Squealer-Rocks.de CD-Review
Marys Creek - Some Kind Of Hate

Genre: Hard Rock
Review vom: 03.04.2007
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label:



Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie viele talentierte Musiker und Bands einem Volk entspringen, das in einem 450.295 km² kleinen Land lebt. Marys Creek kommen aus Schweden und präsentieren auf ihrem Debütalbum „Some kind of hate“ erfrischend entspannten (Hard) Rock modernerer Prägung.

Kaum zu glauben, dass das hier die erste Scheibe der Band ist. Klingt eher, als hätten sich ein paar alt eingestandene Hard Rocker zusammen getan, um der Jugend mal zu zeigen, wie man ordentlich rockt. Die Basis der Musik der Jungs ist ganz klar (Hard) Rock mit latent amerikanischem Einschlag („Hold on“). Der Sound der vier Schweden definiert sich aber nicht allein darüber. Es finden sich auch noch Zitate aus anderen Musikrichtungen, bzw. von anderen Bands auf „Some kind of hate“. Das Infoblatt nennt zum Beispiel King´s X als Vergleich.

Dem kann man, vor allem in Bezug auf die grandiosen Melodien, die die Herren um Sänger Mats Nilsson darbieten, nur bestätigen. Aber auch Pearl Jam (zu „Ten“ Zeiten) und Soundgarden dürften den Jungs ebenso geläufig sein wie die Beatles. Die genannten Bands geben hier nur die ganz grobe Richtung vor. Denn Marys Creek zitieren zwar, sind aber weit vom kopieren entfernt. Man denkt ständig, dass die Melodien, die sich gerade in den Gehörgängen festfressen, bekannt sind. Aber so vertraut sind sie dann eben doch nicht. Und genau das macht sie so stark.

Musikalisch gehen Marys Creek schön straight zur Sache und verzichten auf unnötige Experimente, was die Platte angenehm abwechslungsreich hält. Die knackigen Riffs treffen sich mit extrem relaxt heruntergespielten Passagen, um dann mal kurz zum Gangbang bei den schweren, groovenden Kollegen vorbei zu schauen. Herausgekommen ist dabei ein Album das wohltuend ausgeglichen ist und das keinen Ausfall aufweist (um mal ein kleines Fazit vorweg zu nehmen). Die Lieder sind durch die Bank grandios arrangiert, ohne dabei überladen zu klingen. Marys Creek setzen wirklich jeden einzelnen Ton an die richtige Stelle im Song.

Auch die Breaks sind wohl überlegt platziert, so dass sie den Fluss der Tracks nicht stören. Die Fills und Akzente wirken in den Liedern eher aufwertend (z.B. in „She“). Ebenso ist Gitarrist Bobby Ho ein Teamplayer, der zwar viel während eines Songs spielt, jedoch keins der zwölf Stücke darunter leiden lässt. Das heisst jetzt natürlich nicht, dass der Typ nix an der Axt kann. Im Gegenteil, Ho soliert leichtfüssig durch die Songs, schafft sich seine Freiräume, ohne dass es penetrant klingt. Er veredelt so eine Platte, die sich ideal als Soundtrack für den Frühling eignet…

Wie oben bereits erwähnt, ist es kaum zu glauben, dass es sich bei „Some kind of hate“ um ein Debütalbum handelt. Die zwölf Songs auf der Scheibe sind allesamt grossartig geworden. Leute, die was mit „Gretchen goes to Nebraska“ von King´s X anfangen können, sollten sich die Platte auf jeden Fall zulegen. Generell Rock-Fans, die lieber Brot mit Schmalz als Ohren mit Schmalz mögen, dürfen hier zugreifen. Alle anderen können aber auch reinhören. Ich würde sagen, die ersten Prüfungen sind bestanden und das Diplom ist in Sichtweite, wenn Marys Creek auf dem Level weiter machen. Anspieltipps: Alle!

Bereits erschienen.



Tracklist:
1. A little bit of everything
2. Down
3. She
4. There is no god
5. Things that you do
6. I don´t believe
7. I can feel it
8. New religion
9. Hold on
10. State of mind
11. Some kind of hate
12. Dying for a new day

Line up:
Mats Nilsson - Lead vocals
Bobby Ho – Guitars
Stefan Halldin – Drums
Robban Möller - Bass

DISCOGRAPHY:

2007 - Some kind of hate

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