Squealer-Rocks.de CD-Review
Ken's Dojo - Reincarnation

Genre: Heavy Rock / AOR
Review vom: 07.09.2010
Redakteur: maddin
Veröffentlichung: Bereits veröffentlicht
Label: AOR Heaven



Ein Dojo ist eine Übungshalle für japanische Kampfsportarten. Nun ist der Namensgeber dieses (Solo -) Projekts mitnichten Asiat, sondern Norweger, seine Musik klingt erfreulich selten nach harten Fights und üben muss der Gute schon gar nicht.
Ken Ingwersen ist nämlich einer der gefragtesten und besten Gitarristen, Songwriter und
Produzenten Skandinaviens in Personalunion.
Meistens im Pop -Bereich unterwegs, sind seine Referenzen auch im Hartwurst - Sektor mit Namen wie Glenn Hughes, TNT, Dan Reed oder der Ken Hensley Band absolut erstklassig.
Nun, endlich, legt der Mann sein erstes Solo Album vor, und das hat es in sich.

Nicht nur die Liste seiner Gäste ist lang -laaaaang -, was der Nordmann hier an Vielseitigkeit
vorlegt sucht seinesgleichen. Und quasi nebenbei hat sich zwischen die elf Songs so manches Juwel geschmuggelt. Da strahlt bpsw. der Opener "Forever" in fantastisch epischem Metal Gewand. Mit mächtigen Midtempo - Riffs und einem genialen Gesang von Michael Eriksen (Circus Maximus) huldigt man überzeugend der Black Sabbath Ära mit Tony Martin.
Noch geiler wird es mit "Keeping the Flame Alive", einer extrem stimmigen Mischung aus Saga und Queensryche, mehr als genial gesungen von Nils K. Rue (Pagan's Mind).
Wer nun allerdings meint, das Dojo wäre ein reines Stahlwerk, sieht sich schwer getäuscht.

Altmeister Glenn Hughes intoniert die gute, aber nicht überragende, Halbballade "I Surender" mit gewohntem Pathos und das akustische Klima wird schlagartig moderater.
Der Titelsong mit einer fantastischen Dame am Gesang, deren Name mir leider nicht bekannt ist, erreicht schon beinahe Sade Dimensionen. Kann man mögen, muss man nicht, aber irgendwie ein
Ohrwurm (und was für einer!).

Er wird Zeit, dass der Meister zeigt, was er kann. "Momentas A Solas" ist Instrumental- Mucke, wie ich sie liebe. Keine Griffbrett - Wichsereien, sondern Gesangsmelodien auf der Sechssaitigen.
Schön, sehr schön. Kitschig, fast zum Schunkeln. Aber eben .... schön.
"Demons In Diamonds" dagegen ist rotziger Hardrock im Stil von Strangeways oder Steelhouse Lane, ohne jedoch deren Niveau zu erreichen.
Der Zwillingsbruder "Come Alive" folgt auf dem Fusse, siehe oben.
Das Instrumental Numero Zwo, "EI Recreo", klingt eigentlich genauso wie das erste. Trotzdem schön.
Die Halbballade "Set This Angel Free" wechselt zwischen dezent progressiven und AOR Elementen und verdient ein Prädikat. In diesem Fall "Güteklasse A".

Beim anfangs rein akustischen "Rain" handelt es sich um einen der eingangs erwähnten Juwelen.
Kaum zu glauben, wozu ein guter Songwriter und exzellente Musiker in der Lage sind, wenn sie eine Schnulze vertonen.
Das Ding ist so schöööön, dass man dermaßen mit dem Wegputzen der Tränen beschäftigt ist, ohne zu merken, wie dämlich das abschliessende Instrumental "Soundcheck Bonanza" ist.
Gut so.

Es gibt sehr, sehr wenige Künstler, die erfolgreicher Produzent, Gitarren - Virtuose und Songwriter gleichermaßen sind und dennoch ein relativ bescheidenes und absolut unterhaltsames Album zustande bringen. Ehrlich gesagt, sind mir neben Ken Ingwersen nur noch der Brasilianer Joey Summer oder Erol Sora als Personen bekannt, die so etwas können.
Sicher, nicht alles ist Gold, was der Mann hier bringt. Auch muss man ein hohes Maß an Toleranz besitzen um unbeschwert geniessen zu können.
Doch, irgendwie - IRGENDWIE - ist "Reincarnation" ein höchst interressantes Album, das einen lange Zeit nicht mehr loslässt.

Tracklist:
01:Forever
02:Keeping The Flame Alive
03:I Surrender
04:Reincarnation
05:Momentos A Solas
06:Demon In Diamonds
07:Come Alive
08:El Recreo
09:Set This Angel Free
10:Rain
11:Soundcheck Bonanza

DISCOGRAPHY:

2010 - Reincarnation

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Ken's Dojo - Reincarnation (CD-Review)

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