Squealer-Rocks.de CD-Review
Gallhammer - Ill Innocence

Genre: Black/Doom Metal
Review vom: 18.09.2007
Redakteur: Reaper
Veröffentlichung: 28.09.2007
Label: Peaceville



Mit Japan, der im Pazifik gelegenen Inselgruppe östlich des asiatischen Festlands, verbindet man als im Okzident Beheimateter, sprich Europäer, Dinge wie Sushi, Judo, Sumo-Ringen, Nintendo, Toyota, Mangas, Animes, Samurais... doch in Sachen herausragender Metal Bands ereichte uns aus „dem Land der aufgehenden Sonne“ bislang eher wenig.
Ob sich dies nun aufgrund der vorliegenden Scheibe der drei Mädels von Gallhammer ILL INNOCENCE ändert, muss sich erst noch zeigen. Riskieren wir also mal ein Ohr.

Natürlich haftet jeder derartigen Veröffentlichung der Status „Exot“ an, doch macht sich im Falle von ILL INNOCENCE sehr schnell die berüchtigte Ernüchterung breit, denn, was die drei Japanerinnen hier bieten, klingt weder besonders innovativ, noch besonders japanisch. Düster und doomig bauen sie ein musikalisches Gerüst auf, das gut und gerne aus skandinavischen Landen kommen könnte und beim Blick aus dem Fenster im nieseligen Frühherbst in mitteleuropäischen Landen seine Entsprechung findet. Durchaus ambitioniert und düster bedrückend wirkt das Gesamtwerk, doch vermisst man als Freund des doomigen Black Metals den Wiedererkennungswert, der sich durch Liedtitel wie „Speed Of Blood“ oder „Song Of Fall“ fast zwingend ergeben sollte. Doch monoton bewegt sich das Album auf immer gleichen Pfaden dahin, so dass nahezu nichts hängen bleibt, außer dem Gefühl die perfekte Beschreibung für die, durch das Wetter bedingte, herbstliche Depression gefunden zu haben.

Bereits im Opener „At The Onset Of The Age Of Despair“ wird klar, welch schleppenden Weg Gallhammer einschlagen, und so verwundert es wenig, dass dezent an Black Sabbath oder Düstermetaller der Marke Secrets Of The Moon erinnernde Melodielinien ihren Weg in die schwerfälligen Kompositionen gefunden haben. Jedoch gelingt es den Dreien nie die andauernde Monotonie des Materials zu durchbrechen, auch wenn sie ein ums andere Mal darum bemüht sind, eine gewisse Abwechslung in ihr Songwriting einfließen zu lassen. Jedoch wird diese durch den grabentiefen Gesang von Frontfrau Vivian noch zusehends verstärkt, weswegen die quietschenden, an eine Maus erinnernden, Einschübe durch ihre Komolitoninnen in „Blind My Eyes“ auch nicht mehr helfen und eher der zurückhaltenden Belustigung des Zuhörers dienen.

Fazit: Im Osten nichts Neues, denn wieder einmal erreicht uns, nach den In Flames lastigen Veröffentlichungen von Blood Stain Child, aus dem „Land des Lächelns“ mit ILL INNOCENCE ein Album, das sich auf erschreckende Weise europäisch anhört, jedoch nicht einmal annähernd an die Klasse der in Skandinavien beheimateten Bands heranreicht. Ich warte noch immer auf eine japanische Band, die auch so klingt.

Tracklist:
1. At The Onset Of The Age Of Despair
2. Speed Of Blood
3. Blind My Eyes
4. Delirious Daydreamer
5. Ripper The Gloom
6. Killed By The Queen
7. Song Of Fall
8. Ashes World
9. Slog
10. Last Scary Dream

Line-Up:
Vivian Slaughter – Gesang, Bass
Mika Penetrator – Gitarre, Gesang
Risa Reaper – Schlagzeug, Gesang

DISCOGRAPHY:

2004 - Gloomy Lights
2007 - Dawn of ... (CD/DVD)
2007 - Ill Innocence

SQUEALER-ROCKS Links:

Gallhammer - Ill Innocence (CD-Review)
Gallhammer - Ill Innocence (CD-Review)

SONSTIGES:

BANDHOMEPAGE
Diesen Beitrag im Forum diskutieren