Squealer-Rocks.de CD-Review
Vendetta - Hate

Genre: Thrash Metal
Review vom: 04.09.2007
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: Bereits erschienen.
Label: Metal Axe Records



Man, was war ich auf das Comebackalbum von Vendetta gespannt. Fast gierig habe ich den Umschlag aus dem Postkasten gefischt und ihn aufgerissen. Mit allergrößter Vorsicht die Promo in den CD Schacht geschoben, kamen dabei unweigerlich Gedanken auf, die sich mit Fragen wie: Kann „Hate“ so geilen Thrash wie die beiden Scheiben aus den 80ern enthalten?

Die Erwartungshaltung war nach den Re-Releases der beiden Kult Scheiben „Go and live…stay and die“ (1987) und „Brain damage“ (1988) enorm hoch. Glänzten diese beiden Scheiben doch durch ihren Abwechslungsreichtum und ein gewisses Maß an Innovation auf dem deutschen Thrash Sektor. Zugegeben, zwanzig Jahre zwischen dem Debüt und dem Comeback sind schon eine lange Zeit und es ist auch klar, dass sich bei einer solchen Zeitspanne Veränderungen im Sound bemerkbar machen. So lassen wir die Scheibe erstmal auf uns wirken.

Der Opening Track „Hannibal“ kommt ohne Intro im mittleren Tempo daher und hat leider nichts mit den Songs der frühen Alben zu tun. Wo früher interessante Breaks mit harten Riffs einhergehen, kommen heuer anstelle der Breaks latent vom modernen Thrash beeinflusste Gitarren zum Tragen. Das ist ja generell nicht so schlimm, da man jeder Band musikalische Weiterentwicklung zugestehen sollte und der Blick über den musikalischen Tellerrand sich ja durchaus positiv und erfrischend auswirken kann (hier und da liebäugelt man sogar mit dem Hardcore-Genre). Nur kann man von einer Weiterentwicklung in dem aktuellen Fall nicht wirklich sprechen, wenn man an die Musikalität der Vorgänger Alben denkt. Das was die Musik von Vendetta früher ausgezeichnet hat, findet man bei „Hannibal“ kaum wieder. Das folgende „Lying society“ ist ein typischer teutonischer Thrasher, der ebenfalls einer modernen Ausrichtung folgt, aber verglichen mit „Hannibal“, tempomäßig sehr viel schneller komponiert wurde.

Die anderen Tracks auf „Hate“ schließen sich nahtlos an die beiden ersten an. Qualitativ gibt es auf „Hate“ also keine großen Schwankungen, weder nach oben noch nach unten. Will sagen, die Scheibe enthält keinen Totalausfall, aber auch keinen Übersong. Ob das nun gut oder schlecht ist, muss jeder für sich beantworten. Songs wie der Titeltrack oder „Rise for revolution“ (welches noch am ehesten an die alten Scheiben der Band erinnert) sind kompositorisch durchdacht und weit davon entfernt Schnellschüsse zu sein, aber sie sind auch nicht so zwingend wie die Klassiker.

Was also bringen und Vendetta anno 2007 mit „Hate“? Der aktuelle Output bietet dem Thrash Fan souverän gespieltes Kraftfutter. Leider fehlen im musikalischen Bereich und bei der Melodieführung die „Aha“ Effekte, so dass die wirklich großen Songs und Momente auf „Hate“ fehlen, die die Scheiben aus den 80ern ausgezeichnet haben. Wie gesagt, ist die Scheibe beileibe keine Schlechte! Aber aufgrund der starken Konkurrenz in diesem Jahr (u.a. Onslaught, Spellbound, Exodus) werden es Vendetta wahrscheinlich sehr schwer haben sich zu behaupten. Thrasher sollten hier natürlich trotzdem ein Ohr riskieren!
Anspieltipps: Rise for revolution



Tracklist:
1. Hannibal
2. Lying society
3. Guerilla
4. Hate
5. Prepare yourself for hostility
6. Mother
7. Rise for revolution
8. Dead people are cool


Line-Up:
Mario Vogel – Vocals
Klaus „Heiner“ Ullrich – Bass
Frank Schölch – Drums
Thomas „Lubber“ Krämer - Guitars

DISCOGRAPHY:

1987 - Go and Live…Stay and Die
1988 - Brain Damage
2003 - Dead people are cool (Demo-CD)
2005 - Hate (Promo-CD)
2007 - Hate

SQUEALER-ROCKS Links:

Vendetta - Brain Damage (Re-Release) (CD-Review)
Vendetta - Go And Live...Stay And Die (CD-Review)
Vendetta - Hate (CD-Review)

SONSTIGES:

BANDHOMEPAGE
Diesen Beitrag im Forum diskutieren