 The Urge - Lunch At The Lady Garden
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Rock Review vom: 29.08.2007 Redakteur: Eric Veröffentlichung: 07.09.2007 Label: Big Lake Bei derart bekannten Vätern, die dann auch noch bei der Produktion des Erstlings hilfreich Hand anlegen, liegt der Hype-Verdacht natürlich nahe. Unfair, eigentlich, und vor allem unangebracht. The Urge sind mit ihrem Sound fest verwurzelt im Rock der Siebziger und positionieren sich irgendwo zwischen den frühen Thunder und dem bluesigen Gary Moore – nicht zuletzt deshalb, weil der hervorragende Frontmann Jonny Boyle wie eine Mischung aus Danny Bowes und eben Mr. Moore klingt.
Wo mein Blick gerade aufs Cover fällt – wie ordnet man so was nun ein, möglichst noch politisch korrekt? Peinlich? Sexistisch? Erregend? Britischer Humor? Anders, in jedem Fall, und dafür gibt’s unabhängig von der individuellen Einschätzung schon mal einen Länder … öhm … Pluspunkt.
Es bleibt nicht der einzige, denn der britische Vierer mit dem „Musikerlegendensohn“ (hin und wieder sind die Wortschöpfungen der Pressemeldungen dann doch hilfreich, hehe) zockt allerfeinsten britischen Rock, dem zu keiner Zeit der Debut-Status anzuhören ist. Im Gegenteil, die olle Hammond gibt den 12 Nummern einen warmen Anstrich, Bläsereinsätze hier und da pumpen den Sound mächtig auf und in Sachen kompaktes, packendes Songwriting offenbaren die Briten Talent, das auf einiges mehr hoffen lässt. „Lunch At The Lady Garden“ klingt für eine derart junge Truppe geradezu unfassbar altmodisch, und zwar im positiven Sinn. Hit-Potential bringen dabei gleich mehrere der Stücke mit, allen voran die höchst gelungene Ballade „Forever And A Day“ und der nachfolgende bluesig-funkige Ear-Catcher „Baby Now I“.
Abgerundet wird das Dutzend höchst unterhaltsamer Lehrstücke britischer Rock-Kunst durch eine volle, gelungene Produktion. Und ja, auch wenn ihr die Frage nie stellen würdet: Von der Dame auf dem Front-Cover gibt’s im Booklet noch mehr zu sehen, wenngleich Sänger Boyle der einzige ist, der sie in den Arm nehmen darf. Frontmänner sind halt die Geilsten, Show Business!
Kommen wir zum erfreulichen Fazit: „Lunch At The Lady Garden“ wird die Rock-Welt nicht aus den Angeln heben, aber sie wird dafür sorgen, dass sie sich weiter dreht. Ein äußerst viel versprechendes (hab’ ich schon erwähnt, dass ich die neue Rechtschreibung partiell scheiße finde?) Debut, das auch ohne Promi-Hype bestehen wird und die Hoffnung nährt, dass der old-fashioned-Rock so schnell nicht von der Bildfläche verschwindet.
Tracklist:
01. She Made Me Do It
02. Better Off Without You
03. Where Do We Go From Here
04. Train Past Midnight
05. Forever And A Day
06. Baby Now I
07. Revolution
08. Blue Steel
09. Searching For Heaven
10. Lonely Road
11. Easy Chair
12. Come Back To You
Lineup:
John Miles (guitar)
Simon Terry (drums)
Jonny Boyle (guitar, vocals)
Neil Harland (bass)
DISCOGRAPHY:
2007 - Lunch At The Lady Garden
SQUEALER-ROCKS Links:
The Urge - Lunch At The Lady Garden (CD-Review)
Saga und The Urge - Münster, Stadthalle Hiltrup (Live-Review) SONSTIGES:
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