Squealer-Rocks.de CD-Review
Hellish Crossfire - Bloodrust Scythe

Genre: Thrash Metal
Review vom: 29.01.2010
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: Bereits erschienen
Label: I Hate Records



Die Menschheit konnte sich im Laufe der Zeit nur weiterentwickeln, indem sie verschiedene Dinge ausprobierte und sich offen für neue Strömungen zeigte (auch, wenn dies aufgrund einer weltumspannenden Organisation nicht immer einfach war). Nicht allein die gesamte Menschheitsentwicklung ist abhängig von Neuerungen und Fortschritt, sondern im Kleinen auch die Musikwelt. Ohne die Musik der Sklaven hätte es keinen Blues gegeben, ohne Blues keinen Rock `n` Roll, ohne Rock `n` Roll keinen Lemmy und so weiter und so weiter. Weiterentwicklung ist also das belebende Element in der Musik und von daher enorm wichtig.

Was das jetzt alles mit HELLISH CROSSFIRE und ihrem zweiten Album zu tun hat? Nun ja, das Quartett aus Bayern lässt jedweden Fortschritt unbeachtet an sich vorbei ziehen. Auf dem aktuellen Album „Bloodrust Scythe“ ist die musikalische Weiterentwicklung 1987 stehen geblieben. Will sagen, nach SODOMs „Persecution Mania“ kam nicht mehr viel. So hört man im Sound von HELLISH CROSSFIRE also die alten Helden besonders heraus. Es gibt ganz viel alte KREATOR („Endless Pain“), SODOM („Obsessed By Cruelty“, „Persecution Mania“) und jede Menge VENOM (welches Album wohl?) zu hören. Wenn man noch einen neueren Vergleich bringen müsste, würde ich hier die erste BEWITCHED nennen. Der Sound der Schweden ist dem auf „Bloodrust Scythe“ stellenweise nicht unähnlich.


Innovation kann man bei derlei Querverweisen natürlich getrost vergessen. Das ist in allerdings zu verschmerzen, denn man hört den acht Nummern des zweiten Albums von HELLISH CROSSFIRE an mit wie viel Elan die Jungs hier ans Werk gegangen sind. Jede einzelne Note atmet den Spirit der Achtziger derart intensiv, dass man zumindest beim ersten Durchlauf hin und wieder mal nachschaut, welche Band denn da gerade durch den Player rumpelt. Das darf durchaus als Kompliment gewertet werden. Die Bayern legen in ihren Kompositionen aber nicht nur Wert auf Geschwindigkeit, vielmehr werden die Tempoausbrüche immer wieder von coolen Moshparts aufgelockert, was Songs wie „…Of Slaying Grounds“ sehr gut zu Gesicht steht. Da kommen dann auch wieder SODOM als Einfluss ins Spiel. Die Ruhrpott-Urgesteine haben auf Alben wie „Persecution Mania“ und „Agent Orange“ ja auch viele von diesen coolen Midtempo-Moshparts verewigt. HELLISH CROSSFIRE befinden sich also in guter Gesellschaft. Hinzu kommt ein Stück wie „At The Edge Of Total Chaos“, das durch viele Rhythmuswechsel überzeugen kann, allerdings auch mehrere Durchläufe braucht, bis es zündet. Dem gegenüber finden sich totale Abrissbirnen wie „Speed Hunter“ und das völlig geniale „Black Injection“ (ebenfalls mit coolem Mittelteil). So muss Old-School-Thrash meiner Meinung nach klingen.


Ehrlich gesagt, war ich von der Platte nach dem ersten Durchlauf nicht sonderlich begeistert. Dass sie sich nach mehreren Durchläufen zu einem Knaller entwickelt freut mich daher umso mehr. Wer auf Old-School-Thrash steht, MUSS hier zugreifen. Originalitätspunkte werden die Jungs mit „Bloodrust Scythe“ nicht einheimsen können, aber das ist hier auch gar nicht die Intention. Dieses Album bringt die guten alten Zeiten zurück und nach dem Genuss von „Bloodred Scythe“ kommt direkt in Versuchung sich ein paar Kumpel einzuladen, SODOMs „Lords of Depravity Pt.I“ zum xten Mal anzusehen und durch die Bude zu bangen. Wie gesagt, feiner alte Schule Stoff den HELLISH CROSSFIRE hier abgeliefert haben.



Tracklist:
1. Night Of The Possessed
2. Black Injection
3. …Of Slaying Grounds
4. Into The Old And Evil
5. Orgasmic Rush
6. Speed Hunter
7. At The Edge Of Total Chaos
8. Too Tough To die


Line-Up:
Iron Tyrant – Vocals
Iron Incubus – Guitars
Sick – Bass
Evil Possessor - Drums

DISCOGRAPHY:

2004 - Unholy Tyranny (Demo)
2005 - Slaves of the Burning Pentagram (Demo)
2006 - Slaves of the Burning Pentagram
2010 - Bloodrust Scythe

SQUEALER-ROCKS Links:

Hellish Crossfire - Bloodrust Scythe (CD-Review)

SONSTIGES:

BANDHOMEPAGE
Diesen Beitrag im Forum diskutieren