Squealer-Rocks.de CD-Review
Shotgun Express - Gypsy Blues

Genre: Sleaze / Glam Rock
Review vom: 02.04.2012
Redakteur: maddin
Veröffentlichung: 05.04.2012
Label: Sound Guerilla



„Wir machen Musik für Junkies, Drogendealer, Gesetzlose und alle anderen, die auf geilen Hardrock stehen!“ So derart bescheiden tönen Shotgun Express in ihrem Info Text.
Oha! Da hat ja jemand richtig große Fresse! Pech für die Jungs, dass sie auf den Review Schreiber mit der noch größeren Fresse stoßen. Da wollen so ein paar Jünglinge den alten Herren erklären, was Rock'n'Roll ist?
Na, das wollen wir erstmal sehen. Zudem kann ich mir nicht vorstellen, dass kolumbianische Drogendealer auf Hardrock stehen. Die hören eher Ennio Morricone, wenn Ihr versteht, was ich meine.

Mal im Ernst: Natürlich ist die große Schnauze in diesem Genre Programm und die Art, wie sich die Burschen aus Stuttgart präsentieren ist schon in Ordnung. Nur eins stört mich: Sie haben diese Masche eigentlich gar nicht nötig. Der Hinweis „wir machen Mucke, wie es Cinderella und Skid Row einst getan haben, und mischen noch ein paar Southern Rock Einflüsse hinzu“ wäre treffender und weniger peinlich gewesen.

Denn das, was hier geboten wird, sticht aus der mittlerweile unüberschaubaren Menge heraus und überzeugt selbst alte Knochen wie mich. Stilistisch liegen Shotgun Express, wie schon gesagt, irgendwo zwischen kernigem Hardrock und dem guten alten Sleaze. Bands wie Faster Pussycat oder die L.A. Guns gehören sicherlich zu Faves der Jungs, doch im Grunde wehre ich mich gegen zu enge Parallelen.

So donnert die Bandhymne als Opener speedig durch die Boxen und präsentiert neben einem Aerosmith Riff eine unheimlich tolle Harmonie, die wiederum von KISS sein könnte.
Ein absoluter Hammer ist der Titeltrack. Hier klingen die Schwaben so trocken wie Molly Hatchet zu ihren besten Zeiten. Hier klingen sie richtig „alt“ - was als Kompliment gemeint ist.
Ein Kracher ist auch der „Gentleman“, mit einer absolut tollen Textzeile. Bei dieser hart rockenden und stampfenden Nummer will ich nicht glauben, dass die Jungs nicht schon seit 20 Jahren aktiv sind.

Und das ist im Grunde das, was diese CD ausmacht. Man meint echt, hier würden Veteranen musizieren. Das beste Beispiel ist die tolle Ballade „Angel without Wings“. So einen Song würde ich mir heutzutage von Cinderella wünschen. Glückwunsch nach Stuttgart.

Das dem Album zum Ende hin etwas die Puste ausgeht, empfinde ich als nicht dramatisch. Ein gewisses Niveau wird niemals unterschritten, auch wenn man gewisse Lieder besser nicht covern sollte...

Die Produktion ist OK, von daher empfehle ich jedem Freund der genannten Bands, sowie Fans von Hardcore Superstar und Verwandten diesen Longplayer mit gutem Gewissen.

Nur eins, das kann ich mir nicht verkneifen: Beim nächsten Album im Vorfeld etwas weniger dick auftragen und einfach sagen :“Let the Music do the talking!“.

Tracklist:
1. Shotgun Express
2. From The Gutter
3. Gypsy Blues
4. Gentleman
5. Angel Without Wings
6. A Wasted Life
7. Victory Or Death
8. L.A.M.F.
9. Suicide
10. When A Man Loves A Woman

Line-Up:
Diamond Flow – Gesang
Johnny Cobra – Gitarre
Scott Damn – Gitarre
Robin Robben – Bass
Matt Lush – Drums


DISCOGRAPHY:

Sorry, noch keine Discography eingestellt.

SQUEALER-ROCKS Links:

Shotgun Express - Gypsy Blues (CD-Review)

SONSTIGES:

BANDHOMEPAGE
Diesen Beitrag im Forum diskutieren