Squealer-Rocks.de CD-Review
Windfall - Infector

Genre: Metal
Review vom: 31.12.2005
Redakteur: Jack
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label:



Bis vor wenigen Jahren handelte es sich bei den Griechen von Windfall noch um eine typische Power Metal Band wie wir sie aus Skandinavien und Deutschland nur zu gut kennen. Das dachte sich das Instrumentalgespann der Band wohl auch, weswegen man den Sänger (mehrfach) austauschte, die Musik härter, nach amerikanischen „Neunzigerjahre-Vorgaben“, auslegte und die Kreissäge, äh Gitarre, mächtig zum rotieren brachte. Was daraus wurde? – INFECTOR gibt die Antwort.

Sicher ist: mit Power Metal hat INFECTOR so viel gemein wie AC/DC mit Thrash Metal. Windfall bewegen sich auf einer kantigeren und ebenso härteren Schiene, die ein wenig an die Mitneunziger-Ergüsse von Pantera (z.B. FAR BEYOND DRIVEN aus dem Jahre 1994) und die im Thrash verwurzelten Anthrax Alben erinnert. Sprich: schnelle, abgefahrene Gitarrensoli, wie sie Dimebag Darrell (R.I.P.) besser nicht spielen hätte können, bedecken ein kerniges, tobendes Schlagzeug/Bassgerüst. Darüber tönt auf dem Olymp mit Vangelis Papavasiliou (was für ein Name!) ein Sänger, der Grunzgesang mit Schreien und einer kleinen Brise Rap gekonnt kombiniert und sich nicht störend auf das Album auswirkt, sondern sich sehr gut in die Songs eingliedert. Anders als noch beim Vorgängeralbum TIME OF THE HAUNTED auf dem versucht wurde Power Metal mit tiefen Grunzlauten in Einklang zu bringen. No chance! Gut, daran waren auch nur drei der jetzigen sechs Bandmitglieder beteiligt (Gitarrist Leonidas Deligiorgis, Bassist Iraklis Deligiorgis und Keyboarder Kostas I. Giannikopoulos).

Um INFECTOR noch eine kleine Eigennote zu verpassen, verleihen die Griechen mit düsteren Keyboardsamples den zehn Songs noch einen winzigen Gothic-Touch, den man bei den amerikanischen Vorbildern selbstredend nicht findet.
Absolutes Highlight des 43-minütigen Albums stellt die Eröffnungsnummer „Poisoned Mastermind“, die mit dem Wechsel vom Sprech- zum Grunzgesang spielt und mit einer schönen Keyboarduntermalung, sowie einem tollen Gitarrenriff und Drumbeats auf Zustimmung des Rezensenten stößt. Ebenfalls nicht unbeachtet lassen, dürfen wir das Pantera-Gedächtnis-Lied „Hatedrops“, das geheimnisvolle, leicht unscheinbare „Clone Generation“, die High-Speed-Nummer „Catacomb Princess“ und der ausgezeichnete Abschluss „Last Dance On Fire“, in dem orientalische Gitarrenklänge und ein gasgebendes Schlagzeugspiel auf Sprech-, Grunz- und klaren Gesang treffen.

Fazit: Mission erfolgreich, Patient lebt! Nachdem ich davon gelesen habe, dass Windfall einst dem klassischen Power Metal frönten, war ich von INFECTOR erst enttäuscht, später überrascht und am Ende endgültig überzeugt. Die sechs Griechen verfallen anno 2005 zwar nicht in eine, vielleicht wünschenswerte, Selbstständigkeit, wenn man von einigen Ansätzen mal absieht, geben aber harte, US-amerikanische Töne zum besten mit denen man das Moshpit zum brodeln bringen kann. We will see...


Tracklist:
1. Poisoned Mastermind
2. Hatedrops
3. Scenes Of My Pestilence
4. Clone Generation
5. Catacomb Princess
6. Injection Mutiny
7. Liquid Flesh Divine
8. Asylum Grave
9. The Infector
10. Last Dance On Fire

Anspieltipps: Poisoned Mastermind, Hatedrops, Clone Generation, Last Dance On Fire

Band Line-Up:
Vangelis Papavasiliou – Gesang
Leonidas Deligiorgis – Gitarre
Stelios Koslidis – Gitarre
Iraklis Deligiorgis – Bass
Kostas Gialos – Schlagzeug
Kostas I. Giannikopoulos – Keyboards

DISCOGRAPHY:

1999 - Crystalized
2001 - Adamantia
2003 - Time Of The Haunted
2005 - Infector

SQUEALER-ROCKS Links:

Windfall - Infector (CD-Review)

SONSTIGES:

BANDHOMEPAGE
Diesen Beitrag im Forum diskutieren