Squealer-Rocks.de CD-Review
Helix - No Rest For The Wicked

Genre: Hard Rock / Heavy Rock
Review vom: 10.08.2005
Redakteur: maddin
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label:



Es begab sich in den guten alten Tagen. Genauer gesagt, im September 1983, in der Grugahalle zu Essen: Kiss beehrten den Kohlenpott im Rahmen der "Lick it up“ Tour. Und während ich mit süßen 15 Lenzen, einer selbst bemalten Kutte und stolzgeschwellter, noch unbehaarter Brust zwischen den von mir höchst bewunderten Alt- Heavies meinem erstem Rockkonzert entgegenfieberte, machten im Saal folgende Gespräche die Runde: "Was is’n das für ‚ne Vorgruppe? Hab ich ja noch nie was von gehört. Kenn die einer?“ "Nö. Kommen aus Kanada, hab’ ich gehört.“ "Na, mal abwarten. Wenn die Kacke sind, pfeifen wir sie von der Bühne“.
Tja – so kann’s gehen. Mit offenem Mund pfeift sich’s schlecht!

Denn was sich dann auf der Bühne abspielte, verdient mindestens den Begriff "Feuerwerk“. Mit "No Rest for the Wicked“ legten fünf durchgeknallte Vollblutmusiker den Auftakt für eine Show hin, an die sich jeder der Anwesenden heute noch erinnert, als wäre es gestern erst gewesen.
Vom nächsten Taschengeld also schnell das Wahnsinnsalbum besorgt, was uns jetzt 22 Jahre später in digitaler Form als Re- Release vorliegt.
Den Leuten, die dieses Album kennen wird die Tatsache als solche reichen, um sich das Teil endlich mal kratzerfrei anzuhören. Diese Leute werden auch nur mit den Schultern zucken, wenn ich von einer der besten Scheiben der 80er spreche, wenn ich erzähle, dass Songs wie "Heavy Metal Love“ oder das AC/DC lastige "Dirty Dog“ Härte und Melodie auf eine perfekte Art und Weise verbinden, wie es sonst nur eine Band geschafft hat.

Und jetzt wird es für die Leute interessant, die Helix nicht kennen. Am ehesten kann man diese Band mit Twisted Sister vergleichen. So ist der Gesang von Brian Vollmer dem von Dee Snider sehr ähnlich. Als Unterschied zu den New Yorkern würde ich jedoch die stärkere Gitarrenlastigkeit und die etwas prägnantere Rock’n’ Roll Lastigkeit von Helix nennen.
Leider wurde der Band zumindest in Europa niemals so ein Erfolg zuteil. Für mich bis heute unverständlich, denn auch der Nachfolger "The Razor’s Edge“ konnte – wenn auch nicht ganz so stark wie "No Rest..“ – überzeugen.
In ihrer Heimat konnten die Jungs jedoch ganz gut absahnen, was leider dazu führte, dass sie ab Album Nr. 3 den Weg des Hausfrauen – Rock beschritten. Die Outputs der letzten Jahre warteten gar mit gänzlich unverstärkten Gitarren auf. Ihr Auftritt beim diesjährigen Sweden Rock allerdings zeigt, welchen Stellenwert „No rest…“ in der Bandhistory hat. So brachte man ganze sechs Stücke vom vorliegenden Album.

Der Re-Release bietet keine Bonus Tracks, ist dafür in einer remastered Version vertreten. Was allerdings nicht weiter von Bedeutung ist, da das Original schon famos produziert war.
Im Prinzip alles egal, was ich schreibe. Wer die Scheibe kennt, weiss wovon ich rede, und wer sie nicht kennt sollte mal ganz schnell einen Schnellkurs im Fach „Die besten Scheiben der 80er“ besuchen. Thema der heutigen Stunde: "Ain’t no rest for the wicked, ain’t no rest for a Rock’n’Roll Band“.

Tracklist:
1.Does a fool ever learn
2.Let’s all do it tonight
3.Heavy Metal Love
4.Check out the Love in me
5.No rest for the wicked
6.Don’t get mad, get even
7.Ain’t no High like Rock’n’Roll
8.Dirty Dog
9.Never want to lose You
10. White Lace and black Leather

Line up:
Brian Vollmer – Vocals
Brent Doerner – Guitars
Paul Hackman – Guitars
Mike Uzelac – Bass
Greg “Fritz” Hinz – Drums

DISCOGRAPHY:

1979 - Breaking Loose
1982 - White Lace & Black Leather
1983 - No Rest For The Wicked
1984 - Walkin' The Razor's Edge
1985 - Long Way To Heaven
1987 - Wild In The Streets
1989 - Over 60 Minutes With...
1990 - Back For Another Taste
1991 - The Early Years
1993 - It's A Business Doing Pleasure
1998 - Half Alive
1999 - Deep Cuts
1999 - B-Sides
2002 - Live In Buffalo
2005 - No Rest For The Wicked (Re-Release)

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