Squealer-Rocks.de CD-Review
Sacrifice - The Ones I Condemn

Genre: Thrash Metal
Review vom: 16.01.2010
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: 22.01.2010
Label: Cyclone Empire



Da brate mir doch mal jemand den Herrn Adebar. Nun sind die Herren Thrasher von SACRIFICE mit den ersten Demos schon in den frühen Achtzigern am Start und ich habe von den Jungs bislang noch nicht viel mitbekommen. Das mag daran liegen, dass die Kanadier zwischenzeitlich mit über fünfzehn Jahren eine ziemlich lange Auszeit genommen haben. Eigentlich eine zu lange Zeitspanne, wenn man bedenkt, wie schnelllebig das Business heute ist und sich sowas nur Millionseller wie METALLICA oder AC/DC leisten können. Wie bei jeder Reunion stellt sich also direkt die Frage nach dem warum. Zu viele Bands hat man schon mit halbgaren Wiedervereinigungen kommen und gehen gesehen, die einfach nur peinlich waren. Ob SACRIFICE, deren Debütalbum im gleichen Jahr wie „Bonded By Blood“ auf den Markt kam, mit ihren Reunion-Album „The Ones I Condemn“ auf einen fahrenden Zug aufspringen oder es tatsächlich ernst mit ihrer Musik meinen, werdet ihr spätestens am Ende dieser Rezension lesen können.

Mit dem recht langen Instrumental „We Will Prevail“, das quasi als Intro dient, wird der Hörer Schritt für Schritt in die Welt von SACRIFICE eingeführt. Mit langsamen Rhythmen beginnend, über KREATOR-eske Licks bis zum finalen Thrash-Brett im US-Stil werden die Lauscher auf das zu erwartende Inferno eingestellt. Nahtlos geht es in den Titeltrack über, der in bester Bay-Area-Manier aus den Boxen scheppert und stante pede totale Verwüstung anrichtet. Die Gitarren lassen keine Luft zum Nachatmen und die perfekt aufeinander eingestimmte Rhythmussektion drischt einem erbarmungslos und mit Wonne in die Magengrube. Darüber steht die Stimme von Rob Urbinati, der sich anhört wie der kleine Bruder von DESTRUCTIONs Schmier. Super Mischung also.


Nun ist man ja manchmal geneigt mit den Jubelarien etwas vorschnell um die Ecke zu kommen. Daher lassen wir die Scheibe weiter auf uns wirken. Der nächste Höhepunkt lässt nicht lange auf sich warten, denn das folgende „Give Me Justice“ ist tempomäßig etwa so intensiv wie der Titelsong, kann aber (wie eigentlich alle Nummern) mit gut platzierten Breaks und feinen Soli punkten. So schön kann Thrash sein. Um der Langeweile vorzubeugen, sind SACRIFICE schlau genug, hier und da ruhigere Momente in ihre Kompositionen einfließen zu lassen. So bildet das fiese „Tetragrammatron“ einen guten Kontrast zu den ansonsten gerne im ICE-Tempo an einem vorbei fahrenden restlichen Songs der Platte. Dass „Tetragrammatron“ gegen Ende der Nummer dann doch auch noch ausbricht, liegt auf der Hand. Trotz aller Abwechslung durch entspannte Momente handelt es sich bei „The Ones I Condemn“ dennoch um eine Thrash-Metal-Produktion und die muss hart und brutal ausfallen, damit Songs wie „Hiroshima“ oder „The Devil’s Martyr“ (mit Blick über den Tellerrand in Richtung Hardcore) ihre ganze Energie frei entfalten können. Es ist definitiv beeindruckend wie gut die Band zusammen spielt, wenn man sich ins Gedächtnis ruft, dass „The Ones I Condemn“ die erste Scheibe des Original-Line-Ups nach 1991 ist. Sie haben nichts verlernt und klingen so frisch, als ob sie gerade ihre erste CD eingespielt haben. Ähnlich fit klingen neben EXODUS nur noch ARTILLERY und PARADOX. Und die sind bei genauerer Betrachtung ja beileibe keine schlechte Gesellschaft.


Wer also anfänglich der Meinung war, dass SACRIFICE auf schnelles Geld im Zuge des anhaltenden Thrash-Metal-Revivals aus wären, der muss seine Meinung an dieser Stelle revidieren. Denn eines steht fest: Wer solch eine intensive, vor Herzblut triefende Scheibe auf den Markt bringt, der will es noch einmal wissen und nicht einfach nur ein paar kanadische Dollar verdienen. Hut ab, eine wirklich wunderbare Scheibe, die SACRIFICE mit „The Ones I Condemn“ veröffentlicht haben. Ein Muss für Thrash-Metal-Maniacs und das erste Genre-Highlight des Jahres. Kaufen!



Tracklist:
1. We Will Prevail
2. The Ones I Condemn
3. Give Me Justice
4. The Great Wall
5. Tetragrammaton
6. Atrocity
7. Hiroshima
8. The Devil’s Martyr*
9. Ultimate Power Corrupts
10. Desolation Alive
11. Soldiers Of Misfortune


Line-Up:
Rob Urbinati - Guitar, Vocals
Joe Rico - Guitar
Scott Watts - Bass
Gus Pynn - Drums

DISCOGRAPHY:

1984 - Rehearsal (Demo)
1985 - Rehearsal 2 (Demo)
1985 - The Exorcism (Demo)
1985 - Torment in Fire
1987 - Demo 1987
1987 - Forward to Termination
1989 - Demo 1989
1991 - Soldiers of Misfortune
1993 - Apocalypse Inside
2010 - The Ones I Condemn

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