Squealer-Rocks.de CD-Review
The Hollies - Midas Touch

Genre: Rock
Review vom: 05.03.2010
Redakteur: maddin
Veröffentlichung: Bereits veröffentlicht
Label: EMI



Das Review zur Doppel - CD „Midas Touch“ von The Hollies schiebe ich nun schon etliche Wochen vor mir her. Nicht etwa, weil ich das Teil nicht hören konnte oder wollte, im Gegenteil: Mittlerweile kenne ich mindestens 20 der 48 enthaltenen Songs auswendig. Ich möchte gar behaupten, dass an 5 Wochentagen die Hollies durch das ungemein pitoreske Wanne – Eickeler Ghetto, das ich mein Zuhause nenne, dröhnen.
Es war eine Frage, die mich nicht ruhen ließ: Ist diese Compilation besser als der Soundtrack zu „The Wanderers“, meiner bisherigen Nummer Eins in Sachen Oldies?
Nun, da ich mir sicher bin, kann ich endlich die Rezension in die Tasten hämmern.
Die Antwort gibt’s natürlich erst am Schluss.

Ein Satz, der hat mich die ganze Zeit begleitet und euch wird es nicht anders gehen: „Wie? Das Lied ist auch von denen?“.
Bei den 26 Songs der ersten CD erzielt dieser erstaunte Ausruf die höchste Trefferquote.
Alter Schwede, saugeile Klopper wie „Bus Stop“, „Carrie Anne“, „Sorry Suzanne“, „Rain on the Window“, „I'm Alive“ oder das megageile „Jennifer Ecles“ (die Schablone für die Frühwerke von The Who!), das sind Gassenhauer, die man sofort mitsingt und die man einfach kennt.
Allerdings habe ich dabei stets an die Beatles gedacht – man ist ja uninformiert.
In der Tat klingen viele der frühen Tracks von den Hollies deutlich nach den Fab Four. Weshalb die Hollies nie den gleichen Status erreicht haben, ist mir nach dem Hören dieser Übersicht ein Rätsel.
Wer nun von wem geklaut hat, und wer eigentlich die bessere Band ist – für eine solche Analyse fehlt mir schlicht das Fachwissen.

Eigentlich ist es auch egal! Es macht so einen Spaß, all die Hits zu hören, dass man sich nur noch schämt, sich mit dieser Band nicht schon vorher ausgiebig beschäftigt zu haben.
Interessant ist die Entwicklung der Truppe. Lobenswerterweise ist die Zusammenstellung – größtenteils - chronologisch aufgebaut. Den typischen Stimmungs – Granaten der frühen Jahre folgen leicht psychedelische, fast progressive, ungemein anspruchsvolle Nummern wie „Soldiers Song“, die ihrer Zeit weit voraus waren oder Hardrock – Vorläufer wie „Long Cool Woman in a Black Dress“ mit einer Atmosphäre, die später U.S. Bands wie Blue Oyster Cult oder der göttliche Ted Nugent übernommen haben.
Die erste CD endet mit zwei Bonus Tracks. „Too Many Hearts Get Broken“ von 2003 ist eine Ballade, die sich zu 100% nach REO Speedwagon anhört, was sicherlich keinen Makel darstellt. Die Live Aufnahme „The Baby“ aus 2009 dagegen klingt genauso wie die Eagles heutzutage, also etwas uninspiriert.

Die zwote CD ist etwas schwächer. Es sind zwar genügend Göttergaben wie „Gasoline Alley Bred“, dem genialen „Schoolgirl“ oder der - nach „Whiter Shade of Pale“ - schönsten Ballade aller Zeiten, „He ain't Heavy, He's My Brother“, enthalten, allerdings hört man auch mitunter durchschnittlichen Hausfrauen - Pop. Schmalzstullen wie „So Damn Beautiful“ oder „The Woman I Love“ sind Radiofutter a la Smokie und werten diese tolle Band über Gebühr ab.
Dank riffigen Hardrockern wie „Hey Willy“ sind aber auch die zweiten 75 Minuten absolut geniessbar.

Damit wären wir bei der „Value for Money“ Sache. Es gibt 3 Stunden lang fast durchgehend perfekten Rock der alten Schule. Muss man das haben? Man muss! Unbedingt sogar!
Ach, ja – nach über 20 Jahren musste „The Wanderers – The Soundtrack“ den Thron räumen.

Tracklist:


Disc 1:
1. Here I Go Again
2. Bus Stop
3. I'm Alive
4. I've Got A Way Of My Own
5. King Midas In Reverse [new stereo mix]
6. Sorry Suzanne
7. Rain On The Window
8. Heartbeat
9. Honey And Wine
10. Ain't That Just Like Me
11. Jennifer Eccles
12. Listen To Me
13. Butterfly
14. Air That I Breathe
15. Soldier's Song
16. Pay You Back With Interest
17. Long Cool Woman (In A Black Dress)
18. Look Through Any Window
19. On A Carousel
20. Just One Look
21. Carrie Anne
22. We're Through
23. Searchin'
24. Stop Stop Stop
25. Too Many Hearts Get Broken
26. Baby, The [live]

Disc 2
1. I Can't Let Go
2. Gasoline Alley Bred
3. Dear Eloise
4. He Ain't Heavy He's My Brother
5. Man With No Expression (Horses Through A Rainstorm)
6. This Wheel's On Fire
7. Yes I Will
8. Stay
9. Schoolgirl
10. Mickey's Monkey
11. Hey Willy
12. The Day That Curly Billy Shot Down Crazy Sam Mcgee
13. I'm Down
14. So Damn Beautiful
15. Woman I Love
16. Take My Love And Run
17. Laughter Turns To Tears
18. Don't Let Me Down
19. I Can't Tell The Bottom From The Top
20. If The Lights Go Out [first version]
21. Then Now Always (Dolphin Days)
22. I Would Fly [live]

DISCOGRAPHY:

* Here I Go Again (1964)
* In the Hollies Style (1964)
* Stay with the Hollies (1964)
* The Hollies [Third Album] (1965)
* Hear! Here! (1965)
* The Hollies (Beat Group!) (1966)
* Would You Believe? (1966)
* Bus Stop (1966)
* For Certain Because … (1966)
* Butterfly (1967)
* Evolution (1967)
* Move on (1968)
* King Midas (1968)
* Hollies Sing Dylan (1969)
* Hollies Sing Hollies (1969)
* He Ain’t Heavy, He’s My Brother (1969)
* Words and Music by Bob Dylan (1969)
* Confessions of the Mind (1970)
* Moving Finger (1970)
* Distant Light (1971)
* Romany (1972)
* Out on the Road (1973)
* Hollies [1974] (1974)
* Another Night (1975)
* Write On (1976)
* Russian Roulette (1976)
* Clarke, Hicks, Sylvester, Calvert and Elliot (1977)
* Everything You Always Wanted to Hear (1977)
* A Crazy Steal (1978)
* The Other Side of the Hollies (1978)
* Five Three One – Double Seven O Four (1979)
* Buddy Holly (1980)
* Live (1982)
* Pay You Back with Interest (1982)
* What Goes Around … (1983)
* Compacts for Pleasure (1988)
* Live at King’s Island Cincinnati (1997)
* Sing Hollies (1999)
* Stay With the Hollies/In the Hollies Style (2004)
* Staying Power (2006)
* Then, Now, Always (2009)
* Midas Touch/The Very Best Of (2010)


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The Hollies - Midas Touch (CD-Review)

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