Squealer-Rocks.de CD-Review
Moonlight Agony - Silent Waters

Genre: Symphonic Progressive Metal
Review vom: 20.03.2007
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label:



Dass in Skandinavien talentierte Bands ihr Unwesen treiben ist ja nichts Neues. Die bereits im Jahr 1999 gegründeten Moonlight Agony zählten bis jetzt eher zu den weniger bekannten Vertretern der Szene. Die letztjährige Tour im Vorprogramm von Doro und das neue Album „Silent waters“ sollten den sechs Schweden aber helfen an diesem Status etwas zu ändern.

Ich gebe es gerne zu. Als ich die Scheibe das erste Mal gehört habe, kam mir wenig Positives in den Sinn was ich hätte schreiben können. Also habe ich die CD erstmal wieder beiseite gelegt und ein paar Tage ins Land ziehen lassen. Nach einem erneuten Durchlauf stellte sich dann heraus: Man, die bringen ja doch einiges zustande auf diesem Longplayer! Die CD wächst eindeutig mit jedem Mal und kann letztendlich (um das Fazit mal vorweg zu nehmen) vollstens überzeugen.

Laut Infoblatt wird uns hier „Symphonic progressive Metal“ geboten. Dem kann man bedenkenlos zustimmen. Wobei sich das progressive Element im Sound von Moonlight Agony nicht in endlosen Frickeleien äussert (die Songs gehen nur zweimal über 5 Minuten), sondern in zahlreichen Takt- und Rhythmuswechseln. Macht die Songs natürlich enorm Abwechslungsreich und hilft dem Hörer, sich voll und ganz der Platte zu widmen. Schon der Opener „Leaving solitude“ besticht durch „angenehme“ Vertracktheit. Will sagen, die Jungs zeigen was sie können, aber man ist weit davon entfernt, es nicht mehr nachvollziehen zu können. Hinzu kommen noch schöne Licks und Melodien der beiden Gitarristen Rickard Petersson und Kalle Landin, sowie die eigenständige Stimme von David Akesson. Der Mann findet die richtige Balance zwischen rauem, aggressivem „richtigem“ Gesang, bringt dabei noch wunderbar melodische Elemente in die Songs.

Perfekt kommt diese Mischung aus hartem und melodischem Stoff aber beim zweiten Song „You betrayed me“ zur Geltung. Hier gibt es im Mittelteil, der von einem grandiosen Refrain umrahmt wird, einen pianogetragenen Chor zu hören. Super arrangiert das Ganze. Mit Liebe zum Detail, wie eigentlich alle Songs auf dem Album. Egal, ob weiblicher Gastgesang („Solemn waters“) oder exzellente, anspruchsvolle Rhythmusarbeit von Schlagzeug und Bass. Man kann auf „Silent waters“ bei jedem Stück immer wieder neue Nuancen entdecken. Dafür sorgt auch der Power Metal Anteil, der im vergleich zum Debütalbum „Echoes of a nightmare“ zugunsten des aktuell progressiveren Stils, zurückgenommen wurde. Was natürlich nicht heisst, dass die Scheibe irgendwie lasch klingt. Im Gegenteil. Bangen kann man zu beinahe jedem der zehn Tracks und „The blood red sails“ oder „I´m alive“ gehen phasenweise auch gut nach vorne. Langsamere Songs wie „Soulless“ oder „Room 101“ hingegen sind mir einer tollen Atmosphäre und grossartigen Melodien ausgestattet. Lediglich der quasi Titelsong „Solemn waters“ ist ein wenig sperrig geraten. Das stört aber den guten Eindruck den die Scheibe hinterlässt nicht, denn einerseits legen die Jungs ja wert auf progressive Elemente in ihrer Musik und andererseits zeichnen sich die restlichen Songs von „Silent waters“ durch ihre Eingängigkeit aus.

Moonlight Agony haben mit „Silent waters“ ein Album veröffentlicht, dass man zwar öfter hören muss, welches einen dann, wenn es richtig angekommen ist, aber fesselt und einfach spass macht. Der grosse Vorteil der CD sind die kurz gehaltenen Songs, die trotz aller Spielereien und technischen Finessen nie überladen oder nervig daherkommen (sogar der „Jahrmarktpart“ in „Different stories“ ist absolut stimmig). Als letzten Anreiz für den Kauf dieser CD sei noch das schöne, ebenfalls simmige, Coverartwork erwähnt.
Anspieltipps: You betrayed me, Different stories, The blood red sails, Leaving solitude

VÖ: 23.03.2007



Tracklist:
1. Leaving solitude
2. You betrayed me
3. Soulless
4. Through the desert storm
5. The dark era
6. I´m alive
7. Room 101
8. Different stories
9. The blood red sails
10. Solemn waters

Line up:
David Akesson – Vocals
Rickard Peterson – Guitars
Kalle Landin – Guitars
Martin Mellström – Keyboards
Christer “Zigge” Pedersen – Bass
Robert Willstedt – Drums



DISCOGRAPHY:

2004 - Echoes of a nightmare
2007 - Silent waters

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