Squealer-Rocks.de CD-Review
Thessera - Fooled Eyes

Genre: Progressive Metal
Review vom: 15.02.2007
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label:



Thessera kommen aus Brasilien. Haben aber weder was mit mit Sepultura, noch mit Krisiun oder Angra (bei denen sie mal im Vorprogramm gespielt haben) zu tun. Die sechs Jungs vom Zuckerhut haben sich auf ihrer Debüt-CD „Fooled eyes“ dem komplexen, progressiven Metal verschrieben.

Die Komplexität von „Fooled eyes“ äussert sich in der Vielzahl an unterschiedlichen Stilen die von Thessera auf dem Album geeint werden. Zu den typischen Prog-Zutaten gesellen sich in der Musik von Thessera noch Versatzstücke aus dem Jazz, Blues, Swing und brasilianischen Rhythmen. Das kann funktionieren und zu einem spannenden musikalischen Cocktail werden. Der Schuss kann auch nach hinten losgehen und in wirren Verzettelungen enden, die dem jeweiligen Song zwar eine ungeheuere Musikalität verleihen, dem Stück selber aber nicht gut zu Gesicht stehen.

Genau das ist das problemastische an der vorliegenden Scheibe. Die einzelnen Stücke sind dermaßen überladen, dass keine der Melodien richtig im Ohr hängen bleiben will (positive Ausnahme: Das auch recht lange, aber eingängige „Party´s on“). Das trifft auch auf die Musik selber zu. Hier sind zweifellos Könner am Werk, keine Frage. Nur stellt sich die Frage, ob man das alle paar Takte unter Beweis stellen muss. Theressa verweilen immer nur wenige Takte bei einem Riff oder einem Songpart, so dass es für den Hörer extrem schwer ist, den Stücken zu folgen. Bestes Beispiel hierfür ist das am Anfang der Platte stehende, 10-minütige, „The gallery“. Der Song ist mit reichlich Ideen und Soli ausgestattet, aber so recht zünden will er nicht. Das liegt an den zu komplexen Arrangements (die Gitarren ergänzen sich mit dem Keyboard fantastisch und die Rhythmussektion lässt auch nichts anbrennen), die Sänger Marcelo Quina kaum Platz zur Entfaltung seiner weichen, sehr angenehmen Stimme lassen. Schade eigentlich, denn der Junge ist echt gut.

Klar kann man jetzt sagen: Das ist aber Prog. Da ist das so.
Eigentlich richtig, aber bei aller Komplexität sollten die Songs doch so gestaltet sein, dass sie nachvollziehbar und nicht zu sperrig daher kommen. Das haben Bands wie Prymary, die zudem noch eine äusserst vertrackte Storyline hatten, ja auch geschafft. „Fooled eyes“ ist definitiv ein Album, dass sich in erster Linie an Musiker richtet. Die können bei Songs wie „Broken psyches“, „Conflagration“ oder „Candlefire“ auch eine Menge entdecken, das Gros der Käufer wird jedoch das sauerverdiente Geld eher in andere Scheiben investieren.

Da es sich hier aber um ein Debütalbum handelt, ist bei Thessera noch Luft nach oben. Wenn sie in Zukunft die Arrangements besser ausarbeiten und die Eingängigkeit nicht vernachlässigen, können die Brasilianer auf internationaler Ebene noch ein Wörtchen mitreden. Talentierte Musiker sind sie allemal…
Wer reinhören möchte, tut das am besten bei „Party´s on“ und „Candlefire“.



Bereits erschienen.



Tracklist:
1. Le chef D´oeuvre
2. The gallery
3. Broken psyches
4. Candlefire
5. The leading roles
6. Party´s on
7. Inverse
8. Conflagration
9. Heaven´s gate

Line-up:
Marcelo Quina – Vocals
Nando Costa – Guitar
Raphael Lamim – Guitar
Marcelo Mattos – Bass
Fernando Cerutti – Drums




DISCOGRAPHY:

2006 - Fooled eyes

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