Squealer-Rocks.de CD-Review
Ben Granfelt Band - Kaleidoscope

Genre: Blues Rock
Review vom: 01.12.2009
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: Bereits erschienen
Label: Sprucefield



Der Name Ben Granfelt sagte mir beim ersten Hören zunächst einmal nichts. Nach der obligatorischen Recherche kam dann etwas Licht ins Dunkel. Ben Granfelt ist Gitarre spielender Finne, war jahrelang Mitglied der LENINGRAD COWBOYS und WISHBONE ASH. Weil ihm durch das häufige Touren aber nicht genug Zeit für seine eigene Band blieb, verließ er die Gruppen wieder und konzentrierte sich nun endgültig auf seine eigene Band. So liegt hier heuer mit „Kaleidoscope“ das fünfte (!) Album seit 2004 (und sein insgesamt zehntes) unter seinem Namen vor. Ein fleißiger Arbeiter, der Ben.

Aber, was macht der Knabe eigentlich für Musik? Von seinen früheren Arbeitgebern jedenfalls kann man die Musik auf „Kaleidoscope“ nicht ableiten. Ben Granfelt bewegt sich musikalisch zwischen harten Blues-Rock der Marke ZZ TOP und sphärischen, leichten Klängen im Stil von PINK FLOYD. Diese beiden Eckpfeiler bilden aber nur den äußersten Rand des Spektrums innerhalb welchem sich Ben Granfelt musikalisch auslebt. Der Opener „Julie“ ist ein harter Siebziger Rocker, der von der Dynamik relaxter Strophen und harten Refrain-/Solo-Passagen lebt und eine perfekte Einleitung in die Scheibe darstellt. Das folgende Instrumental „Because We Can…“ atmet dann den dreckigen Staub von Texas‘ Straßen und erinnert logischerweise an ZZ TOP. Cooles Stück, das nicht langweilig wird und mit der Slide-Gitarre sogar so etwas wie eine „Stimme“ hat.


Bei „Dead In The Water“ kommt dann der PINK FLOYD-Einfluss zum tragen und Granfelt nimmt den Hörer mit auf eine entspannte Reise, die geprägt ist von seiner Gitarre, der relaxten Atmosphäre und seiner angenehmen Stimme. Gleiches gilt für das zweite Instrumental („Soul Searching“) und „This Soul Of Mine“, die ebenfalls sehr atmosphärisch mit noch deutlicheren PINK FLOYD-Parallelen ausgestattet wurden. Die unterschwellige Melancholie die hier immer spürbar ist, aber nie zu schwer wiegt, gibt den Songs noch zusätzlich eine ganz besondere Note. Es wird dem Hörer ein Gefühl von Sehnsucht vermittelt, das nicht mit Herzschmerzen oder dergleichen zu tun hat, sondern eher mit Rastlosigkeit. Wunderbar gemacht.


Die BEN GRANFELT BAND ist aber klug genug diesen Weg nicht weiter zu beschreiten, so dass er seine ganze Stärke als eine Facette im Gesamtsound zeigen kann. Die Hauptzutat bleibt aber der Blues-Rock und der wird in Songs wie „You Ain’t Got Nothing On Me“ oder „Suburban Blues Jam“ ausgelebt wird. Mal rockig wie in genanntem Stück, mal swingend, mal völlig relaxt. Die von der BEN GRANFELT BAND angebotene Bandbreite ist auf „Kaleidoscope“ extrem hoch, so dass die Nummern der Platte nie, wirklich nie langweilig wird. Die Mischung aus entspannten, atmosphärischen Liedern und den härteren Blues-Rock-Nummern passt wie die viel zitierte Faust auf das Auge und macht unheimlich Spaß. Soweit alles richtig gemacht, meine Herren.



Tracklist:
1. Julie
2. Because We Can…
3. Dead In The Water
4. Soul Searching
5. This Soul Of Mine
6. You Ain’t Got Nothing On Me
7. Bright Lights And Dreams
8. Make Up My Mind With My Heart
9. Lia
10. What Comes Around Goes Around
11. Suburban Blues Jam


Line-Up:
Ben Granfelt – Guitars, Vocals
Miri Miettinen – Drums
John Vihervä – Bass
Kasper Märtenson - Keyboards

DISCOGRAPHY:

1994 - The Truth
1996 - Radio Friendly
1997 - LIVE
1999 - E.G.O
2001 - All I want to Be
2004 - The Past Experience 1994-2004
2006 - Live Experience
2006 - Sum of Memories
2007 - Notes From The Road
2009 - Kaleidoscope


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Ben Granfelt Band - Kaleidoscope (CD-Review)

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