Squealer-Rocks.de CD-Review
Negative - Sweet & Deceitful

Genre: Melodic Gothic Rock
Review vom: 23.05.2005
Redakteur: Jack
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label:



Finnland ist schon (für die geringe Einwohnerzahl im Vergleich zu Deutschland) ein sehr ulkiges Musikland. Die Chartsgucker erfreuen sich an Klängen der International erfolgreichen Bands wie The Rasmus oder H.I.M., während es für den Heavy Metaller zahlreiche Truppen gibt wie beispielsweise Dreamtale oder Twilightning, die der breiten Masse (noch) nicht bekannt sind. Warum das ganze „Scheißpalaber“, werdet ihr euch fragen. Ganz einfach: die 1997 gegründeten Negative bewegen sich zwischen diesen beiden finnischen Plattformen.

Auffallen tun Negative anfangs weniger durch musikalische Genialität als durch ein zwiespältiges äußeres Erscheinungsbild. Wenn man sich das Albumcover betrachtet, auf dem die sechs Musiker abgebildet sind, fühlt man sich wie auf einer Zeitreise in die späten Achtziger als Glam und Poser Rock der Marken Guns’N’Roses, Mötley Crüe und Twisted Sister gerade voll angesagt war. Schmuddelig zum einen, tuntig (Sänger Jonne Aaron von einer Frau zu unterscheiden, fällt nach dem ersten Blick sehr, sehr schwer) und immer bis auf’s allerletzte gestylt zum anderen. Meinen Hoffnungen auf ein endgültiges Ende dieser „Ära“ hat dies natürlich einen dicken, fetten Strich durch die Rechnung gemacht. Na ja, was soll’s, jeder wie er will. Wenn man sich von seinem Lachkrampf erholt oder sein Verlangen nach etwas Hochprozentigem als Verdauung gestillt hat, wagt man sich hoffentlich mal an den Inhalt von SWEET & DECEITFUL heran, auch wenn’s einem schwer fällt.

Versuchen wir trotzdem mal uneingenommen davon die Musik von Negative zu beurteilen. Musikalisch verfolgen die sechs Finnen nämlich das Ziel eingängigen Melodic Metal (zeitweise auch Rock) der Vorbilder Stratovarius und Konsorten mit chart-kompatiblen „Herzschmerz“ Texten (siehe Titel wie „The Moment Of Our Love“ oder „Until You‘re Mine“) und der dazugehörigen, von H.I.M. ins Leben gerufenen, Musik zu paaren. Zum größten Teil geht dieses Konzept auch voll auf. Denn zum Beispiel die in der Tracklist auf Nummer zwei und drei plazierten Stücke „Frozen To Lose It All“ und die auf Viva+ rotierende Single „The Moment Of Our Love“ benötigen keine große Anlaufzeit, um sich dem Hörer zu entfalten. Klar, steht bei der Band das Anstreben von Radiotauglichkeit ziemlich weit vorne, weshalb auch nahezu belanglose Nummern („Locked In The Dark Side“, „My My – Hey Hey (Out Of The Blue)“, „Neverending Parade“) den Weg auf SWEET & DECEITFUL gefunden haben.

Fazit: Negative laufen Gefahr nur aufgrund ihres „tollen“ Äußeren beurteilt zu werden. Darauf möchte ich aber an dieser Stelle nicht weiter eingehen. Ansonsten bleibt festzuhalten, dass die Truppe es gut versteht hittaugliche Melodien mit Anspruchsvollerem zu verbinden. So versteckt sich auf SWEET & DECEITFUL die ein oder andere Perle (siehe unten „Anspieltipps“) neben einigem eher unwichtigen Material. Potenzial ist vorhanden – keine Frage!

VÖ: 23. Mai 2005

Tracklist:
1. Intro
2. Frozen To Lose It All
3. The Moment Of Our Love
4. Creeping Inside
5. Locked In The Dark Side
6. In My Heaven
7. My My - Hey Hey (Out Of The Blue)
8. Neverending Parade
9. L.A. Feeding Fire
10. Until You're Mine
11. About My Sorrow
12. Secret Forgivness
13. Angels Won't Lie

Anspieltipps: Frozen To Lose It All, The Moment Of Our Love, In My Heaven, About My Sorrow

Band Line-Up:
Jonne Aaron - Gesang
Larry - Gitarre
Christus - Gitarre
Antti - Bass
Jay - Schlagzeug
Snack - Keyboards

DISCOGRAPHY:

2003 – War Of Love
2005 – Sweet & Deceitful
2006 – Anorectic

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