hier ja um das Debüt der Band) positiv in die Zukunft. Zumal 2 Frontfrauen und Texte, die in drei verschiedenen Sprachen vorgetragen werden, ja auch nicht alltäglich sind. Gothic Metal Fans sollten ein Ohr riskieren!



Tracklist:
1. Interrotte speranze
2. Scream of the butterfly
3. Silberlicht
4. Dunkle Blume
5. My rose desire
6. Winter
7. Hot & cold
8. Requiem tabernam
9. Ich atme Zeit
10. In remembrance
11. Volles Leben


Line-Up:
Carmen R. Schäfer – Vocals
Ada Flechtner – Vocals
Jo Lang – Guitars
Chriz Staub – Bass
Fabian Merkt – Keyboards & Programming
Mats Kurth - Drums

DISCOGRAPHY:

2006 – Lux Noctis
2008 – Porta Obscura
2009 - Fabula Magna


SQUEALER-ROCKS Links:

Coronatus - Lux Noctis (CD-Review)
Coronatus - Porta Obscura (CD-Review)
Coronatus - Fabula Magna (CD-Review)

Fabian Merkt von Coronatus (Interview)
SONSTIGES:

BANDHOMEPAGE
Diesen Beitrag im Forum diskutieren