Squealer-Rocks.de CD-Review
Big Ball - Hotter Than Hell

Genre: Rock'n'Roll
Review vom: 14.03.2010
Redakteur: Eric
Veröffentlichung: 19.03.2010
Label: AFM



Wenn es einen Preis gäbe für die am wenigsten originelle Scheibe in diesem Jahr, Big Ball wären ein heißer Anwärter auf den Thron. Dürfte der Kapelle allerdings auch mächtig weit am Arsch vorbeigehen, denn bei „Hotter Than Hell“ geht es nur um eines: Der ungetrübten AC/DC-Huldigung.

Leider lassen sich Infos über die Kapelle weder aus dem Promo-Flyer noch auf der Homepage oder der MySpace-Seite der Band erfahren. Sie kommen aus Deutschland, Debauchery's Thomas Gurrath steht der Kapelle wohl vor und abgemischt wurde die Rock'n'Roll-Party von Dennis Ward. Mehr Fakten gibt’s nicht, wenngleich ein weiterer nach dem ersten Durchlauf hinzugefügt werden kann: Im Grunde sind Big Ball eine AC/DC-Coverband mit eigenen Songs.

Stilistisch liegen Big Ball damit sehr eng bei ihren Landsleuten von Bullet, was nicht zuletzt mit dem Mann am Mikro zusammenhängt. Wer immer es sein mag, er krächzt und schreit sich in allerbester Bon Scott meets Brian Johnson-Manier durch die 13 Nummern der Scheibe. Stimmlich hart an der Grenze, wird der ständig bemüht raue Gesang dem ein oder anderen vermutlich im Laufe der Zeit eher auf die Eier gehen. Musikalisch sollte man „Hotter Than Hell“ als das betrachten, was es vermutlich auch sein soll, ein Fun-Projekt nämlich. Und Spaß macht die Scheibe ganz ohne Zweifel zumindest dann, wenn man dem Sound der Gebrüder Young von Down Under was abgewinnen kann. Die komplette Spielzeit darf als Verbeugung vor der vielleicht größten Rock-Band aller Zeiten angesehen werden, und Big Ball verstehen es, bei Nummern wie „Big Ball Crew“ oder dem Titelsong, den Groove und die Vibes des Originals höchst gelungen rüberzubringen.

Eine Stunde lang wippt der Fuß zufrieden mit, auch wenn sich mit zunehmender Spieldauer doch etwas Langeweile breit macht. Bei aller Laune ist das Material extrem gleichförmig ausgefallen, und wirkliche Highlights fehlen ebenso wie absolute Ausfälle. Aber okay, für variables Songwriting und stilistische Überraschungen sind ja nun AC/DC auch nicht gerade bekannt, insofern sollte dieser Punkt zumindest für die Anhänger der Band kein echtes Manko darstellen. Genau die sollten auch mal ein Ohr riskieren, für die ein oder andere unterhaltsame Umdrehung ist „Hotter Than Hell“ ganz ohne Zweifel geeignet. Live wird die Kapelle mit dem Material vermutlich kein Stein auf dem anderen lassen, aber eins sollte auch klar sein: Mit Airbourne, was gelegentlich getan wurde, kann man Big Ball beim besten Willen nicht auf eine Stufe stellen. Als Party-Album für AC/DC-Fans dennoch in jedem Fall eine Überlegung wert.

Tracklist:

1.Double Demon
2.Porna Lisa
3.Big Ball Crew
4.Killdozer
5.Free Fire Zone
6.Hell Whore & High Heels
7.Hotter Than Hell
8.Shooter
9.Plugged In
10.Wreckung Ball
11.Groove Monster Machine
12.Rock'n'Roll Stomper
13.Riding With The Devil

DISCOGRAPHY:

2010 - Hotter Than Hell

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Big Ball - Hotter Than Hell (CD-Review)

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