Squealer-Rocks.de CD-Review
Neverland - Ophidia

Genre: Progressive Metal
Review vom: 20.03.2010
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: 26.03.2010
Label: AFM Records



Es ist aus schreiberischer Sicht wahrscheinlich nicht allzu schlau ein Fazit schon in der Einleitung zu einem Review zu ziehen. An dieser Stelle wird das Fazit aber ausnahmsweise einmal vorweg genommen. Die türkisch-griechische Gemeinschaft NEVERLAND legt mit ihrem zweiten Album „Ophidia“ eine Platte auf den Tisch, die in keiner Progressive-Metal Sammlung fehlen darf. Fans von ergreifenden Melodien, knackigen Riffs und komplexen Songgebilden haben hier Geld beim Händler des Vertrauens auf den Tresen zu legen. So einfach ist das manchmal.

„Ophidia“ ist die erste progressive Metal-Scheibe seit langer Zeit, die mir mal wieder Schauer des Entzückens über den Rücken jagt. Angefangen bei der amtlichen Produktion, die heavy aus den Boxen kracht, aber dennoch genügend Spielraum für die Feinheiten der Songs lässt, ist hier ausnahmslos alles im grünen Bereich. Gleich der Opener „This Voice Inside“ bringt alle Stärken der Band auf den Punkt und fängt den Hörer mit einer Ohrwurmmelodie, die einen nicht mehr los lässt. Das kurze, in den Song integrierte, Intro weist den Weg zu einem wunderbaren Progressive-Metal Erlebnis. NEVERLAND verbinden zuckersüße, dabei aber keineswegs klischeehafte, Melodien mit harten Gitarren und abwechslungsreichen Songstrukturen.


Damit wären die Hauptzutaten für den NEVERLAND-Sound schon genannt. Dass „Ophidia“ nicht in Langeweile abdriftet, liegt an den vielen Einflüssen, die die Band in ihre Kompositionen einbringt. „Final Odyssey“ beispielsweise beginnt mit einer popartigen Keyboard-Einlage, die sich in eine typische MIKE OLDFIELD-Melodie verwandelt. Diese immer wiederkehrende Melodie ist ein Teil des Spannungsbogens, auf den NEVERLAND im Laufe des Songs immer wieder zurück greifen. Dem gegenüber stehen, nicht nur in „Final Odyssey“, die komplexen Rhythmen, die seit jeher einen festen Bestandteil der progressiv gespielten Musik darstellen. Es werden auf „Ophidia“ also nicht nur Technikfans angesprochen, sondern auch Hörer, die sich an schönen Melodien erfreuen. Wenn man jetzt auf die Idee kommt, dass durch den technischen Anspruch und die schönen Melodien der Härtegrad auf der Strecke bleibt, dann sieht man sich hier getäuscht.


NEVERLAND verstehen es perfekt, die oben genannten Merkmale mit harten Riffs und, an den richtigen Stellen im jeweiligen Song, immer wieder straight gespielten Rhythmen zu verbinden. Dies kommt am besten bei „Invisible War“ zum Tragen, welches trotz vieler Rhythmuswechsel eher straight gespielt daher kommt und die nötige Härte besitzt. Klar, auch hier sind viele Feinheiten (insbesondere bei der Gitarrenarbeit) in den Song eingeflochten, diese fügen sich aber wunderbar in den Kontext ein.


Es ist schon beeindruckend, welche musikalische Konstanz „Ophidia“ innewohnt. Einige der Nummern brauchen zweifelsohne mehrere Durchläufe, wodurch die Langlebigkeit der Scheibe aber um ein Vielfaches steigt. Freunde progressiver Musik werden mit „Ophidia“ ebenso gut bedient wie der ‚normale‘ Metal-Fan, der auch SYMPHONY X und Konsorten nicht abgeneigt ist. Ein Album voll technischen Anspruchs und zum Träumen schöner Melodien. Viel besser kann man diese Art von Musik nicht spielen.



Tracklist:
01. This Voice Inside
02. Silence The Wolves
03. Ophidia
04. Will Of God
05. Invisible War
06. Places Unknown
07. No One Leaves The Hive
08. Speak To Me
09. Ashes To Fall
10. Final Odyssey
11. Into The Horizon


Line-Up:
Oganalp Canatan – Vocals
Iris Mavraki - Vocals
Emrecan Sevdin - Drums
Onur Ozkoc - Guitars
Burak Kahraman - Guitars
Can Dedekarginoglu - Bass
Guney Ozsan - Keyboards

DISCOGRAPHY:

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