Squealer-Rocks.de CD-Review
Mystic Circle - The Bloody Path Of God

Genre: (Melodic) Black + Death Metal
Review vom: 17.02.2006
Redakteur: Jack
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label:



Wer sich über schwarz zugekleisterten Death Metal made in Germany unterhält, kommt in keinem Fall um die Erwähnung der 1992 gegründeten „Schlächter“ von Mystic Circle herum. Mit einem Bandnamen, um den sie jede zweite True Metal Kapelle beneiden würde, und einem wiedererkennbaren Sound geht das Thrash/Black/Death Metal Geschwader in die nunmehr siebte Runde: THE BLOODY PATH OF GOD, in vieler Hinsicht die beste Veröffentlichung von Beelzebub und Co..

Erstaunt darf man davon sein, muss man aber nicht. Denn zum ersten mal in ihrer Bandgeschichte ließen sich die „satanischen“ Herrschaften mit dem komponieren und einspielen ihrer facettenreichen Lieder genügend Zeit. Seit THE GATES OF HELL sind stolze drei Jahre vergangen, in denen man in dem Hamburger Label Dockyard1 den passenden Partner für das Vermarkten der schwarzmetallischen Hymnen fand.

Großen Anteil an dem Gelingen von THE BLOODY PATH OF GOD, bei dem inhaltlich wie üblich das Christentum auf unterschiedliche Arten (man beachte hierbei mal Liedtitel wie „Nine Plagues Of Egypt“ oder „Church Of Sacrifice“) sein Fett wegbekommt, hatte der ehemalige Mystic Circle Schlagzeuger Alexander Koch, der nicht nur für die Drumparts, sondern auch für die, bei Mystic Circle erstmals, hervorragende Produktion als Hauptverantwortlicher ausgemacht werden kann. Mit dieser kernig packenden Produktion hat man sich mit einem großen Schritt von den in soundtechnischen Belangen her gesehen im Nirwana befindlichen Schwarzmetallkapellen aller Herren Länder entfernt.

Nach dem Intro „Psalm Of The End“, über welches wir mal bedächtig den Mantel des Schweigens legen, beginnt sich das Album (weil er so schön ist, nochmal der Titel) THE BLOODY PATH OF GOD mit den an Dimmu Borgir, bevor diese damit begonnen haben „Weichspüler“ Black Metal zu spielen, erinnernden Anfangsstücken „The Bloody Path Of God“, „Doomsday Prophecy“ und „Nine Plagues Of Egypt“ kräftig zu entfalten. Insbesondere Erst- und Drittgenanntes dürfte zu dem besten Material der Geschichte des Trios und den gesamten letzten Auswüchsen der nationalen und internationalen Black Metal Szene gehören.

Einzig mit der Halbzeit geht der Trackliste und daher den musikalischen Inhalten ein wenig die Puste aus und das „Gebräu“ aus den Songs „Church Of Sacrifice“, „Unholy Terror“ und „Circle Of Tyrants“ versinkt im Mittelmaß, lässt die Frische etwas vermissen und kann so den herausragenden Vorausläufern keine Paroli mehr bieten. Da helfen auch diverse, wenn auch für die Ohren schön erklingende, Gestaltungsvariationen in Form von Geschwindigkeitsdosierungen nicht. Die Ernte ist eingebracht.

Fazit: Das trostlos erscheinende Black Metal Feld bekommt anno 2006 endlich wieder einen wahren Leader: Mystic Circle melden sich zurück und zeigen sich mit THE BLOODY PATH OF GOD schlagkräftiger denn je. Schnelle Thrash/Deathattacken münden in feinste Black Metal Schreiorgien oder in symphonische, spannungsaufbauende Parts. Da ignorieren wir auch mal die nachlassende Leistungsbereitschaft gegen Ende.

VÖ: 17. Februar 2006

Tracklist:
1. Psalm Of The End (Intro)
2. The Bloody Path Of God
3. Doomsday Prophecy
4. Nine Plagues Of Egypt
5. The Grim Reaper
6. Riders Of The Apocalypse
7. Hellborn
8. Church Of Sacrifice
9. The Forgotten
10. Unholy Terror
11. Memento Mori (Outro)
12. Circle Of Tyrants

Anspieltipps: The Bloody Path Of God, Nine Plagues Of Egypt, Hellborn

Band Line-Up:
Beelzebub – Gesang, Bass
Ezpharess – Gitarre
Necrodemon – Schlagzeug

DISCOGRAPHY:

1997 – Morgenröte
1998 – Drachenblut
1999 – Infernal Satanic Verses
2000 – The Great Beast
2002 – Damien
2003 – The Gates Of Hell
2004 – Unholy Chronicles 1992 – 2004
2006 – The Bloody Path Of God

SQUEALER-ROCKS Links:

Mystic Circle - The Bloody Path Of God (CD-Review)

Beelzebub von Mystic Circle (Interview)
SONSTIGES:

BANDHOMEPAGE
Diesen Beitrag im Forum diskutieren