Squealer-Rocks.de CD-Review
Strangelet - Tainted - EP

Genre: (Progressive) Heavy Rock
Review vom: 10.05.2014
Redakteur: maddin
Veröffentlichung: Out now
Label: Eigenproduktion



Strangelet kommen aus dem Heilbronner Raum und sind in zweierlei Hinsicht ungewöhnlich:
Da wäre zunächst mal die untypische Bandkonstellation. So besteht das Line Up aus dem alten Hasen Stefan Zörner am Gesang, den gut Informierte sicherlich noch aus seinen Tagen mit Lanfear kennen.

Ihm zur Seite steht eine Truppe die 20 – 24 Jahre jünger ist.
Doch, soviel vorweg: Der Süddeutsche nutzt diesen Generationsunterschied zum Vorteil aus und so hört man einen frischen Mix aus Tradition und Moderne.
Das zwote Unikum ist, dass das einzig weibliche Mitglied, Jessica Stuart, der Truppe an den Drums sitzt. Habe ich zumindest so noch nicht erlebt.

Strangelet beschreiben ihren Stil selbst als „melodiösen Hard'n'Heavy Rock klassischer Prägung“.
Nun ja – leider haben sie nun das Pech, dass der Besserwisser Maddin ihre EP bespricht.
Eine „klassische“ Ausrichtung kann der selbst ernannte Experte hier nur bedingt ausmachen.
Ein Keyboard, das gelegentlich mal nach Jon Lord klingt, hievt einen Song noch lange nicht in die Kategorie „Classic Rock“.

So, das hätten wir geklärt, kommen wir nun zum netten Teil meiner kleinen Kritik.
Fazit vorab: Strangelet bieten richtig tollen, mitreissenden, abwechslungsreichen und höchst intelligenten Heavy Rock (ja, das stimmt...) und überzeugen durch intelligentes Songwriting und einem sehr ungewöhnlichen, gleichfalls brillanten Gesang.

Der Opener und Titelsong jedoch lässt zunächst mal Gedanken an Metallica aufkommen und das Riff sowie der Gesang erinnern schon sehr stark an „Enter Sandman“. „Gar nicht gut“, denkt der Rezensent. Gottlob kriegt die Nummer noch die Kurve und die Combo mengt den Hetfield Tunes eine Menge origineller Einsprengsel bei, und es entwickelt sich ein schöner hymnenhafter Track,inclusive Mitsingfaktor.

„Stillborn“ beginnt mit weichem Gesang und steigert sich dann zu einer Power Ballade im besten Sinne.
Mit der Startnummer drei geht „Pay to Break“ ins Rennen, das mich gar an Prog Bands wie Arena erinnert. Für mich die beste Nummer auf der EP. Dezenter Prog Metal mit Hang zum 70er Prog Rock der Marke Jethro Tull.

Bei „Hiding Star“ erlebt auch Sänger Stefan seine Sternstunde. Seine Vocals erinnern gelegentlich gar an Tobi Sammet, dennoch behält er sein eigenes Charisma. Die Midtempo Nummer bietet sehr elektronischen Heavy Rock mit Prog Elementen, vergleichbar mit Ayreon. Wunderbar!
Den Abschluss bildet die wunderschöne Ballade „All that's left“. Der Gesang steigert sich noch einmal und spätestens jetzt haben die Burschen nebst Mädel die Champions League erreicht.
Ein dezentes E – Piano, ganz leise an ein Akkordeon erinnernde Klänge, dazu eine wunderschön tönende Lead Guitar machen diese akustische Wohltat zu einem der atmosphärischsten Songs, die ich in den letzten Jahren gehört habe.
Ist so'n Lied, bei dem man mit seinem Schatz am See sitzt und einfach nur alles schön findet---Herrlich!

Strangelet haben unheimlich viel Potential und Talent. Dennoch geht diese EP nicht ohne Verwarnung vom Platz. Der Gesamtsound ist weniger als Durchschnitt und der Klang der Drums ist schlicht indiskutabel.
Das geht heutzutage selbst auf Demos besser.
Da die Band diese EP aber auch nur als Appetizer aufs kommende Album sieht, freuen wir uns, statt zu meckern.
Von dieser Truppe werden wir noch hören!

Tracklist:
1. Tainted
2. Stillborn
3. Pay to Break
4. Hiding Star
5. All that's left


Line up:
Stefan Zörner – Vocals, Keys
Tobias Eurich – Guitar
Jonas Kümmerle – Keys
Jessica Stuart – Drums
Finn Janetzky - Bass

DISCOGRAPHY:

2014 - Tainted - EP

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