Squealer-Rocks.de CD-Review
Dominici - 03 - A Trilogy - Part 2

Genre: Melodic Progressive Metal
Review vom: 06.03.2007
Redakteur: Maddin
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label:



Der Begriff „Comeback“ ist mittlerweile zweifellos überstrapaziert und hat schon beinahe einen üblen Beigeschmack. Zu oft wurden uns halbgare Wiederbelebungsversuche einstiger Helden als Sensation angepriesen, die dann häufig in einer Mischung aus Krampf und Peinlichkeit endeten.
Zu jeder Regel gehören aber gottlob die berühmten Ausnahmen. Eine davon ist die Rückkehr von Charlie Dominici auf die große Bühne, der sich die Lorbeeren für diese tolle Scheibe jedoch nicht alleine einstreichen darf.

Der Reihe nach: 1987 trat Charlie Dream Theater bei, die seinerzeit noch unter dem Namen Majesty fungierten, und sang auf deren Debut „When Dream and Day Unite“.
Bis heute halten viele Fans besagtes Album nicht nur für das beste des Traumtheaters, sondern Charlie auch für einen besseren Sänger als seinen Nachfolger James LaBrie.
Doch schon nach der folgenden Promotion Tour verließ der gebürtige New Yorker italienischer Abstammung die Truppe und kehrte sage und schreibe 15 Jahre lang der Musikszene den Rücken.
Erst das 15 - jährige Jubiläum dieses Meilensteins konnte Mr. Dominici dazu bewegen, erneut mit seinen Ex- Bandkumpels für einen denkwürdigen Special Gig die Bühne zu entern.

Dieser Auftritt hat den Haudegen – der übrigens bereits seit den 70ern aktiv ist – wohl Blut lecken lassen und ein Jahr später nahm er den ersten Teil seiner „03 A Trilogy“ Reihe auf.
Allerdings komplett im Alleingang mit akustischer Gitarre, ohne Band und auch ohne Label oder Vertrieb. Somit taucht dieses Teil quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit allerhöchstens mal bei amerikanischen Internet Auktionen auf.

O.K. – genug der Historie; Teil 2 liegt vor und mit dieser CD hämmert der gute Charlie ganz fest an die Tür, auf die in fetten Lettern das Wort „Klassiker“ genagelt ist!
Doch, wie eingangs erwähnt, haben wir es hier keinesfalls mit einem Solo Scheibchen zu tun.
Als „Begleitband“ konnte der Rückkehrer nämlich die italienische Progressive Metal Truppe SolidVision gewinnen, die es im vergangenen Jahr mit ihrer selbst vertriebenen Granate „The Hurricane“ zumindest in meine Jahres Top 10 geschafft haben.
Die jungen Südländer sind für zwei Drittel des Songwritings verantwortlich und - obwohl Namensgeber – lässt Charlie gar keine Zweifel aufkommen, dass hier wirklich eine Band am Start ist.

So darf sich die virtuose Instrumental - Mannschaft zunächst mal gute 8 Minuten lang beim Opener „The Monster“ austoben, tut das auch nach Herzenslust, bietet Klampfen - und Kesselkunst mit einem Qualitätslevel irgendwo in überirdischen Sphären, verhaspelt sich jedoch nicht selbstverliebt, sondern bietet eine abwechslungsreiche Ouvertüre zur nun kommenden Geschichte.

Zudem ein geschickter Schachzug, denn jeder Altfan wird sich in nervöser Spannung, wie der Meister denn heutzutage klingen mag, sämtliche Nägel incl. Finger abgekaut haben.
Nun, ganz so hoch wie anno dazumal singt Old Charlie natürlich nicht mehr, aber - und das wird im Laufe des Albums überdeutlich – mit wesentlich mehr Charisma. Steigt der amerikanische Italiener dann doch mal auf hohe Berge, macht er dort aber eine durchweg bravouröse Figur und steht einem Geoff Tate in nichts nach.

Ihre Musik bezeichnet die Truppe als „Melodic Progressive Metal“. Mir klingt das ein wenig zu profan. Statt dem „Melodic“ würde ich ein „Power“ in der Bezeichnung lieber sehen.
Zweifellos: die Melodien sind mitreissend, teilweise fast schon catchy, jedoch zu brillant, um mit dem bösen „Tralala“ Wort betitelt zu werden.

Ruhige und heftige Stimmungen wechseln sich ständig ab. „Ruhig“ bedeutet bei Dominici epische Erhabenheit und „heftig“ steht für Raserei.
Das Bindeglied zwischen diesen Extremen sind fette, groovige Riffs im Midtempo Bereich, allesamt hochklassig und mit leichten Prog Einsprengseln garniert.

Als mögliche Vergleiche nenne ich mal SolidVision (Oh, Wunder!) und - mit Abstrichen - auch Dream Theater (Oh, noch’n Wunder!), sowie Queensryche in guten Tagen und auch die bis dato beste Progressive Metal Truppe Europas, Stygma 4.

Absolut faszinierend ist auch die Story, die hier erzählt wird. Eine sehr komplexe Geschichte über Politik, Terrorismus und menschlichen Schicksalen, die manchmal so dicht beieinander liegen und sich doch niemals annähern können.
Ich möchte hier nichts verraten, aber das (akustische) Ende dieses zweiten Teils geht echt unter die Haut.

Die Produktion hat Charlie Dominici übernommen, die SolidVision Jungs haben co – produziert und auch hier haben das Idol und seine Jünger ganze Arbeit geleistet.

Ganz großes Ohrenkino!

Bereits veröffentlicht
Tracklist:
1. The Monster
2. Nowhere to Hide
3. Captured
4. Greed, the Evil Seed
5. School Of Pain
6. The Calling
7. The Real Life
8. The Cop
9. A New Hope

Line up:
Charlie Dominici – Vocals
Brian Maillard – Guitars
Yan Mailard – Drums
Riccardo Atzeni – Bass
Americo Rigoldi - Keyboards

DISCOGRAPHY:

2005 - 03 A Trilogy - Part 1
2007 - 03 A Trilogy - Part 2
2008 - 03 A Trilogy - Part 3

SQUEALER-ROCKS Links:

Dominici - 03 - A Trilogy - Part 2 (CD-Review)
Dominici - 03 - A Trilogy - Part 3 (CD-Review)

SONSTIGES:

BANDHOMEPAGE
Diesen Beitrag im Forum diskutieren