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Plexus - Plexus

Genre: Power Metal
Review vom: 01.06.2004
Redakteur: Jack
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label:



Wen man die Metal-Landkarte ausbreitet und auf Brasilien blickt, fällt einem nach 666 Millisekunden sofort die Tribal Metal Formation Sepultura respektive Soulfly ein. Ansonsten scheint dort unten in Südamerika metallisch aber nicht viel los zu sein, doch der Schein trügt. Dass es auf dem Zuckerhut gute Metalkapellen gibt, beweist das Power Metal Trio Plexus aus Salvador, das in der Heimat als der Newcomer des Jahres 2003 gilt.

Schon nach nur ein paar Durchläufen von PLEXUS fällt einem der kleine Sepultura Einschlag im Sound der drei Brasilianer auf, welcher sich zumindest im Traditionellen-Teil des Albums wiederfindet. Diese Vermutung bestätigt auch gleich der Opener „Natural Born Leaders“, der mit dem 3-Wort-Refrain vage an den Sepultura Klassiker „Roots Bloody Roots“ erinnert, dessen Klasse Plexus aber trotzdem (noch) nicht ganz erreichen können.

Das Hauptaugenmerk der Truppe liegt eher auf dem Heavy Metal, wie ihn Iron Maiden jahrelang praktizierten, als Bruce Dickinson die Leute noch zu den Hügeln rennen ließ.
Wer jetzt denkt, dass Sepultura und alte Maiden den Klang von Plexus ausmachen, hat sich jedoch gewaltig geschnitten, da sich Plexus nämlich nie einem festgelegten Stil verschreiben.
Mal drückt das Trio mächtig auf das Tempo (Bsp.: „Natural Born Leaders“), ein anderes mal groovt der Song lässig vor sich hin („Heart Breaker“), wobei Marcelo Martins, Ricardo Sobrinho und Iassa auch ruhigere Parts (beispielsweise in „Second Earth“) und Songs (z.B.: „Not A Chance“ und „Heart Breaker“) nicht vernachlässigen.
Dass die Lieder, trotz der teils hohen Geschwindigkeit, dem Hörer ziemlich zugänglich sind, lässt Vergleiche mit den Bay Thrashern Megadeth aufkommen. Beim Instrumental „Ronin“ lassen die drei die Musik für sich sprechen und trotzdem denkt man der Song sei ein ganz normales Lied mit Gesang, was auf die ausgezeichneten Melodien von Plexus hinweist.

Die beiden Stücke „Once In A Heart“ und das eingängige „Arrival“ umfassen und repräsentieren alle Merkmale die PLEXUS ausmachen: schnell, hart, groovig, Tempowechsel zu ruhig und wieder zurück zu schnell.

Auch Sänger/Gitarrist Marcelo Martins macht auf PLEXUS mehr als nur einen guten Job, indem er beweist, dass er nicht nur ein guter Shouter (wie bei „Natural Born Leaders“), sondern auch ein fast ebenso guter Sängerknabe, der einem Album die nötige Abwechslung geben kann, ist (z.B. in „Second Earth“, „Once In A Heart“, oder „Epic Chaos“).

Fazit: I love Brazil!
PLEXUS ist dem neuen Album PROPHECY von Soulfly mindestens ebenbürtig. Mit diesen kraftvollen neun Tracks brauchen sich Plexus auf alle Fälle nicht vor Genre-Größen und der brasilianischen Konkurrenz verstecken. Plexus „White Album“ (auf das Cover bezogen) strotzt nur so von Ideenreichtum der von Hard Rock bis Power Metal alles vereint.


Tracklist:
1. Natural Born Leaders
2. Second Earth
3. Written Rules
4. Not A Chance
5. Once In A Heart
6. Ronin
7. Arrival
8. Epic Chaos
9. Heart Breaker

Anspieltipps: Natural Born Leaders, Not A Chance, Once In A Heart, Arrival

Band Line-Up:
Marcelo Martins – Gesang, Gitarre
Ricardo Sobrinho – Bass
Iassa – Schlagzeug

DISCOGRAPHY:

2004 – Plexus

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